Schülerstimmen – Siegfried-Lenz-Schule

Schülerstimmen – Siegfried-Lenz-Schule

“Wer für sich in Anspruch nimmt, mündig zu sein, ist zur Unruhe verpflichtet”.

Dieses Zitat von Siegfried Lenz trifft auf die Schüler der nach ihm benannten Schule in Handewitt definitiv zu. Sie sind lebhaft, interessiert und machen sich viele Gedanken über ihre Zukunft. Ganz gleich welche verschiedenen Richtungen sie nach dem Abschluss einschlagen werden, sie verfügen alle über das notwendige Rüstzeug, um ihre Zukunft selbst gestalten zu können. Wir haben einige von ihnen zum Interview gebeten.Ein Mädchen mit langen dunkelblonden Haaren lehnt an einem Holzrahmen.

Thyra (17)

… liebt es, ihr Leben zu organisieren und kann sich nach ihrem Fachabitur einen Bürojob sehr gut vorstellen.

Weißt du schon, was du später beruflich anstrebst?

Ich möchte Verwaltungsfachangestellte werden. Eine Tätigkeit im Büro entspricht meinen Interessen, weil ich mir von der Arbeit am PC eine ruhige Arbeitsatmosphäre verspreche.

Wie bist du auf die Idee gekommen, diesen Weg einzuschlagen?

Die Berufsorientierung in der Schule war sehr hilfreich. Wir gehen im Kurs gemeinsam online auf die Suche nach möglichen Berufsfeldern. Richtig überzeugen konnten mich aber auch die Gespräche mit Unternehmen auf der Messe Vocatium. Aber vor allem mein Praktikum bei Rossmann erleichterte mir das Ausschlussverfahren. Ich bevorzuge es, ruhig und konzentriert zu arbeiten. Die Unruhe, die ich im Einzelhandel erlebt habe, empfand ich als sehr anstrengend.

Eure Schule fördert also Digitalisierung?

Wir nutzen nicht nur einen Computerraum, sondern besitzen auch iPads. Auf dem Gerät ist bei mir alles geordnet und es gibt keine wilde Zettelwirtschaft. Handreichungen von Lehrern können wir digital aufrufen. Man kann zusätzlich auf dem Touchbildschirm auch schreiben.

Hast du im privaten Umfeld Ansprechpartner, mit denen du über deine berufliche Zukunft sprechen kannst?

Meine Tante arbeitet im Rathaus, also in einem Büro. Mit meinen Eltern rede ich aber nicht so viel über meine berufliche Zukunft. Ich weiß jetzt schon, was mir gefällt und was nicht. Meine Strukturiertheit und Ordnungsliebe sprechen für eine Ausbildung im Büro.

Was bedeutet die Schule für dich?

Ich lerne überhaupt gern, außerdem gefallen mir an unserer Schule vor allem die Berufsmessen. Ich bin froh, mein Fachabitur an der Siegfried-Lenz-Schule ablegen zu können. Bis zum Abschluss sind es noch zwei Jahre. Sollten meine Noten für das Fachabitur nicht
reichen, starte ich ein FSJ. Da kann ich auch als Verwaltungsfachangestellte arbeiten.

Welche Vorstellungen hast du von deinem Leben nach der Schule?

Ich möchte gerne in der Region Flensburg bleiben. Viele gehen nach der Schule auf Reisen, aber ich will lieber sofort mit dem Arbeiten beginnen. Ein sicherer Job und feste Arbeitszeiten sind mir wichtig. Ein Beruf muss aber auch Freude bereiten, sonst ist er für mich nicht nachhaltig.

Frage an die Zukunft: Wie weiß ich, welcher Beruf mir gefällt?

Liebe Thyra,
Erich Kästner hat mal geschrieben: Es gibt nichts Gutes, außer man tut es! Diesen Tipp würde ich dir auch geben. Such dir Praktikumsstellen in den Berufszweigen, die dich interessieren könnten. Die meisten Unternehmen bieten vor einer Ausbildung hierzu die Möglichkeit. Auf der Seite “Praktikum Westküste” findest du zum Beispiel viele tausend Möglichkeiten und Praktikumsangebote von Firmen.

Fazit: Ob einem ein Beruf gefällt, kann man nur mittels praktischer Erfahrung
herausfinden.Ein Junge mit lockigem Haar steht hinter einem Fußballtor.

Can (16)

… liest gerne und ist Teil einer großen Familie. Sein Berufswunsch festigte sich durch ein Projekt an der Siegfried-Lenz-Schule in Handewitt.

