Von Bäckern, Barbieren und Berufen – Tag der beruflichen Bildung 2017 am BBZ Schleswig

Von Bäckern, Barbieren und Berufen – Tag der beruflichen Bildung 2017 am BBZ Schleswig

Es war zwar noch dunkel, als wir am 21.11. 2017 am BBZ in der Wikingerstadt Schleswig ankamen, doch eines wurde uns beim Betreten des modernen Berufsbildungszentrums gleich klar: Hier schläft niemand mehr, denn die Vorbereitungen zum ‚Tag der beruflichen Bildung‘ waren in vollem Gange. Kein Wunder, denn an diesem Tag sollten sich zahlreiche Aussteller im BBZ einfinden … und auch die verschiedenen Klassen des Zentrums zeigten sich von ihren besten Seiten. Grund genug für uns, die ganze Sache mal genauer anzusehen!

Kaum ging es los, trafen auch schon die ersten Schüler an unserem Stand ein. “Ich brauche mal eure Hilfe, was gibt es noch für Fachhochschulen, außer die in Kiel?”, fragte uns Timo sofort. Klar, dass wir Timo unsere aktuelle Ausgabe der Campus, mit dem Schwerpunkt auf das Studieren an Fachhochschulen, mitgegeben haben und ihm unseren Hochschulindex zeigten. Bei so vielen Möglichkeiten ist sicher auch etwas für Timos Geschmack dabei.

Gute Laune am BBZ Schleswig

Gute Laune am BBZ Schleswig

Als besondere Aktion hatten wir Moritz Wellmann vom Fotostudio Renard dabei, der zum Sonderpreis Bewerbungsbilder von den Schülerinnen und Schülern des BBZ schoss … und die ein oder andere Frage zum Beruf des Fotografen konnte er dabei auch noch beantworten. Visagistin Katrin unterstützte ihn tatkräftig und optimierte das Make-up der Modelle noch schnell für das bestmögliche Bewerbungsfoto.

Moritz bei der Arbeit

Bitte recht freundlich … Moritz bei der Arbeit

Als wir Hunger bekamen und dem Duft von frisch Gebackenenem, der in der Luft lag, folgten, führte uns die Fährte zu den Klassenräumen der Bäckerklasse des BBZ. Frau Ebsen-Diekert erzählte uns dort, wie wichtig es ist, dass die angehenden Bäcker/innen auch mal in der Lernküche backen können. “Sie lernen hier alles, vom Erstellen eines Rezeptes, bis zum Verzieren des gebackenen Produkts. Dass sie hier Fehler machen dürfen, trägt wesentlich zum Lernprozess bei … im Betrieb selbst sind grobe Fehler natürlich schlecht und oft ist die Zeit knapp. Hier können die Schüler sich ausprobieren.” Wir probierten auch, nämlich die wirklich leckeren Berliner, die die Lehrlinge des ersten Lehrjahres, trotz aller Aufregung, mit viel Spaß herstellten und verkauften. Danke für diesen leckeren Einblick in eure Ausbildung!

Füllgerät für Berliner

Kein Folterinsturment, sondern ein Füllgerät für Berliner.

Den ganzen Tag über führten wir viele interessante Gespräche mit Schülern, die ganz unterschiedliche Vorstellungen von ihrer Zukunft hatten. Was uns sehr freute war, dass viele von ihnen sehr zielstrebig und ehrgeizig waren … und das können wir nur unterstützen. Wir sprachen zum Beispiel mit Kathi (20) und Lydia (19), die sich heute zwar überall informierten, aber eigentlich schon wussten, was sie wollten. Lydia hat sich in ganz Deutschland beworben, um später einmal Hebamme zu werden. Kathi würde am Liebsten “etwas mit Medizin” studieren, hat aber Bedenken. Sie glaubt, dass sie vielleicht nicht den nötigen NC (Notendurschnitt) für das Medizinstudium erreicht und schaut nun, was noch so möglich ist. Gut, dass wir die Gesundheits-Specials unserer Campus (hier und hier) und Hiergeblieben dabei hatten. Vielleicht kann Kathi darin noch ein paar neue Inspirationen finden … und Lydia drücken wir alle Daumen, dass sie ihren Platz bekommt.

Ich wollte, dass alle effektiv arbeiten können und sich wohlfühlen.
-Silke Reintjes

Was uns an diesem Tag außerdem besonders freute, war die Begegnung mit Teilen der Mittelstufe der Friseurklassen. Frau Silke Reintjes begrüßte uns freudig und zeigte uns das komplett neu und hochmodern eingerichtete Klassenzimmer der Friseurklassen. “Ich wollte, dass alle effektiv arbeiten können und sich wohlfühlen. Außerdem wird natürlich auch in den Betrieben die Technik immer moderner, da wollten wir den Schülern ermöglichen, unter realistischen Bedingungen zu lernen.” Das finden wir sehr vorbildlich, liebe Frau Reintjes.

Eines der Modelle der Friseurklasse

Eines der Modelle der Friseurklasse

Wir trafen außerdem auf den 23- jährigen Kevin Grabowski, der im Moment im zweiten Lehrjahr ist und über Umwege zum Friseurberuf gekommen ist. “Ich habe ganze vier Jahre gebraucht, bis ich zu dieser Ausbildung gekommen bin”, verrät uns Kevin. “Ich wollte erst zur Bundeswehr, dort wurde ich ausgemustert. Dann habe ich verschiedenste Praktika gemacht, zum Beispiel in der Gastronomie und im Schwimmbad. Die haben mir zwar gefallen, aber es hat nie so richtig Klick gemacht. Als mir dann im allerletzten Moment eine Ausbildungsstelle abgesagt wurde, musste ich mir etwas einfallen lassen … und so bin ich dazu gekommen, im Salon meiner Mutter zu arbeiten und die Ausbildung zum Friseur anzufangen. Ich hätte nie gedacht, dass ich in diesem Beruf so aufgehen würde. Ich will nach der Ausbildung so schnell wie möglich meinen Meister machen und habe auch schon ein paar Weiterbildungen im Auge.” An seinem Beispiel kann man also sehen, dass man manchmal das Glück ganz woanders findet, als vermutet. Kevin ist jedenfalls mit Leidenschaft dabei … und das merkt man!

Kevin bei der Arbeit

Kevin zeigt uns, was zum Friseurjob dazugehört

Ihr seht,  dass das BBZ eine Berufsinformationsmesse auf die Beine gestellt  hat, bei der für jeden Geschmack etwas dabei ist. Die Mischung aus “klassischen” Ausstellern und den wirklich gelungenen Aktionen der verschiedenen Klassen lässt keine Langeweile zu. Wir finden, dass das BBZ selbst ein großes Lob verdient! Nicht nur für ausgesprochen leckere Berliner, sondern auch für das Engagement und die Begeisterung, die hier an den Tag gelegt wird. Wir freuen uns schon auf’s nächste Jahr!

Alles Liebe
eure ME2BEs

TEXT Jana Limbers
FOTOS Jana Limbers