Der aus Friedrichstadt stammende Kim Koltermann ist Lehrer für Deutsch und Englisch. 2007 kam er als Vertretungslehrer an die Schule und hat dort anschließend seine Referendariatszeit absolviert. Seit er zum Kollegium gehört, ist er WPU-Lehrer für das Fach „Öffentlichkeitsarbeit”, Koordinator der OGS und Öffentlichkeitsbeauftragter der Schule.
Als WPU-Lehrer kümmern Sie sich um das Fach ‚Öffentlichkeitsarbeit‘. Was ist Hauptbestandteil des Unterrichts?
Ein Schwerpunkt unserer Arbeit liegt auf der Gestaltung unseres Jahrbuches. Die frühere Schulzeitung ist zugunsten eines Jahrbuches umgestaltet worden und umfasst regelmäßig etwa 200 Seiten. Bis zum Abschluss eines jeden Schuljahres texten und layouten wir in meinem Kurs die neue Ausgabe. Inhaltlich werden alle Aktivitäten der Schule zusammengetragen. Interviews mit einzelnen Funktionsträgern, den Lehrkräften und die Schülerprofile der Absolventen runden die Jahresausgabe ab. Alle Arbeitsschritte bis hin zum fertigen Druckerzeugnis werden durch die Schülerinnen und Schüler des Kurses umgesetzt. Das ist eine anspruchsvolle Aufgabe für alle und darüber hinaus im Ergebnis eine Bereicherung für unser Schulleben, aber auch fürs Schularchiv.
Wie viele Schülerinnen und Schüler sind in diesem Kurs, und welche Aufgabengebiete gibt es neben der Gestaltung des Jahrbuchs?
Die Klassenstärke wechselt je nach Jahrgang, aber in der Regel sind es 10 bis 15 Personen, die sich um das Jahrbuch und den Inhalt unserer Schulhomepage kümmern. Alle Projekte beziehungsweise Veranstaltungen werden fortlaufend durch die Schülerinnen und Schüler journalistisch, unter meiner Anleitung, aufbereitet. Wir sehen es als unseren Auftrag, die Freude an der Sprache zu fördern und verschiedene Ausdrucksformen zu vermitteln. Das reicht von der Bedienung klassischer Printmedien bis hin zu neuen digitalen Formaten. In Zusammenarbeit mit dem Bürgermeisteramt haben wir beispielsweise das Projekt ‚Smart City Influencer’ der Stadt Bredstedt ins Leben gerufen. Unser Ziel: Unternehmen und Vereine in Bredstedt und Umgebung in den sozialen Medien zu präsentieren. Momentan kümmern sich drei Schülerinnen aus meinem Kurs um Interviews und Postings via Facebook. Regelmäßig findet auf diesem Kanal aktuelle Berichterstattung statt, und die Schülerinnen und Schüler lernen auf diesem Wege eigene Präsentationsformen und wichtige Werkzeuge der Kommunikation.
Orientieren sich denn auch einige beruflich in Richtung Journalismus?
Nicht unbedingt konkret in Richtung Journalismus, aber der Feinschliff der Redegewandtheit und Ausdrucksweise kommt in vielen Studienfächern oder Berufsausbildungen zum Tragen und ist daher generell von Vorteil.
Inwiefern lassen Sie den Schülerinnen und Schülern freie Hand bei der Themensuche?
Wir haben erfahrungsgemäß immer sehr gute Leute im Kurs, die schnell selbständig arbeiten können. Aber natürlich bringe ich meine Erfahrung ein. Als Student habe ich bereits journalistisch gearbeitet und zum Beispiel Ruderweltmeisterschaften kommentiert. In Verbindung mit meiner Ausbildung im Fach Deutsch ist mir die Sprache sehr wichtig und ich gebe Tipps, sowohl bei der Themenauswahl als auch bei der Texterstellung.
Wenn Sie bereits früher journalistisch gearbeitet haben, wieso haben Sie sich dann doch für ein Lehramt entschieden?
Damals war ich tatsächlich im Zwiespalt zwischen den beiden Berufsfeldern. Ausschlaggebend waren letztendlich meine Erfahrungen als Trainer im Bereich Jugendsport. Die Arbeits- und Motivationsmöglichkeiten hier haben mich einfach mehr begeistert und erschienen sinnstiftender.
Hand aufs Herz, wie viel Heimatverbundenheit hat bei der Entscheidung auch eine Rolle gespielt?
Ganz ehrlich … eine große! Dadurch, dass ich hier in der Gegend groß geworden bin, bin ich stark verwurzelt, und als Lehrer hatte ich die größere Chance in meiner Heimat zu arbeiten.
Nochmal kurz zum Jahrbuch. Der Druck von 200 Seiten muss auch finanziell machbar sein. Wie bestreiten Sie die notwendigen Mittel?
Durch die gute Vernetzung mit vielen regionalen Betrieben oder die Hilfe des Bürgerwindparks Reußenköge. Ohne Anzeigen und Sponsoring könnten wir das Buch nicht realisieren. Hier zeigen sich alle sehr großzügig, und auch die Schülerschaft beteiligt sich durch einen kleinen Obolus durch den Erwerb des Jahrbuchs an den Kosten.
Existiert auch ein Sponsoring durch die Medien im Umkreis?
Ein Sponsoring nicht, aber die Unterstützung der Zeitungsverlage via Berichterstattung ist ausgezeichnet. Wir pflegen eine gute Zusammenarbeit, die beiderseits auf qualitativ guter und authentischer Arbeit beruht.
Am 29. April fand an der Schule ein Spendenlauf zugunsten der Ukrainehilfe statt. 2021 wurde für die Opfer der Flutkatastrophe ebenfalls einer veranstaltet. Ein klares Zeichen für ein ausgeprägtes Engagement der Schule. Waren Sie auch dabei?
Ich war natürlich vor Ort, auch wenn ich momentan verletzungsbedingt nicht mitlaufen konnte. Das soziale Engagement an unserer Schule ist uns enorm wichtig und wird durch die Vorzüge des ländlichen Bereiches unterstützt. Ehrenamt und Hilfsbereitschaft sind hier gelebte Kultur. Da kann selbst ein kleiner Ort wie Bredstedt Signalwirkung entfalten – wir sind nicht alleine auf dem Planeten!
Zum Abschluss möchten wir Sie um eine Bewertung der Arbeit an der Schule bitten.
Meiner Einschätzung nach erfüllen wir unseren Auftrag, die Schüler auf die Zukunft vorzubereiten. Das spiegeln auch unsere Ehemaligen wider. Darauf können wir stolz sein! Ansonsten wünsche ich mir für die Schule, dass wir personell weiterhin möglichst gut aufgestellt sind, die richtigen Schlüsse aus der Pandemie ziehen und unsere Kompetenzen – wie unsere gute Berufsorientierung – durch weitere Vernetzungsmöglichkeiten und damit verbundene Angebote ausbauen.
TEXT Anja Nacken
FOTO Reinhard Witt