Schülerstimmen der Friedrich-Junge-Schule 2022

Schülerstimmen der Friedrich-Junge-Schule 2022

Sechs Schülerinnen und Schüler, sechs Visionen von einem selbstbestimmten Lebensweg. ME2BE sprach mit Anna, Cinja, Karima, Leon, Milena und Slava über Fragen an ihre berufliche Zukunft. Deren Antworten können auch anderen bei der Suche nach der passenden Ausbildung oder dem geeigneten Studium helfen.

Ein Mädchen steht an draußen.Cinja, 14 Jahre

… liebt es, Menschen zu helfen, Action zu erleben und bevorzugt Arbeiten im Team.

Neben meiner Tätigkeit als Schulsanitäterin beteilige ich mich gerne an Schulaktivitäten – zum Beispiel dem Dekorieren der Turnhalle. Als ich jünger war, erlitt ich eine schwere Verbrühung und war sehr froh über die Hilfe. Ich helfe gerne, weil es sinnstiftend ist und sich gut anfühlt. Beruflich möchte ich auf jeden Fall etwas mit Menschen, Tieren oder im Bereich Sport machen. Ich voltigiere, fahre Einrad und spiele Handball. Bei meinem zukünftigen Arbeitsplatz ist es mir wichtig, nicht den ganzen Tag alleine an einem Platz zu sitzen. Teamarbeit und etwas mit Bewegung und Action spricht mich da viel mehr an. Eine Zeit lang hatte ich überlegt, Stuntfrau zu werden. Arbeitszeiten spielen für mich insofern eine Rolle, als dass ich später eine Familie haben möchte, aber gelegentliche Nachtschichten könnte ich mir vorstellen. Ich möchte weiter zur Schule gehen, das Abitur ablegen und vielleicht studieren. Bei der diesjährigen BOM werde ich mich bei der Polizei informieren und mich ansonsten umschauen, was dort für Jobs angeboten werden, die Teamwork und Action verbinden. Ansonsten berate ich mich, was meine berufliche Zukunft angeht, mit meinen Eltern. Das kommende Praktikum würde ich gerne bei der Polizei absolvieren. In zwanzig Jahren würde ich gerne in einem Haus wohnen, da ich bislang immer in einer Wohnung ohne Garten gelebt habe. Ich hätte gerne ein bis zwei Kinder und einen Mann, auf den ich mich verlassen kann.

Frage an die Zukunft: Auf welchen Plattformen (im Internet) kann ich mich über verschiedene Berufe informieren?

Liebe Cinja,

es gibt viele Webseiten, auf denen du dich informieren kannst. Ratsam ist es, deine Suche zunächst einmal einzugrenzen und dich zu fragen, ob du einen Beruf ausüben möchtest, dem eine Ausbildung oder ein Studium vorausgeht. Strebst du eher eine Ausbildung an, kannst du dich beispielsweise auf den Webseiten der Kammern, der Industrie- und Handelskammer, Handwerks- oder Ärztekammer informieren (je nach Beruf, gibt es noch viele weitere Kammern). Über (duale) Studiengänge kannst du dich bei Fachhochschulen und Universitäten informieren. Stehst du noch eher am Anfang deiner Suche, eignen sich Überblicksseiten, die dir generelle, aber auch präzisere Einblicke in Berufe und die dafür notwendigen Berufsausbildungen geben – zum Beispiel die Website der Agentur für Arbeit oder die Berufsorientierungsplattform DIGI:BO. Hier findest du zahlreiche Berufs- und Studierendenporträts sowie Übersichten zu Ausbildungen, (dualen) Studiengängen, Anforderungen (zum Beispiel der nötige Schulabschluss) und die Interessen, die du für die jeweilige Ausbildung / den jeweiligen Studiengang mitbringen solltest. Beide Seiten bieten dir – neben vielen anderen im Internet – auch via Interviews, Videos, Podcasts oder Reportagen konkrete Einblicke in Berufe und Berufswahltests. Je anschaulicher die Informationen, desto leichter fällt es dir, dich in dem Beruf zu sehen.
Fazit: Je besser du dich im Vorhinein informierst, desto eher findest du deinen Wunschberuf und ersparst dir „böse“ Überraschungen und einen möglichen Wechsel.

Ein Junge mit Saxophon.Leon, 15 Jahre

… findet die Laborwelt faszinierend, liebt Skandinavien und möchte einmal Fallschirmspringen.

