Im Prozess des stetigen Wandels – Die GMS Bredstedt treibt Nachhaltigkeitsprojekte aus tiefster Überzeugung voran

Im Prozess des stetigen Wandels – Die GMS Bredstedt treibt Nachhaltigkeitsprojekte aus tiefster Überzeugung voran

Die Flensburgerin Nina Berendsen hat 2019 ihr Referendariat in Bredstedt absolviert und ist seither an der Gemeinschaftsschule als Lehrkraft tätig. Neben ihren Unterrichtsfächern Kunst, Religion, VBB, Fotografie und Weltkunde engagiert sie sich für das Thema Nachhaltigkeit an der Schule. Bereits während ihrer Referendariatszeit hat sie sich daran beteiligt, Nachhaltigkeitsprojekte zu realisieren, für die die Schule als Zukunftsschule zertifiziert wurde.

Mit welchen Projekten haben Sie sich um das Siegel beworben?

Wir haben uns mit zwei Projekten beworben: zum einen mit dem Projekt ‚Wasser für alle’ und zum anderen mit dem Projekt der ‚Spielekisten’ für die Pausen. Gemeinsam mit den Schülerinnen und Schülern des damaligen Wahlpflichtkurses ‚fridays for future’ habe ich das Projekt Wasserspender erarbeitet; dafür konnten wir den Wasserverband Nord als Sponsor für einen Trinkwasserspender gewinnen. Dieser ist seit November 2020 installiert. Zusätzlich hat uns eine große Spende der Böttcher-Stiftung (Anm. der Redaktion: die Johann-Max-Böttcher-Stiftung engagiert sich insbesondere für den Umweltschutz, die Jugendförderung und regionale Projekte in Norddeutschland) in die Lage versetzt, jedem Schüler eine personalisierte und mit dem Schullogo versehene Edelstahl-Trinkflasche zur Verfügung zu stellen. Im letzten Jahr war es dann möglich, mit Hilfe dieser Spende in den 5. Klassen ebenfalls Brotdosen aus Edelstahl einzuführen. Das Projekt ‚Spielekisten’ haben zwei Kollegen zusammen mit der Schülervertretung großartig umgesetzt. Alle 5.und 6. Klassen können diese nun während der Pausen nutzen.

Welche Idee steckt dahinter, und was befindet sich in den Kisten?

Es geht um ein Spiel- und Bewegungskonzept, das die Schülerinnen und Schüler dazu animiert, die Pausen durch Bewegung und ein kreatives Miteinander zu gestalten. Die Kisten sind mit verschiedenen Inhalten, wie Bällen, Seilen und Kreiden zusammengestellt. Gerade während der Coronazeit haben sie sich in der Notbetreuung sehr bewährt. Die Kinder übernehmen Eigenverantwortung für ihre Klassenkisten und lernen auf diesem Weg auch den fairen Umgang untereinander.

Welchen erlebbaren Benefit hat das Projekt Trinkwasserspender/Trinkflaschen/Brotdosen?

Einerseits unterstützten diese Maßnahmen unser großes Anliegen, Plastikmüll einzusparen, und andererseits bieten wir den Schülerinnen und Schülern während des gesamten Schultages kostenloses Trinkwasser an. Der Spender hält gekühltes, stilles Leitungswasser sowie kohlensäurehaltiges Trinkwasser bereit, und jeder kann seine Flasche immer wieder auffüllen. Dies ist ein wichtiger Beitrag zur bewussten Ernährung und wird mit Begeisterung angenommen. Die Gemeinschaftsschule Bredstedt möchte damit als Vorbild zu mehr Nachhaltigkeit und Gesundheit im Schulleben beitragen. Ein weiterer Vorteil ist die Tatsache, dass die Schulranzen durch die wiederbefüllbaren Flaschen entlastet werden.

Welche neuen Ideen gibt es zur Förderung der Nachhaltigkeit an der Schule?

Wir arbeiten im Team von fünf Kollegen an der Entwicklung vieler Ideen. Eine Kollegin hat zum Beispiel den ‚Tauschrausch’ ins Leben gerufen. Das ist ein Kleidertausch-Projekt, bei dem Schülerinnen und Schüler Kleider untereinander tauschen, so dass ein Kreislauf der längerfristigen Verwertung angestoßen wird. Wir möchten uns künftig auch als Fairtrade-Schule positionieren und sind bereits daran, ein entsprechendes Gerät – genannt Fair-O-Mat – einzurichten, in dem fair produzierte Snacks angeboten werden. Vieles ist in Bewegung, auch wenn noch nicht alle Ideen ausgereift sind, ist es doch schön zu sehen, dass unsere Schülerinnen und Schüler mit großem Engagement an Bord sind.

Hat sich durch die Maßnahmen und im Laufe der letzten Jahre das Bewusstsein zum Thema Nachhaltigkeit generell verändert?

Auf jeden Fall! Besonders das Thema Müllvermeidung, dass wir auch im Unterricht ansprechen, hat die Schüler sensibilisiert. Der bewusste Umgang mit Ressourcen bei der Verwertung von Lebensmitteln oder die Diskussion über andere Probleme, wie beispielsweise die Entsorgung von Einwegmasken aufgrund des hohen Aufkommens, haben bei den Schülerinnen und Schülern zu einer Bewusstseinsschärfung beigetragen.

Die Schule besitzt ein eigenes Schulbiotop mit Streuobstwiese. Gibt es in diesem Zusammenhang weitergehende Pläne?

Wir planen eine stärkere Zusammenarbeit zwischen dem Fachbereich VBB und dem Biotop. Momentan denken wir darüber nach, dort Hochbeete anzulegen, in denen wir eigenes Gemüse ziehen. All diese Ideen unterliegen einem stetigen Prozess. Wir befinden uns in einer Zeit des gesellschaftlichen- und klimatechnischen Wandels, und es ist spannend zu beobachten, wie sich das Bewusstsein generell ändert.

Wie viel Einfluss hat das schulische Klima auf diese Prozesse?

Die Schule ist ‚jung’, auch im Bereich der digitalen Möglichkeiten. Das Kollegium ist offen für Veränderungen und geht mit der Zeit. Bei uns kann jeder etwas dazu beitragen, die Schule weiterzuentwickeln!

TEXT Anja Nacken
FOTO Reinhard Witt