Janine: Wird Notfallsanitäterin bei der RKiSH

Janine: Wird Notfallsanitäterin bei der RKiSH

Janine Lüthje (22) erzählt von ihrer Ausbildung zur Notfallsanitäterin  bei der der RKiSH

„Ich habe mich mit dem ‚Virus‘ Gesundheit, Medizin, Rettungsdienst schon in meiner Kindheit angesteckt. Meine Schwester ist Arzthelferin und mein Papa war früher ehrenamtlicher Rettungsassistent. Ich erinnere mich noch daran, dass ich als kleines Mädchen am Wochenende zu Hause saß und auf meinen Papa gewartet habe, bis er von seinen Einsätzen nach Hause kam. Nach dem Abitur war mir eigentlich noch nicht klar, in welche berufliche Richtung ich gehen sollte. Den Beruf der Hebamme fand ich interessant, doch davon riet mir meine Mutter ab. Sie  meinte, das passe nicht zu mir. Erst mal ins Ausland, war dann mein Gedanke. Ich war ein Jahr lang Au pair in San Antonio, Texas. Meine Gastmutter dort war Ärztin in einer Notaufnahme, so ähnlich wie bei ‚Emergency Room‘. Da habe ich sie manchmal besucht und ihr zugeschaut, wie sie täglich Leben rettet. Da war es wieder, das Thema Rettungsdienst! Zurück zu Hause habe ich dann auf meiner jetzigen Rettungswache in Wedel ein Praktikum gemacht, und danach stand mein Entschluss fest: Ich möchte eine Ausbildung zur Notfallsanitäterin beginnen. Diesen Virus werde ich nicht mehr los. Da helfen auch keine Antibiotika!

Mein Interesse an dem Beruf ist jetzt nach einem halben Jahr Ausbildung noch weiter gestiegen. Meine Erwartungen an die Ausbildung wurden tatsächlich übertroffen. Es macht einfach riesigen Spaß, hier zu sein. Die Firma kümmert sich sehr um uns. Man hat nie das Gefühl, allein zu sein. Sowohl die Dozenten an der Akademie als auch die Ausbilder auf der Wache sind ständig ansprechbar und sehr hilfsbereit.

Für die Ausbildung sollte man ein gewisses Maß an Selbstbewusstsein mitbringen. So freundlich und hilfsbereit alle sind … durchsetzen muss man sich allein. Humor gehört auch dazu! Ich glaube schon, dass Notfallsanitäter und Rettungsassistenten eine gewisse Personengruppe für sich sind. Zum Beispiel haben wir alle einen ähnlichen, etwas makabren Humor. Wir dürfen den Alltag, also beispielsweise die Geschehnisse an einer Unfallstelle, zu der wir gerufen werden, emotional nicht persönlich nehmen, nicht zu nah an uns rankommen lassen. Vielleicht muss man so etwas entwickeln, um das ständige Wechselspiel von Nähe und Distanz hinzubekommen. Auch von anderen Freunden und Bekannten höre ich immer wieder den Satz: ‚Ich könnte das nicht, was ihr macht.‘ Insofern sind wir speziell. Wir können das und wollen das machen!

„Es gibt gute Übernahmechancen bei der RKiSH, und die möchte ich auf jeden Fall nutzen. Ich möchte später erst mal in dem erlernten Beruf arbeiten. Vielleicht möchte man irgendwann mal raus aus dem Schichtdienst, doch ich weiß nicht, was in zehn bis fünfzehn Jahren sein wird. Mir liegt eher das Praktische. Ein Studium kommt für mich daher nicht infrage.“

TEXT Christian Dorbandt
FOTO Christian Dorbandt