In der Schule spiele ich regelmäßig Saxophon beim Willkommen der 5. und bei der Verabschiedung der 9. und 10. Klassen.
Zur Musik bin ich während meiner Grundschulzeit gekommen. Damals war ich der einzige, der einen Ton aus dem Saxophon bekommen hat. Nun spiele ich bereits seit fünf Jahren, privat auch in einem Orchester. Für mich hat Musik etwas Beruhigendes und Inspirierendes. Manchmal denke ich darüber nach, Musik zu studieren, aber dafür müsste ich noch ein Tasteninstrument erlernen. Erst einmal zieht es mich jedoch in den Chemiebereich und ich würde gerne eine Ausbildung als Fachkraft für Abwassertechnik absolvieren. In einem Praktikum konnte ich bereits erste Berufserfahrungen sammeln und war positiv überrascht. Die Laborarbeit war sehr spannend, genauso wie die Anlage, die das Abwasser aufbereitet. Bei meinem späteren Job lege ich Wert auf ein gutes Arbeitsklima und die Tätigkeit soll mir Freude bereiten und abwechslungsreich sein. Die BOM hat mich dazu inspiriert, in diesem Bereich nach einer Ausbildung zu suchen. Zunächst wollte ich Chemielaborant werden, habe dann aber auf der darauffolgenden BOM weitere pharmazeutische Bereiche und das Landeslabor kennengelernt, so festigte sich mein Wunsch nach einer Labortätigkeit. Dieses Jahr möchte ich mich auf der BOM über außergewöhnliche Berufe wie Tiefseetaucher informieren, da ich gerne tauche. Ein kleines berufliches Vorbild ist mein Bruder. Er ist Tischler und sehr talentiert. Ich schätze es, wenn man Experte auf seinem Gebiet ist. In zwanzig Jahren würde ich gerne in einem Haus in Finnland oder einem anderen skandinavischen Land leben, mit zwei Kindern und einem Hund.

Frage an die Zukunft: Wie wird sich die Arbeit im Labor verändern?

Lieber Leon,

zwei der wichtigsten Leitthemen unserer Zeit – Nachhaltigkeit und Digitalisierung – machen auch vor der Arbeit im Labor nicht Halt. Nicht zuletzt durch die Pandemie sind Labore aktuell noch gefragter als sonst. Der daraus resultierende Druck erhöht die Anforderungen an effizientes Arbeiten und Flexibilität. Nachhaltiges Wirtschaften und der verantwortungsbewusste Umgang mit Ressourcen ist auch in Laboren ein wichtiges Thema. Viele Unternehmen sind bemüht, ihren ökologischen Fußabdruck zu verringern. Dieser fällt in Laboren relativ groß aus, da häufig Einmalartikel zum Einsatz kommen. Das Credo: Reduce, Reuse und Recycle sowie Produkte aus Bioplastik und recyclebarem Plastik spielen eine große Rolle. Das digitale „Labor 4.0“ ist nachhaltiger, da seine moderne Informations- und Kommunikationstechnik Abläufe zwischen Menschen, Geräten, Anlagen und Produkten vernetzt und optimiert. Zudem steigen im Zuge der Digitalisierung Datenmengen und damit auch der Bedarf an leistungsfähiger Software. Sie ermöglicht den Laboranten, Vorgänge auszuwerten und zu überblicken. Demnach ist Laborarbeit heutzutage und in Zukunft auch immer in erheblichem Maße mit Arbeit am Computer verknüpft.
Fazit: Ähnlich wie andere Branchen vollzieht auch das Labor weitere Schritte in Richtung Nachhaltigkeit und Digitalisierung und ist in Zeiten globaler pandemischer Herausforderungen gefragter denn je.

Ein Mädchen sitzt an einem Klavir.Milena, 14 Jahre

… tröstet gerne andere mit ihrem Klavierspiel und möchte eine Kinderärztin werden, bei der man sich wohlfühlt.