Deine Schule wurde nach dem Schriftsteller Siegfried Lenz benannt. Was bedeutet das für dich?

Wir beschäftigten uns im Rahmen eines Projekts mit seinen Werken und durften anschließend unsere Ergebnisse Grundschülerinnen und Grundschülern vortragen. Ich konnte ihnen so Siegfried Lenz, aber auch seine Werke selbst, näherbringen. Lenz hat viele interessante Bücher verfasst.

Wie hat dich das Projekt persönlich weitergebracht?

Ich mag es, mich mit Texten auseinanderzusetzen. Im Fach Deutsch gefallen mir Gedichtanalysen und auch das Fach Geschichte fasziniert mich. Ich versetze mich gerne in die Köpfe anderer Menschen. Wenn ich lese, kann ich die Gedanken eines Schriftstellers förmlich hören. Mein Wissen und meine Begeisterung für Literatur möchte ich später gerne als Lehrer weitergeben.

Was fasziniert dich noch am Beruf des Lehrers?

Erste Einblicke in diesen Beruf bekam ich bei einem Praktikum an einer Grundschule. Mir gefällt es, dass ich als Lehrer den Inhalt meiner Arbeit frei gestalten kann. Der Lehrplan gibt zwar einen Rahmen vor, aber die Umsetzung liegt ganz bei mir. Kreativität ist ein wichtiges Kriterium für meinen Traumjob.

Als angehender Lehrer wird die Schule dir als Arbeitsplatz erhalten bleiben. Wie denkst du über die Institution Schule?

Schule ist mehr als ein Ort zum Lernen. In einer Schule treffen junge Menschen aufeinander. Sie arbeiten gemeinsam an Projekten, lernen dazu und wachsen als Freunde zusammen. Man schafft Verbindungen! Kreativität ist an der Siegfried-Lenz-Schule erlaubt und gewünscht. Wenn es möglich ist, würde ich auch gerne an meine Schule als Lehrer zurückkehren.

Welche Kriterien sind dir grundsätzlich bei der Suche nach einem Arbeitsplatz wichtig?

Mein zukünftiger Arbeitgeber sollte auf jeden Fall in der Region Flensburg angesiedelt sein, da mir die Nähe zu meiner Familie sehr wichtig ist. Außerdem bin ich im Großraum Handewitt sehr gut vernetzt. Wenn sich aber die Gelegenheit bietet, beruflich ins Ausland zu gehen, würde ich auch für einige Zeit wegziehen.

Wie unterstützt dich deine Schule bei der Berufsorientierung?

Die Berufsorientierung wird in unserer Schule durch einen speziellen Kurs vermittelt. In diesem Unterricht besteht die Möglichkeit, Broschüren durchzuarbeiten und uns über Berufe zu informieren. In einem Praktikum als Kfz-Mechatroniker konnte ich feststellen, dass mir Handwerkliches nicht liegt. Stattdessen werde ich mich auf der nächsten Berufsmesse in eine andere Richtung orientieren. Sollte es mit meinem Lehramtsstudium nicht klappen, kommt vielleicht auch der Ausbildungsberuf Justizfachangestellter in Frage.

Blickst du positiv in die Zukunft?

Ich werde auf jeden Fall meinen Weg finden, weil ich meine Stärken kenne. Ein Lehramtsstudium ist für mich eine sinnvolle Ausbildung, die zu einem sicheren Arbeitsplatz führt.

Frage an die Zukunft: Wie lange geht ein Lehramtsstudium?

Lieber Can,
das hängt von dem jeweiligen Bundesland ab, in dem du studieren möchtest, und für welche Schulform du dich interessierst. In Schleswig-Holstein umfasst als Beispiel ein Lehramtsstudium für den Bereich Gemeinschaftsschule (Sek I) 6 + 4 Semester Regelstudienzeit (ein Semester ist ein halbes Jahr) und im Anschluss durchläuft man einen 18 monatigen Vorbereitungsdienst. Zusätzlich gibt es zwei semesterbegleitende Orientierungspraktika und ein 3-wöchiges fachdidaktisches Praktikum im Bachelorstudiengang. Im Masterstudium absolvierst du darüber hinaus ein Praxissemester.

Fazit: Du solltest dich im Vorfeld entscheiden, wo du studieren möchtest und auf den Seiten der Universitäten, wie zum Beispiel der Universität Flensburg, auch über die Fächerauswahl und Kombinationsmöglichkeiten informieren.Ein Junge steht auf einer Laufbahn und hält ein blaues Plakat.

Tom (16)

…möchte nach dem MSA sein Abitur ablegen, aber erst einmal geht’s für ihn nach Kanada.

