Heide – das sind wir!

Heide – das sind wir!

Bärbel Reimers über die Ausbildung bei der Stadt Heide

Für Bärbel Reimers lag es als junger Mensch nahe, eine Ausbildung in der Stadtverwaltung in Ihrer Heimatstadt zu absolvieren. Heute arbeitet sie in der Personalleitung und kümmert sich um den Nachwuchs – die Azubis in der Stadtverwaltung. ME2BE erzählt sie, worauf sie bei ihrer Arbeit mit jungen Menschen Wert legt.

Frau Reimers, Sie sind bereits seit 47 Jahren für die Stadtverwaltung Heide tätig. Ist die Stadt für Sie der perfekte Arbeitgeber?

Man könnte sagen, ich sei unflexibel – für mich zeugt die langjährige Tätigkeit bei der Stadt Heide jedoch von großer Loyalität zu meinem Arbeitgeber. Mir gefallen die vielseitigen Arbeitsmöglichkeiten und guten Bedingungen in der Verwaltung. Ich durfte in all den Jahren viele unterschiedliche Bereiche kennenlernen. So habe ich zum Beispiel einige Jahre im Bereich Wohngeld gearbeitet, war dann im Rechnungsprüfungsamt tätig und seit Oktober 2001 in der Personalabteilung – seit 2010 dort in leitender Funktion.

Wie nehmen Sie die Jugendlichen im Vergleich zu Ihrer Ausbildungszeit wahr? Was hat sich verändert? Was hat bis heute Bestand?

Ich nehme die Auszubildenden heute sehr viel offener und auch reflektierter als früher wahr. Positiv fällt mir zudem auf, dass die Jugendlichen ihre Meinung und auch Kritik äußern. Wichtig war und ist mir jedoch ein respektvoller Umgang miteinander.

Wie hat sich Ihr Blick auf die Stadt durch die Brille der Verwaltung in all den Jahren verändert?

Ich bin in der Region aufgewachsen und fühlte mich schon immer sehr verbunden mit der Stadt Heide. Mit dem Wissen, wieviel die Verwaltung für das Wohl der Bürger und den Fortschritt in der Stadt unternimmt – sei es für die Ansiedlung von Gewerbe, für den Bereich Energie, Umwelt, Kinder und auch Jugendliche, ist mein Verhältnis zur Stadt noch intensiver geworden.

Welche Umbrüche – gesellschaftlicher oder politischer Natur – wirken sich derzeit maßgeblich auf die Arbeit in der Verwaltung aus?

Gerade in der Kommunalverwaltung stehen wir in engem Kontakt mit den Bürgerinnen und Bürgern der Stadt. Daher ist es nur naheliegend, dass viele Themen wie Corona, die Digitalisierung, der Klimawandel, die Flüchtlinge aus der Ukraine und der Fachkräftemangel sich konkret auf unsere Arbeitsabläufe auswirken. Umweltschutz und Klimawandel sorgen beispielsweise dafür, dass in der Bauverwaltung, im Bereich der Stadtplanung, Baugebiete mit Grünflächen erschlossen und energetisch neu durchdacht werden. Auch am Bau einer neuen Schule in Heide ist die Stadtverwaltung maßgeblich beteiligt.

Was bedeutet die Ansiedlung eines großen Unternehmens wie Northvolt für die Arbeit in der Stadtverwaltung?

Wenn sich ein Unternehmen dieser Größenordnung bei Heide ansiedelt, steht die Stadt in der Pflicht, für die nötige Infrastruktur zu sorgen: Wege, Straßen, Schulen, Einkaufsmöglichkeiten und Wohnungen müssen gebaut oder saniert werden, denn die Fachkräfte kommen nicht alleine. Sie bringen ihre Familien mit, und das hat Konsequenzen für viele Bereiche in der Verwaltung.

Werden auch die Azubis Konsequenzen spüren?

Mit Sicherheit. Das Spannende der Ausbildung in der Stadtverwaltung ist ja, dass unsere Azubis alle Fachbereiche durchlaufen und sehr vielfältig ausgebildet werden. Wenn zum Beispiel Veranstaltungen in Heide stattfinden, sind unsere Azubis in alle anfallenden Tätigkeitsbereiche involviert. Bei Konzerten von bekannten Musikern, wie etwa Herbert Grönemeyer, ist die Stadtverwaltung für die Genehmigungsverfahren, die Sicherheit vor Ort und auch die Verkehrsplanung verantwortlich.

Wie unterscheidet sich die Ausbildung in der Stadtverwaltung Heide von einer Ausbildung in der Kreisverwaltung?

In der Stadtverwaltung ist der Bürgerkontakt intensiver als bei der Kreisverwaltung. Was die Ausbildungsbereiche betrifft, gibt es jedoch kaum Unterschiede.

Auf welche Kriterien legen Sie bei der Auswahl von Auszubildenden besonderen wert?

Mir liegt eine strukturierte Arbeitsweise und das Verständnis für die Arbeit mit Gesetzen und Verordnungen sehr am Herzen. Auch eine gewisse Offenheit und Kommunikationsfähigkeit sollte vorhanden sein, da wir stets in engem Austausch mit den Bürgerinnen und Bürgern stehen. Wer zudem teamfähig und neugierig ist, bringt bereits gute Voraussetzungen für eine Ausbildung bei der Stadt Heide mit.

Was muss passieren, damit Sie sagen, heute war ein richtig guter Arbeitstag?

Ich habe so viele gute Arbeitstage, weil ich meine Tätigkeit bei der Stadt Heide außerordentlich interessant finde. Besonders glücklich macht mich jedoch, wenn ich einen Mitarbeiter für eine Stelle begeistern konnte, die schwer zu besetzen ist. Insgesamt muss ich jedoch sagen, dass ich auch nach so vielen Jahren noch sehr gerne zur Arbeit fahre und mich all meinen Aufgaben mit viel Freude stelle.

TEXT Sophie Blady
FOTO Michael Ruff