An der Schule bin ich häufiger bei Auftritten am Klavier zu sehen – zum Beispiel beim Willkommen der 5. und der Verabschiedung der 9. und 10. Klassen. Ich bin zwar immer aufgeregt, aber freue mich, wenn ich andere mit meiner Musik unterhalten oder privat Menschen trösten und aufbauen kann. Es ist mir eine Ehre, vor so vielen Menschen spielen zu dürfen. Deshalb überlege ich auch, auf privaten Veranstaltungen wie Hochzeiten zu spielen. Außerdem bin ich Schulsanitäterin, da ich gerne helfe und mir gefällt, dass man durch das erlernte Wissen eine gewisse Sicherheit in Gefahrensituationen erhält. Später möchte ich gerne Kinderärztin in einer Praxis werden. Meine eigene Kinderärztin ist ein großes Vorbild für mich. Bei der BOM möchte ich mich daher beim Städtischen Krankenhaus und beim UKSH über Berufe im Medizinsektor informieren und mich über ein mögliches Praktikum informieren. Nach der Schule plane ich, auf das RBZ zu wechseln und dort an der Berufsoberschule meinen Abschluss mit dem Schwerpunkt Gesundheit und Soziales abzulegen. Daran anschließend möchte ich das Abitur absolvieren und an einer Uni Medizin studieren. Ich wünsche mir, dass sich Patienten später bei mir wohlfühlen und ich mit einem netten Team arbeiten kann. In zwanzig Jahren sehe ich mich als Ärztin und möchte gerne einen eigenen Flügel besitzen, auf dem ich dann spiele.

Frage an die Zukunft: Welche Eigenschaften brauche ich als Ärztin?

Liebe Milena,

das Erste, was einem auf die Frage wohl einfällt, ist die Gegenfrage: Kannst du Blut sehen? Neben dieser gängigen Frage gibt es natürlich noch jede Menge anderer Eigenschaften, die es braucht, um eine gute Ärztin zu sein. Du solltest hilfsbereit sein und gerne nah mit und am Menschen arbeiten, zudem solltest du flexibel, aufmerksam und empathisch sein, also dich in deine Patienten und ihr Leiden hineinversetzen können, um ihnen gezielt zu helfen. Neben Blut sollten dich – je nachdem, auf welchen Fachbereich du dich als Ärztin spezialisieren möchtest – auch andere Körperflüssigkeiten nicht von deiner Arbeit abschrecken. Ebenfalls solltest du eine ordentliche Portion Stressresistenz, Entscheidungsstärke und Belastbarkeit mitbringen. Gerade wenn du Kinderärztin werden möchtest, kann es auch mal lauter und anstrengender werden. Da ist ein Ruhe ausstrahlendes Gemüt gefragt und die nötige Geduld und Zeit zum Trösten, damit aus den kleinen Tränen am Ende womöglich ein dankbares Lächeln wird und dich deine kleinen Patienten gerne wieder besuchen. Sowohl für die Kinder, aber besonders für die Eltern ist es wichtig, dass du die Fähigkeit beherrschst, komplexe Sachverhalte simpel wiederzugeben.
Fazit: Neben dem fachlichen Wissen, das du im Studium erwirbst, solltest du als Ärztin vor allem gerne Menschen helfen wollen, geduldig und entscheidungsstark sein sowie keine Scheu vor dem Körper und seinen Funktionen haben.

Ein Junge sitzt auf einer Wiese.Slava, 16 Jahre

… möchte als Tierarzt gerne Tieren helfen und entwickelt Zuhause sein eigenes PC-Game.

Ich bin vor sechs Jahren aus Russland hergezogen, weil meine Mutter hier studieren wollte. Deutsch zu lernen war nicht einfach, hat mir aber auch Spaß bereitet. Als erstes fiel mir an der Schule in Deutschland auf, dass man hier keine Schuluniform trägt und die Pausen draußen verbringt. In der vierten Klasse, der ersten Klasse, die ich in Deutschland besucht habe, durfte man sogar Hausschuhe tragen. Da meine Englischkenntnisse recht gut sind, konnte ich mich anfangs wenigstens mit den Lehrerinnen und Lehrern verständigen. Inzwischen ist Schule für mich ein Ort des Lernens, aber auch spannend und ein Ort, an dem man seine Freunde trifft. In Zukunft könnte ich mir einen Beruf im IT-Bereich, aber auch als Tierarzt vorstellen, da ich Tieren gerne helfe. Weil ich mich für den Medizinbereich interessiere, habe ich auch die schulische Ausbildung zum Schulsanitäter absolviert. Mein Praktikum habe ich an einer Grundschule absolviert, aber ich finde, dass man als Lehrer zu sehr im Mittelpunkt steht. Bei der BOM möchte ich mich über den IT-Bereich und Ausbildungsmöglichkeiten in der Branche informieren. Es wäre toll, später in einem netten, entspannten Team ohne massiven Zeitdruck zu arbeiten. In zwanzig Jahren hätte ich als Tierarzt gerne ein schönes Zuhause und eine Katze.