Du hast dich für einen besonderen Weg entschieden. Du legst ab September, zwischen dem MSA und dem Eintritt in die 11. Klasse, ein Auslandsjahr ein!

Genau, ich werde mit Hilfe des Programms Experiment e.V. für zehn Monate eine Highschool in Kanada besuchen. Danach möchte ich hier in Handewitt mein Abitur ablegen.

Hast du für die Zeit nach der schulischen Ausbildung auch schon berufliche Pläne?

Ich schwanke zwischen den Bereichen Polizeidienst in gehobener Position und IT mit dem Schwerpunkt Software- und/oder Bild- und Videoentwicklung.

Auf den ersten Blick zwei komplett unterschiedliche Berufe. Wie kam es zu so einer Diskrepanz?

Mein Vater ist bei der Polizei und ich habe dort bereits ein sehr gutes Praktikum absolviert. Für IT und Technik interessiere ich mich schon lange im privaten Bereich und habe auch in der Schule den Informatikkurs als Wahlfach besucht.

Wie gefiel dir der BO-Unterricht an der SLS?

Ich glaube, dass unsere Schule, im Vergleich zu anderen Schulen, dieses Fach stärker priorisiert. Auch die zusätzlichen Veranstaltungen rund um das Thema Berufsorientierung, wie zum Beispiel Messen, sind hilfreich, da man hier in persönlichen Kontakt zu Unternehmen treten kann. Ich habe dort mit einigen Unternehmen gesprochen und viele Berufsfelder kennengelernt.

Was bedeutet der Ort Schule für dich?

Freundschaft, außerdem ein guter Ort zum Lernen und eine gute Berufsorientierung.

Möchtest du aus deiner Region später einmal wegziehen?

Je nach Berufswahl auf jeden Fall. Ich könnte mir auch langfristig vorstellen auszuwandern, aber das ist noch Zukunftsmusik. Mal schauen, was das Auslandsjahr für neue Eindrücke und Perspektiven bereithält. Erstmal werde ich hier die 11. Klasse wiederholen, um den Anschluss an das deutsche Schulsystem wieder zu erhalten. Ob es dann zum Fachabitur oder bis zum Abitur führt, muss man sehen.

Frage an die Zukunft: Wie finde ich am besten heraus, welcher Beruf besser zu mir passt, wenn ich zwischen zwei Berufsfeldern tendiere?

Lieber Tom,
normalerweise würde ich dir den Ratschlag geben, durch das Sammeln von Praktikumserfahrungen eine genaue Linie zu verfolgen. Aber in deinem Fall solltest du auch einmal darüber nachdenken, beide Berufswünsche zu vereinen. Die Polizei ist ein hochmoderner, komplexer und weltweit agierender Apparat, der bei vielen Ermittlungen auf computergestützte Technik und entsprechendes Fachpersonal angewiesen ist. Ich denke da an Datenbanken, IT-Auswertungen bei Delikten, Gesichtserkennungssoftware und vieles mehr – selbst an spannende
Neuerungen, die noch in der Entwicklung stecken.

Fazit: Auf alle Fälle werden IT-Fachkräfte im Polizeidienst gesucht und das Aufgabengebiet birgt sehr viel Potential. Vielleicht wäre dies eine Möglichkeit, deine beiden Berufswünsche zu deiner Zufriedenheit zusammen zu führen.Ein Mädchen mit Zopf lehnt an ein Tornetz.

Hannah (15)

… ist sportlich und begeistert sich für Pferde. Welchen Weg sie nach der Schule einschlagen möchte, weiß sie noch nicht.

Was interessiert dich außerhalb der Schule?

Ich besitze ein eigenes Pferd, bei dem ich viel Zeit verbringe. Sport ist ein weiterer großer Lebensinhalt für mich.

Wie wurdest du von der Siegfried-Lenz-Schule bei deiner beruflichen Orientierung unterstützt?

Die jährlichen Berufsmessen empfinde ich immer als hilfreich, weil ich so viele Berufe kennenlernen und neue Informationen sammeln kann. Seit der letzten Vocatium-Messe ist der Beruf Bauzeichnerin bei mir in der engeren Auswahl.

Hast du eine Vorstellung, in welchem Beruf du später tätig sein willst?

Ich überlege das Reiten zu professionalisieren. Den Beruf der Pferdewirtin konnte ich bereits in einem Praktikum kennenlernen. Es fehlte mir aber die Abwechslung, da ich privat schon sehr viel Zeit im Stall verbringe. Außerdem ist der Pferdesport auch sehr gefährlich. Gerade erhole ich mich deshalb von einer Verletzung. Dennoch bin ich eine leidenschaftliche Reiterin. Gerade Wettbewerbe spornen mich an und motivieren mich, hart an mir zu arbeiten.

