DAS „MEEHR“ WIRD ZUR FIRMA!

DAS „MEEHR“ WIRD ZUR FIRMA!

Aus dem preisgekrönten Schülerprojekt „meehr“ des Helene-Lange-Gymnasiums Rendsburg entsteht ein Start-Up-Unternehmen

Dass aus einem Schulprojekt eine reale Firma entstehen kann, wollen sieben Schülerinnen und Schüler aus dem 11. und 12. Jahrgang des Rendsburger Helene-Lange-Gymnasiums beweisen. Mit der Herstellung und dem Verkauf von Brot- und Obstbeuteln aus recycelten Stoffen, Landkarten und Fischernetzen gewann ihr Projekt namens „meehr“ 2019 nationale und internationale Schülerwettbewerbe und stieß auf ein großes öffentliches Interesse.

Regional und nachhaltig!

Alle Produkte entstehen eigenhändig sowie mit Hilfe einer lokalen Behindertenwerkstatt und werden online sowie auf regionalen Märkten vertrieben. Das Hauptmaterial – ausgediente Fischernetze – liefert ein Berufsfischer aus Rade. Mit Unterstützung der regionalen Wirtschaftsförderungsgesellschaft soll das Umweltprojekt nun in ein Start-Up-Unternehmen überführt werden.

„Wir hätten nie gedacht, dass wir mit unserem Projekt so viel Erfolg haben!“, schmunzelt Junior-Unternehmer Michael. Doch das haben sie – und zwar gewaltig! Das Umwelt-Schülerprojekt „Meehr“ von zwölf Gymnasiasten des Helene-Lange-Gymnasiums Rendsburg gewann 2019 nicht nur den JUNIOR-Landeswettbewerb in Kiel, sondern setzte sich anschließend auch gegen 15 Wettbewerbsprojekte beim Bundeswettbewerb in Berlin durch. Beim „Europe Competition of the Year“ Anfang Juli im französischen Lille erhielt das Projekt „meehr“ dann noch einen Sonderpreis für Social Entrepreneurship. Ein Riesenerfolg!

Wir sind von unserer Idee überzeugt und haben von Märkten und Verbrauchern nur positive Rückmeldungen erhalten.

„meehr“ wird zum Start-Up

Mit den Erfolgen im Rücken möchten die 16- bis 18-jährigen Schülerinnen und Schüler Michael, Marten, Tetjana, Kevin, Kira, Nico und Fabian das Projekt „meehr“ nun zu einer realen Firma umwandeln. „Das Schülerunternehmen „meehr“ hat mit den Preisverleihungen seinen Abschluss gefunden“, erklärt Nico. „Jetzt wird wohl ein neues JUNIOR- Projekt an der Schule entstehen. Doch wir sind von unserer Idee überzeugt und haben von Märkten und Verbrauchern nur positive Rückmeldungen erhalten. Deshalb möchten wir das Schülerunternehmen in ein reales Start-Up überführen. Dazu leiten wir jetzt die juristischen Schritte ein, zum Beispiel die Anmeldung eines Gewerbes, und planen gleichzeitig, wie wir die Produktion und den Absatz steigern können. Starthilfe bekommen wir von der regionalen Wirtschaftsförderung, die uns für die Existenzgründung mit Rat und Tat zur Seite steht.“

Das „meehr“-Produkt: Der handgenähte Fischernetzbeutel „Helene“, hergestellt aus recycelten Fischernetzen mit einem Markenetikett aus alten Schullandkarten.

 

Aus einer spannenden Idee entwickelt sich ein Unternehmen und kann einen Beitrag zur wirtschaftlichen Entwicklung der Region leisten. „Schülerinnen und Schüler haben großartige Ideen“, berichtet Julia Plath von der Wirtschaftsförderungsgesellschaft Rendsburg-Eckernförde, „kommen aber oft gar nicht auf den Gedanken, daraus eine Existenz zu entwickeln. Das Projekt ‚meehr’ ist das perfekte Beispiel dafür, wie es positiv funktionieren kann.“

 

TEXT Christian Dorbandt
FOTOS Studio Renard