Frage an die Zukunft: Mit welchen Hilfsmitteln könnte ich meinen Traumberuf finden?

Lieber Slava,

um deinen Traumberuf zu finden, eignen sich einige Hilfsmittel. So kannst du eine Berufsberatung in Anspruch nehmen – zum Beispiel direkt an deiner Schule, ansonsten zum Beispiel bei der Agentur für Arbeit. Du kannst an Berufsorientierungsmessen wie der BOM oder der BIM teilnehmen und dich vor Ort direkt mit Unternehmen und Hochschulen unterhalten oder du besuchst Hochschulinformationstage oder sogar Probevorlesungen, um deinem Traumberuf näher zu kommen. Auch das Internet bietet dir zahlreiche Möglichkeiten, dich zu informieren. Neben der Webseite der Agentur für Arbeit und den Seiten der Kammern, wie zum Beispiel der Industrie- und Handelskammer oder der Handwerkskammer vermitteln Berufsorientierungsseiten, zum Beispiel die Seite DIGI:BO, dir spannende Einblicke in unterschiedlichste Berufe. Die Seiten bieten dir mittels Studienporträts, Interviews, Reportagen, Videos und Podcasts konkrete und lebhafte Einblicke in Berufe und sogar Berufswahltests. Je anschaulicher die Einblicke, desto leichter wird es dir fallen, deinen Traumberuf zu finden. Daher bietet es sich auch an, verschiedene Praktika zu absolvieren oder mal für eine kürzere Zeit in einem Betrieb zu hospitieren – eine bessere Möglichkeit, dir mit deinem Wunschberuf sicher zu sein, gibt es nicht.
Fazit: Viele Hilfsmittel können dir dabei helfen, deinen Traumberuf zu finden. Am besten, du nutzt verschiedene Angebote. Jede Recherche, jedes Gespräch und jeder Praxiseinblick wird dich deinem Traumberuf ein Stück näher bringen.

Ein Mädchen lacht.Karima, 14 Jahre

… möchte Verantwortung übernehmen, helfen und die Zukunft als Lehrerin mitgestalten.

Als Schulsanitäterin und Klassensprecherin mag ich es, Verantwortung zu übernehmen und meine empathische und lösungsorientierte Art auszuleben. Beruflich möchte ich auch als Lehrerin Verantwortung übernehmen und eine nachhaltige Zukunft mitgestalten. Ich möchte keine strenge Lehrerin sein, sondern humorvollen, digitaleren Unterricht geben, der Schülerinnen und Schüler dazu motiviert, gerne in die Schule zu gehen. Außerdem wäre ich gerne vertrauensvolle Ansprechpartnerin, wenn jemand Zuhause Probleme hat. Ich finde es sehr wichtig, dass Lehrerinnen und Lehrer freundlich und auf Augenhöhe kommunizieren. Hinsichtlich der Fächerkombination kann ich mir Geschichte und Mathe vorstellen. Schule ist für mich mehr als ein Ort des Lernens. Man findet hier Freunde – vielleicht fürs ganze Leben. Sie ist ein Stück weit Zuhause und für mich mit Verständnis, aber auch teilweise mit Angst assoziiert. Es gab einen Schlüsselmoment für mich, Lehrerin werden zu wollen: als ich einem Mitschüler etwas in Mathe erklärte, was er beim Lehrer nicht verstanden hatte, bei mir aber schon. Erklären macht mir Spaß und es hinterlässt das gute Gefühl, jemandem geholfen zu haben. Ich habe auch ein Praktikum beim Kinderarzt als Medizinische Fachangestellte absolviert und könnte mir diesen Weg als Plan B vorstellen. Von der diesjährigen BOM erhoffe ich mir, noch mehr Berufe kennenzulernen – womöglich einen Plan-C-Job. In zwanzig Jahren möchte ich als Lehrerin arbeiten, verheiratet sein, einen Sohn und eine Tochter haben und in einem schönen Haus leben. Außerdem möchte ich weiterhin mit meiner Familie in engem Kontakt stehen.

Frage an die Zukunft: Welche Voraussetzungen brauche ich, um Lehrerin zu werden?