Warum ist es schwierig, dich beruflich zu orientieren?

Ich kann mir nicht gut vorstellen, wie Berufe, die mich interessieren, genau aussehen. Ich befürchte, mich zu langweilen, wenn zu viel Routine aufkommt. Ich möchte jeden Tag Abwechslung erleben, immer wieder Neues lernen und dabei im Team vorankommen. Deswegen halte ich einen Beruf in der Hotelbranche für passend, allerdings kommen die Nachtschichten für mich eigentlich nicht infrage.

Frage an die Zukunft: Werde ich nach dem Abitur wissen, was ich machen möchte?

Liebe Hannah,
diese Frage kann ich dir leider nicht beantworten. Es liegt an dir, was du aus der Schulzeit machst. Ich bin allerdings davon überzeugt, dass du bis zum Abitur viele neue Erfahrungen sammeln wirst, die dir helfen können, einen Berufswunsch zu entwickeln, wenn du offen für Neues bist. Absolviere Praktika in den Sommerferien, sprich mit Lehrern, Eltern, Freunden. Frag nach, wie sie dich einschätzen und welchen
Beruf sie sich für dich vorstellen können. Interessiere dich für den beruflichen Werdegang von anderen Menschen und sammle möglichst viele Informationen, auch zum Beispiel auf unseren Seiten ME2BE und DIGI:BO.

Fazit: Der Wechsel in die Oberstufe sollte nicht nur als Verlängerung der Schulzeit gesehen werden, sondern auch parallel zur Möglichkeit der schulischen Weiterqualifizierung sinnvoll im Hinblick auf den eigenen beruflichen Werdegang genutzt werden.Ein Mädchen sitzt in einem Klettergerüst aus Seilen.

Melody

… fühlt sich sehr wohl an der Schule, wird jetzt in die 11. Klasse wechseln und ihr Abitur an der SLS absolvieren.

Hast du schon spezielle Wünsche bezüglich deiner Berufswahl?

Ja, ich habe zwei Schwerpunkte. Zum einen könnte ich mir den Beruf der Erzieherin vorstellen und zum anderen finde ich auch die Psychotherapie ganz spannend.

Hast du denn bereits Erfahrung, zum Beispiel im Umgang mit Kindern?

Ich habe zwei Praktika im Kindergarten absolviert und war begeistert. Ich liebe es, mich mit Kindern zu beschäftigen und außerdem bin ich bei uns zuhause das jüngste von sechs Kindern und bringe von daher auch jede Menge Erfahrung mit.

Fühlst du dich auf die Zukunft durch deine Schulzeit an der SLS gut vorbereitet?

Auf jeden Fall. Diese Schule ist ein Ort für mich, an dem ich nicht nur gute Freunde gefunden, sondern auch einen effektiven und guten Unterricht erhalten habe. Die Lehrerinnen und Lehrer sind sehr freundlich und höflich und sie unterstützen einen auch bei Schwierigkeiten.

Wie hast du den BO-Unterricht erlebt?

Der Unterricht ist abwechslungsreich und reicht vom Kennenlernen vieler unterschiedlicher Berufe bis hin zu Videomaterial, bei dem Unternehmerinnen und Unternehmer von ihren Erfahrungen berichten. Es sind jede Menge interessante Themen dabei und diese Anregungen sind sehr hilfreich.

Würdest du Flensburg für eine Berufsausbildung verlassen?

Auf jeden Fall. Ich finde es spannend, neue Erfahrungen zu sammeln und glaube, dass Städte wie Berlin oder Hamburg in dieser Hinsicht mehr bieten.

Frage an die Zukunft: Woher kann ich wissen, dass dieser Beruf  wirklich das richtige für mich ist?

Liebe Melody,
da du zwischen Erzieherin und Psychotherapeutin schwankst, hast du doch eigentlich schon die wichtigste Entscheidung für dich getroffen: Du möchtest dich innerhalb der Gesellschaft engagieren und Menschen auf ihren Entwicklungswegen begleiten. Wie das genau aussehen wird, kommt auch auf deine eigene Entwicklung an. Die Zugangsvoraussetzungen für einen erzieherischen oder einen psychotherapeutischen Beruf sind allein schon durch unterschiedliche Schul- oder Studienabschlüsse geregelt. Die Inhalte der Ausbildungen und ob du in dem einen oder anderen Beruf besser aufgehoben sein wirst, kannst du dir nur selber beantworten, indem du dir
auf deinem Weg zum Abitur keine Gelegenheit für Praktikumsstellen in den Ferien entgehen lässt und dich in die Themen und ihre Zusammenhänge einarbeitest.

