Die Bereitschaft zur Weiterentwicklung ist wichtig!

Die Bereitschaft zur Weiterentwicklung ist wichtig!

Nicht nur für die Schüler ist das neue Schuljahr gestartet. Auch für die Elternvertreter gilt es, die Arbeit wieder aufzunehmen und sich nach den Erfahrungen des Corona-Jahres verstärkt mit den anstehenden Themen und Herausforderungen zu befassen. Eine kleine Bestandsaufnahme und einen Ausblick haben wir mit der Elternvertreterin Susann Held-Sturm gewagt.

In SH hat gerade die Schule wieder begonnen. Mit welchen Gefühlen sind Sie in der Eigenschaft als Elternvertreterin in das neue Schuljahr gegangen?

Ich habe mich zunächst einmal gefreut, dass die Ferien gut verlaufen sind – alle etwas Zeit hatten, die letzten Monate hinter sich zu lassen, so dass jetzt die Schule neu starten kann. Natürlich habe ich die Hoffnung, dass nun der Unterricht dauerhaft wieder in der Schule stattfindet.

Die GGS ist eine Modellschule im Bereich digital gestützter Lernformen. Hat sich Ihrer Meinung nach das System bewährt?

Das System an der GGS hat sich mit Sicherheit bewährt. Sowohl die Kinder und Jugendlichen als auch die Lehrerinnen und Lehrer sowie die Eltern mussten nicht ganz von vorne anfangen, alle hatten bereits eine Basis.

Gab es Dinge, die in dieser Hinsicht – im negativen oder im positiven Sinn – überdacht oder verstärkt werden müssen?

Es gibt immer Dinge, die verbessert werden können, einfach weil sie sich weiterentwickeln. Wir waren alle in einer Krisensituation, und ich habe erlebt, dass die GGS sehr professionell und mit Ruhe dieser Krise entgegengetreten ist.

Wie sind Ihre Erfahrungen auch vor dem Hintergrund Ihrer beruflichen Praxis als Therapeutin? Wird das System alle Kinder ,mitnehmen’ können bzw. wird sich auch die schulische Welt komplett neu aufstellen müssen?

Das bestehende System hat sicherlich nicht alle Kinder mitgenommen. Während der Zeit des Lockdowns wurde sichtbar, dass viele Kinder und Jugendliche ohne Unterstützung mit den Aufgaben zu Hause überfordert waren und was Schule, außerhalb der Wissensvermittlung für Kinder, Jugendliche und Familien noch alles bedeutet. Schule kann den Kindern und Jugendlichen auf ihrem Weg offensichtlich auch Struktur, Halt, Kontakte und eine Art von Entfaltung geben, deren wirkliches Ausmaß und Bedeutung erst durch die Pandemie und die verbundenen Schulschließungen deutlich wurde. Also sollten wir doch alle daraus lernen und unsere Ressourcen nutzen. Alles umzustellen – das wäre zu weit gegriffen.

Wo hat eine gelungene Kommunikation zwischen Eltern und Kindern im schulischen Bereich Ihrer Meinung nach die meisten Schwachpunkte der Pandemie?

Zunächst einmal ist es mir wichtig zu erwähnen, dass die Kommunikation zwischen Lehrerinnen, Lehrern und Eltern nach eigenen Erfahrungen an der GGS sehr positiv ist.  Ich kann nur vermuten, wo Schwachstellen liegen könnten. So zum Beispiel an den Stellen, an denen nicht beide Gesprächspartner das gleiche Anliegen verfolgen, unterschiedliche Motivationen mitbringen oder aneinander vorbeireden.

Wie wirkte sich die Pandemiesituation auf die schulischen Angebote zur Beruflichen Orientierung aus?

Die Berufsorientierung hinsichtlich Hilfen oder Messen konnte, wie alles andere auch, nicht in Präsenz stattfinden, wodurch vieles vielleicht zu kurz gekommen ist.  Für die Betroffenen ist das sicherlich schwierig gewesen und ist es auch noch. Trotzdem ist aus meiner Sicht zu keiner Zeit der Eindruck entstanden, dass man den Kopf in den Sand steckt und nicht alles versucht, um mit der Lage gut umzugehen.

Wenn Sie einen Wunsch frei hätten, was würden Sie sich für das System Schule-Kinder-Eltern am meisten wünschen?

Ich wünsche mir für das System Schule Motivation, Engagement, Freude und Spaß am Lernen und die Bereitschaft, sich immer weiter zu entwickeln.

 

TEXT Anja Nacken
FOTO privat