„Frauen sind für die Informatik geboren“

„Frauen sind für die Informatik geboren“

Männliche Studenten dominieren seit jeher Fachbereiche wie Technik oder Ingenieurswesen. Geisteswissenschaften und Pädagogik werden dagegen eher vom weiblichen Geschlecht präferiert. Auch die neuesten Einschreibungszahlen belegen, dass es tatsächlich typisch männliche und typisch weibliche Studiengänge gibt. Die Informatik ist in männlicher Hand. Dabei sind Frauen ja praktisch für dieses Studienfach geboren – findet zumindest Katharina Schestak.

Die 25-Jährige studiert im vierten Semester Wirtschaftsinformatik an der NORDAKADEMIE in Elmshorn. Der Studiengang kombiniert, wie der Name bereits verrät, IT-Kompetenzen mit betriebswissenschaftlichem Wissen und ist im dualen System organisiert. Dabei wechseln sich die Studienzeiten an der Hochschule in Elmshorn mit den Praxiszeiten, die Katharina bei der Sterling SIHI verbringt, ab. Insgesamt dauert das Studium 3,5 Jahre.„In meinem Studium braucht es nicht nur Interesse an Mathematik, Computern und die Fähigkeit zu logischem Denken, ebenso wichtig sind genaue Vorbereitung, gute Organisation und eine lösungsorientierte Herangehensweise“, erzählt Katharina, „und das sind genau die Fähigkeiten, die Frauen von Geburt an mitbringen.“

Die junge Studentin mit russischer Abstammung, die mit ihrer Familie im Alter von neun Jahren nach Wrist im Kreis Steinburg gezogen ist, findet es vor allem schade, wenn Frauen vor einem Beruf zurückschrecken, der ihnen möglicherweise sehr gefallen könnte: „Ich glaube der Informatik gehen wahre Talente verloren, weil viele Mädchen den Beruf erst gar nicht bei der Berufswahl in Betracht ziehen. Das finde ich sehr bedauerlich“.

Wichtig ist, dass man nicht vor kniffligen Aufgaben zurückschreckt.
-Katharina Schestak

Ein weiterer Grund für niedrige Einschreibungszahlen seitens der weiblichen Studentenschaft könnte auch das wenig verlockende Image von Informatikern sein. „Viele glauben, Informatiker seien blasse Wesen, die den ganzen Tag im Keller hocken und an ihren Rechnern schrauben. Das ist nun wirklich falsch“, berichtet Katharina. „Wichtig ist, dass man nicht vor kniffligen Aufgaben zurückschreckt und Geduld beweist, nicht ob man alle Bestandteile der Festplatte auswendig weiß“, so die Studentin.

Katharina ist, wie sie uns erzählt, über einige „Umwege“ zu ihrem Studium gekommen. „Ich habe meinen Realschulabschluss in Richtung Elektrotechnik gemacht und darauf die Fachhochschule mit dem Schwerpunkt IT und Wirtschaft abgeschlossen. Darauf folgte eine Ausbildung zur IT-Systemkauffrau. Der Beruf hat mir sehr gefallen, aber nach eineinhalb Jahren im Job hat mir das nicht mehr gereicht. Ich komme aus einer Familie, in der fast alle studiert haben. Das war auch mein größter Wunsch. Deswegen habe ich mich erneut beworben und bin enorm glücklich, die Firma Sterling SIHI gefunden zu haben.“

In ihrer letzten Praxisphase bei SIHI hat Katharina ein Programm geschrieben, das den Servicetechnikern bei der Pumpenwartung die Dokumentation erleichtert. Dennis Schulz vergibt gerne solche Projekte an die Dualen Studenten, die er bei SIHI betreut. „Je weiter die Studenten in ihrem Studium fortschreiten, desto besser verstehen sie die Firmenzusammenhänge und können mit ihren Fähigkeiten zum Unternehmenswohl beisteuern“, erzählt der Wirtschaftsinformatiker. Auch er hat ein Duales Studium bei Sterling SIHI absolviert und weiß genau um die Vorteile dieses Studienmodells: „Die Kombination aus theoretischem Studium an der Hochschule mit praktischen Inhalten im Unternehmen bereitet die angehenden Wirtschaftsinformatiker und Wirtschaftsinformatikerinnen bestens auf die Berufstätigkeit vor. Sie lernen das Unternehmen, bei dem sie nach dem Abschluss mit höchster Wahrscheinlichkeit eine Festanstellung bekommen werden, denn wir bilden nur für unseren eigenen Bedarf aus, in allen Einzelheiten kennen. Zudem bekommen die Studenten ein gutes Gehalt und SIHI übernimmt die Studiengebühren.“

Ein Mann im blauen Hemd lächelt in die Kamera.

Dennis Schulz hat sein Studium ebenfalls an der NORDAKADEMIE absolviert und betreut nun die Dualen Studenten bei SIHI.

Seit über 90 Jahren ist SIHI mit seinen über 1.600 Mitarbeitern weltweit einer der führenden Hersteller in der Pumpenbranche und hat über die Grenzen Itzehoes hinaus den Ruf eines sehr guten Arbeitgebers und Ausbilders. Die Wirtschaftsinformatiker arbeiten in der IT-Abteilung, die alle Standorte des Unternehmens betreut, können aber wegen des interdisziplinären Studiengangs in allen anderen Abteilungen eingesetzt werden. Katharina möchte, sobald sie das Studium beendet hat, in der IT bleiben. Beide ihre Eltern unterrichten Mathematik. So kann sie jedem und jeder Studieninteressierten nur raten, sich mit diesem zukunftsorientierten Studiengang zu beschäftigen, damit nicht weiter Talente unentdeckt bleiben.

Neben dem Dualen Studiengang Bachelor of Science in Wirtschaftsinformatik bietet die Sterling SIHI GmbH – ebenfalls in Kooperation mit der NORDAKADEMIE in Elmshorn – den Bachelor of Science in Wirtschaftsingenieurwesen an. Die beiden Studiengänge Bachelor of Science in Mechatronik und Bachelor of Engineering in Maschinenbau (Konstruktion und Entwicklung) können in Kooperation mit der Hochschule für Angewandte Wissenschaften (HAW) in Hamburg studiert werden.

Sterling SIHI GmbH
Personalmanagement
Fr. Bolten
Tel. 04821 – 771-463
AZUBI-Bewerb-IZ@sterlingsihi.de

TEXT Katharina Grzeca
FOTOS Teresa Horstmann