Liebe Karima,

um Lehrerin zu werden, solltest du gerne Verantwortung übernehmen, kommunikativ sein, ein gutes Selbstbewusstsein mitbringen und dich für Pädagogik und Didaktik interessieren. Selbstredend solltest du gerne mit jungen Menschen arbeiten und mit Vorliebe Sachverhalte präsentieren. Einige deiner Lehrerinnenaufgaben wirst du von zu Hause aus erledigen. Für das Korrigieren von Klausuren und die Unterrichtsvorbereitung solltest du über eine gute Selbstorganisation sowie Selbstmotivation verfügen. So viel zu den Soft Skills. Um an einer Universität oder einer gleichgestellten Hochschule Lehramt zu studieren, benötigst du das Abitur, denn mit der allgemeinen Hochschulreife bewirbst du dich um einen Studienplatz. Inzwischen bieten die meisten Unis und Hochschulen das Lehramtsstudium als Bachelor- und Master-Studiengang an. Nachdem du dich für eine Institution entschieden hast, wählst du die Fächer für dein Lehramtsstudium, deine späteren Unterrichtsfächer, die während des Studiums deinen Schwerpunkt bilden. Da die Lehrerausbildung von den Bundesländern selbst geregelt wird, können sich die Voraussetzungen unterscheiden und du solltest sie sicherheitshalber bei deiner Wunschhochschule recherchieren.
Fazit: Neben dem Abitur kommt es beim Lehramtsstudium besonders auf Soft Skills wie Selbstorganisation, Durchsetzungsvermögen und ein Händchen für Pädagogik und Didaktik an.

Ein Mädchen hält einen beschrifteten Zettel hoch.Anna, 15 Jahre

… liebt es, sich kreativ auszutoben, hilft gerne Menschen und Tieren und hat als nächstes ein Graffiti-Werk auf der Bucket List.

Durch die Werkstatttage, in denen wir drei unterschiedliche Berufe kennenlernen konnten, wuchs der Wunsch in mir, später einmal in der Hotelbranche zu arbeiten – allerdings müsste ich dafür noch an meinem Englisch feilen. Auf der anderen Seite liebe ich es, zu entwerfen und wenn an der Schule etwas Kreatives entwickelt werden soll, werde ich häufig mit einbezogen – zum Beispiel beim Gestalten der Turnhalle. Meine dritte Leidenschaft gilt der Hilfsbereitschaft. Ich bin Schulsanitäterin, weil ich gerne Menschen in Notlagen beistehe und für sie da sein möchte, damit sie diese gut überstehen. Aber auch Tieren helfe ich sehr gerne. Neben meiner großen Liebe – meiner ungarischen Hündin Holly – kann ich mir gut vorstellen, für weitere Tiere da zu sein und spiele mit dem Gedanken, das Praktikum im Dezember beim Tierarzt zu absolvieren. Ich arbeite gerne im Team und möchte zukünftig nicht den ganzen Tag im Büro sitzen. Außerdem lege ich Wert auf ein freundliches Arbeitsklima. Für den Einstieg wären mir die Arbeitszeiten nicht so wichtig, aber ich möchte später einmal eine Familie haben, da würde ich dann gerne im Vor- und Nachmittagsbereich arbeiten. In zwanzig Jahren möchte ich ein oder mehrere Kinder haben, auf dem Dorf leben und vielleicht einen Mann oder eine Frau an meiner Seite haben.

Frage an die Zukunft: Wie wichtig sind Fremdsprachen für meinen Berufswunsch?

Liebe Anna,

für deinen Wunsch, Tierärztin zu werden, ist es zwar ratsam, Latein als Schulfach gehabt zu haben, da es einem das Medizinstudium erleichtern kann, jedoch ist es keine Voraussetzung. Solltest du kein Latein an der Schule belegt haben, erwarten viele Hochschulen, dass du während des Veterinärmedizinstudiums im ersten Semester einen Terminologiekurs belegst, damit du die für deinen Beruf relevanten Fachbegriffe kennenlernst. Es ist möglich, dass am Ende des Kurses eine Klausur ansteht, die es zu bestehen gilt. In deinem Wunschstudium spielen neben den medizinischen Aspekten vor allem bio- logische (Anatomie, Physiologie, Genetik, Biochemie) als auch naturwissenschaftliche Grundlagen (chemisches, physikalisches, zoologisches, botanisches Fachwissen) eine Rolle, daher ist es ratsam, in diesen Fächern bereits in den Schule aufzupassen.
Fazit: Latein in der Schule zu belegen, ist für deinen Berufswunsch, Tierärztin zu werden, von Vorteil, jedoch nicht zwingend notwendig.

TEXT Sophie Blady, Kristina Krijom
FOTO Sebastian Weimar