Fazit: Deine beiden Berufswünsche haben viele Schnittstellen und ein psychologisches Verständnis sowie eine spezielle Qualifizierung in diesem Bereich sind auch für eine Ausbildung in einem erzieherischen Beruf unerlässlich. Vielleicht gibt es für dich auch kein Entweder-oder – sondern ein Sowohl-als-auch!Ein Mädchen in einem pinken Pulli spielt Tischtennis.

Laura (17)

… fühlt einen starken Bezug zum Handwerk und weiß, was sie will: Nach der Schule zieht es sie in die Tischlerei.

Der Autor Siegfried Lenz ist für dich und deinen Jahrgang dieses Schuljahr ein großes Thema. Was kannst du darüber berichten?

Ich mag Themenwochen, weil sie Abwechslung in den Schulalltag bringen. Besonders einprägsam sind für mich daher die Werke von Lenz, weil wir neben dem Lesen auch den Inhalt der Texte kreativ aufarbeiten. Beispielsweise konnte ich die tragische Geschichte einer Figur durch eine Treppe aus Pappmaché visualisieren.

Wie soll es für dich nach der Schulzeit weitergehen?

Nach meinem Mittleren Schulabschluss möchte ich mein Abitur ablegen. Danach ist es mein Ziel, eine Ausbildung zur Tischlerin zu beginnen. Dieser Beruf ist kreativ, denn es gibt viele Möglichkeiten, das Material Holz zu gestalten.

Wie bist du auf die Idee gekommen, Tischlerin werden zu wollen?

Mein Berufswunsch ergab sich ganz natürlich. Ein Beruf im Handwerk stand schon immer hoch auf meiner Wunschliste, weil mich mein Vater und mein Opa schon früh an das Handwerk herangeführt haben. Durch den Berufsorientierungstest der Agentur für Arbeit wurde mir der Beruf Tischlerin nahegelegt und nach einer Berufsmesse entschloss ich mich, ein Praktikum bei einer Tischlerei zu absolvieren.

Was überzeugte dich während deines Praktikums in der Tischlerei?

Schon nach kürzester Zeit durfte ich mit anpacken und fühlte mich involviert. Etwas selbständig herzustellen, erfüllt mich mit Stolz. Am Ende des Praktikums hatte ich dann einen Handyhalter selbst gefertigt. Dafür musste ich zuvor lernen, wie man Holz richtig hobelt und verarbeitet. Auch einen Außentermin durfte ich begleiten. Insgesamt mag ich die Routine des Handwerks.

Was schätzt du an deinem zukünftigen Arbeitgeber?

Ich bevorzuge flache Hierarchien und einen Vorgesetzten, der auch mal einen Witz versteht. Weiterhin fördert ein lockeres Arbeitsumfeld meine Kreativität. Die brauche ich, da mir das Endprodukt meiner Arbeit sehr wichtig ist. In einer Bautischlerei würde ich beispielsweise vor allem Fenster und Türen herstellen. Um einen Ausbildungsplatz in diesem Bereich zu bekommen, möchte ich bei der diesjährigen Berufsmesse verschiedene Tischlereibetriebe näher kennenlernen.

Frage an die Zukunft: Welche Möglichkeiten habe ich, wenn die Frist für Bewerbungen vorbei ist?

Liebe Laura,
natürlich sollte dies möglichst nicht passieren, aber wenn doch, solltest du den Mut aufbringen, dich im Unternehmen deiner Wahl trotzdem zu bewerben. Manchmal dehnen die Unternehmen die Fristen aus, weil sie beispielsweise die Stelle noch nicht besetzt haben. Falls der Job doch schon vergeben ist, kannst du dich eventuell auf eine Warteliste setzen oder dir Tipps geben lassen, was du bei der nächsten Bewerbungsrunde beachten solltest (außer die Frist zu versäumen ;)).

Fazit: Ein Nachfragen lohnt sich also immer. Falls die gewünschte Stelle nicht zu bekommen ist, muss ein Plan B her und eine Alternative gefunden werden. Bewerbungsfristen sind von Betrieb zu Betrieb übrigens unterschiedlich geregelt, also solltest du bei der Auswahl auf den Homepages der Unternehmen nach Hinweisen hierzu achten.

TEXT Anja Nacken, Kristina Krijom

FOTOS Sebastian Weimar