Ein Menü mit Berufsperspektiven! Meet & Eat in der Lilli-Martius-Schule Kiel

Ein Menü mit Berufsperspektiven! Meet & Eat in der Lilli-Martius-Schule Kiel

Am 7. Dezember gab es für Schülerinnen und Schüler der 9. und 10. Klassen der Lilli-Martius-Schule in Kiel sowie für Vertreter von 14 namhaften Unternehmen aus der Region eine außergewöhnliche Einladung zu einem Drei-Gänge-Menü. Anwesend waren u.a. REMONDIS SE & Co. KG, die Landeshauptstadt Kiel, die Förde Sparkasse, die Heinrich Karstens Bauunternehmung GmbH & Co. KG und die German Naval Yards Kiel GmbH.

Die Idee für das neue Netzwerk-Format, bei dem Jugendliche und die Unternehmer sich bei einem gemeinsamen Mittagessen in entspannter Atmosphäre kennenlernen, entstand beim Wettbewerb KräfteHack. Es ging um die Frage: Wie kann es Kieler Unternehmen nachhaltig gelingen, Fachkräfte zu gewinnen? Den Sonderpreis für die schnellste Umsetzbarkeit gewann das Team von „Meet & Eat“. Nunmehr luden die Erfinder und Organisatoren Axel von Kortzfleisch (ME2BE MEDIEN GmbH), Anja und Felix Schauenburg (Schauenburg DIE PERSONALBAUER) und Martin Zimmer (PwC Deutschland) zum zweiten Meet & Eat in die Lilli-Martius-Schule ein.

Drei Personen im Gespräch

Die Initiatoren: Axel von Kortzfleisch, Felix Schauenburg und BO-Lehrerin der Lilli-Martius-Schule Andrea Günther. (von links nach rechts) 

„Das Konzept von Meet & Eat hat mich sofort überzeugt, weil ich denke, dass ein gemeinsames Essen sowohl für Schülerinnen und Schüler als auch für die Unternehmen eine wunderbare Möglichkeit bietet, ins Gespräch zu kommen. Wir planen im März unsere erste Berufsorientierungsmesse an der Schule und denken, dass die Jugendlichen durch das Zusammentreffen beim Meet & Eat Hemmungen abbauen, Gespräche wieder aufgreifen und gezielter mit den Unternehmen in Kontakt treten”, erfahren wir von Andrea Günther, Kreisfachberaterin für Berufliche Orientierung in Kiel und Berufsorientierungskoordinatorin der Lilli-Martius-Schule.

Die Lilli-Martius-Schule lädt zum Business Lunch

Aufregung liegt in der Luft, als Schülerinnen und Schüler aus dem 9. und 10. Jahrgangs der Lilli-Martius-Schule nach der sechsten Stunde in der Mensa eintrudeln. Kein Wunder, denn mit wem sie heute dinieren wissen sie noch nicht. Eine Nummer, die sie im Eingangsbereich der Mensa ziehen, verrät den Schülerinnen und Schülern, welches Unternehmen sie als erstes kennenlernen dürfen. Noch eine kurze Ansprache der Organisatoren und des Schulleiters der Lilli-Martius-Schule Jan Eric Becker und es kann losgehen!

Vorspeise: Junges Gemüse und eine große Portion Zukunftsvisionen 

Auberginen, Zuchini und Paprika

Die Vorspeise kann sich sehen lassen: Serviert wird gegrilltes Gemüse an Quark-Dip.

Wer trifft auf wen? Wer kann nachhaltig Eindruck hinterlassen? Das Aufeinandertreffen der Teilnehmenden ist ein spannender Moment für alle Beteiligten, doch als schließlich der erste Gang serviert wird, löst sich die Aufregung und das Klappern der Gabeln und Teller geht im Stimmengewirr der Teilnehmenden langsam unter. „Traut euch Fragen zu stellen, nutzt eure Chance und seid offen für neue Wege”, ermuntert Schulleiter Jan Eric Becker die Schülerinnen und Schüler. Leichter gesagt als getan denkt sich nun wohl der ein oder andere, doch im Gespräch mit den Jugendlichen erfahren wir, dass die entspannte Atmosphäre und die Gesprächssituation bei einem gemeinsamen Essen einen angenehmen Rahmen für intensive Gespräche bildet. Dlowan (15 Jahre) erzählt uns: „Das gemeinsame Essen nimmt mir die Aufregung; ich hatte ein sehr interessantes Gespräch mit Frau Rieckmann von der Firma Heinrich Karstens und könnte mir sogar gut vorstellen, ein Praktikum in dem Unternehmen oder ein duales Studium zum Ingenieur bei Heinrich Karstens zu absolvieren.” Als Kooperationsbetrieb der Lilli-Martius-Schule wird die Firma Heinrich Karstens ebenfalls auf der schuleigenen BO-Messe im Frühjahr 2023 vertreten sein und freut sich, heute den Schülerinnen und Schülern im persönlichen Gespräch die Möglichkeiten in der Baubranche näherzubringen. Im Gespräch mit Dlowan seien ihr die gut gestellten Fragen positiv aufgefallen, verrät uns Karen Rieckmann. „Für mich ist es zudem spannend, zu erfahren, wofür sich die Schülerinnen und Schüler interessieren und worauf sie bei der Wahl eines Ausbildungsunternehmens Wert legen.”

