Drei junge Forscher – eine Mission

Drei junge Forscher – eine Mission

Mit dem Bau und der Installation von Fledermauskästen unterstützen die Schüler die Population der bedrohten Tierart

Maxi Schäfer, Jamie Ludwigs und Finn Wollertz haben ihre Forscherfrage zur nachhaltigen Realprojektaufgabe in Jahrgangsstufe 12 folgendermaßen formuliert: „Wie können wir es als Schülergruppe schaffen, die Population heimischer Fledermausarten zu unterstützen?”

Die drei Freunde setzen sich nicht nur schulisch, sondern auch in ihrer Freizeit intensiv mit Fragen zu Natur, Umwelt und Nachhaltigkeit auseinander. Als die Projektarbeit anstand, überlegten sie, wo innerhalb einer nicht so populären Tierart dringender Hilfebedarf besteht und daraufhin die Initiative ergriffen, einer in Norddeutschland – klimatisch bedingten – raren Säugetierart mehr Nistplätze zu verschaffen. Mit ein wenig Unterstützung des ‚Bunde Wischen‘- Naturschützers Gerd Kämmer realisierten sie sechs Nistplatzkästen für das gleichnamige Naturgebiet. „Für uns war es in erster Linie wichtig, ein Projekt auf die Beine zu stellen, was ergebnisorientiert angelegt ist und den für uns wichtigen Umweltgedanken miteinschließt“, erklärt Jamie. Dazu muss man wissen, dass von weltweit über hundert Fledermausarten lediglich 15 in Schleswig-Holstein beheimatet sind und sich diese aufgrund fehlender Nistplätze auch nur langsam vermehren. „Dabei sind Fledermäuse für den Naturkreislauf ungemein wichtig, denn sie halten die Insektenpopulation im Gleichgewicht“, ergänzt Maxi. „Durch dieses Projekt haben wir sowohl in biologischer als auch in handwerklicher Hinsicht ungemein viel gelernt“, stellt Finn klar.

Mehrere Männer umringen eine Konstruktion, um den Brutkasten anzubauen

„Die Herren der Fledermäuse“ und Bunde Wischen Naturschützer Gerd Kämmer bei der Installation.

Die drei Schüler haben sich nach intensiver Internetrecherche (zum Beispiel auf einschlägigen Nabu-Seiten) an den Bau der Kästen gewagt. Herausgekommen sind drei Holz- und drei Holzbetonkästen. Mehrere Stunden haben sie getüftelt, gehämmert, gesägt, aber auch Rückschläge hinnehmen müssen. Das Mischungsverhältnis für die Kästen aus Holzbeton passte nicht und musste neu angegangen werden. Nach Fertigstellung half Gerd Kämmer bei der optimalen Aufhängung der ungewöhnlichen „Kinderzimmer“ und die Schüler dokumentierten ihre Arbeit mit Bildern und Text.

„Als nächstes ist ein Zeitungsartikel geplant, der durch unsere Arbeit Nachahmer für unser Projekt begeistern soll“, erzählt Jamie – nicht ohne Stolz. Er kann sich eine handwerkliche Tätigkeit als späteren Beruf gut vorstellen. Für Maxi und Finn bleibt es eher beim angedachten Finanzsektor. Aber über eines sind sich alle einig: Die gemeinsame Arbeit hat sich gelohnt und Erfahrungen ermöglicht, die ohne die Projektarbeit nicht zustande gekommen wären.

TEXT Anja Nacken

FOTOS Sebastian Weimar