Menschen bei einem gemeinsamen Essen.

Personalleiterin Karen Rieckmann (Heinrich Karstens) im Gespräch.

Frauen essen und reden.

Kim-Kristin Haß (GM:SH) im Gespräch mit zwei Schülerinnen der Lilli-Martius-Schule Kiel.

 

Hauptgang: Kartoffelecken, Chicken Nuggets und Jobgeflüster

Sind die Teller leer, heißt es für die Unternehmen: Tischlein wechsle dich. Sie verabschieden sich von ihren Gesprächspartnern und treffen einen Tisch weiter auf neue Nachwuchstalente. Serviert werden Kartoffelecken, Gemüse und Chicken Nuggets. Neuer Tisch, neue Erfahrungen. Die Gespräche beginnen von Neuem. Was macht ihr in eurer Freizeit? Worauf kommt es euch bei einem Ausbildungsunternehmen an? Und was interessiert euch an unserem Unternehmen?

Meet & Eat ist mehr als ein kulinarisches Event in der Mittagspause; Meet & Eat lädt zum persönlichen Kennenlernen ein. Sowohl Schüler als auch die Ausbilder der unterschiedlichen Unternehmen können diese besondere Gelegenheit nutzen, ihre jeweiligen Interessen und Stärken ins Spiel zu bringen und vielleicht sogar erste berufliche Weichen stellen. Wie kommt Meet & Eat bei den Jugendlichen an, wollen wir wissen:

Menschen im Gespräch

Andreas Arend von der Staatskanzlei Schleswig-Holstein gibt Auskunft über 30 duale Ausbildungs- und Studiengänge.

Jugendlicher mit braunen Locken im Gespräch

Der 15-jährige Mooad im Gespräch mit Olaf Reinhold, Ausbildungsleiter bei der Firma Buchholz Hydraulik.

„Für mich ist das Meet & Eat eine große Chance, viele Berufe kennenzulernen. Ich würde gerne Maschinenbau studieren, möchte mich jedoch heute über Ausbildungsmöglichkeiten und Aufstiegschancen informieren, weil ich es wichtig finde, einen Plan B zu haben. Mich interessiert beispielsweise der Beruf des Zerspanungsmechanikers. Das gemeinsame Essen löst die Spannung sehr und ich kann mich viel freier unterhalten als bei einem Bewerbungsgespräch oder einer Messe.” (Moaad, 15)  

Junge mit blonden kurzen Haaren lächelt freundlich.

Steven konnte wichtige Impulse für seinen Lebensweg mitnehmen.

„Mich hat positiv überrascht, dass der Verdienst bei der Firma Buchholz Hydraulik bereits in der Ausbildung recht gut ist und die Azubis früh in die Arbeitsabläufe mit einbezogen werden. Obwohl ich eigentlich weiter zur Schule gehen wollte, überlege ich nun, ein Praktikum und vielleicht sogar eine Ausbildung bei Buchholz Hydraulik zu absolvieren.” (Steven, 16)

Junge mit blonden kurzen Haaren lacht in die Kamera.

Lasse hat seine Chance ergriffen und ist mit vielen Unternehmern in Kontakt getreten.

„Ich habe mich gezielt bei German Naval Yards informiert, weil ich mich für das Thema Schiffbau interessiere und wissen wollte, welche Ausbildungsberufe das Unternehmen anbietet. Die Atmosphäre beim gemeinsamen Essen hat mir sehr geholfen, mich auf Augenhöhe mit Herrn Popall und der Personalleiterin Frau Janssen zu unterhalten.” (Lasse, 16)

Nachspeise: Kuchen, Quark und neue Impulse 

Zum dritten und letzten Mal wechseln die Unternehmensvertreterinnen und -vertreter, als der Nachtisch serviert wird. Bei Quarkspeise und Kuchen beginnt an der Lilli-Martius-Schule nun in die letzte Runde. Die Anspannung hat sich inzwischen spürbar gelegt, und uns fällt auf, dass immer mehr Schülerinnen und Schüler sich trauen, nicht nur Fragen zu stellen, sondern intensivere Gespräche zu führen. Rasmus, Auszubildender von German Naval Yards, resumiert: „Für mich war es eine super Erfahrung, Schülerinnen und Schüler bei Meet & Eat kennenzulernen. Als Auszubildender konnte ich persönliche Einblicke in meine Ausbildung zum Konstruktionsmechaniker geben und viele Fragen beantworten. Wir von German Naval Yards freuen uns über das große Interesse der Schüler an unserem Unternehmen und sind auch beim nächsten Mal gerne wieder dabei.”

Mann und Frau lachen aus dem Bild.

Rasmus Popall (Auszubildender im Bereich Konstruktionsmechaniker, Ausrüstungstechnik) und Birthe Janssen (Personalleitung) bei German Naval Yards.

Weitere Informationen über die Ausbildung bei der Kieler Werft und andere Unternehmen können die Schülerinnen und Schüler auf dem digitalen Berufsorientierungsportal DIGI:BO recherchieren, um selbstbestimmt die Weichen für eine berufliche Zukunft zu stellen.

 

TEXT ME2BE
FOTO Sophie Blady 

 Anwesende Unternehmen: