„Wir wollen Grenzen verschieben!“ – Über die Ausbildung bei Covestro

„Wir wollen Grenzen verschieben!“ – Über die Ausbildung bei Covestro

Die Covestro Deutschland AG wirbt mit globaler Präsenz sowie effizienten und sicheren Produktionsstandorten. Für Effizienz, Qualität und Sicherheit der Berufsausbildung am Standort Brunsbüttel ist seit April 2017 Jürgen Evers zuständig. Der geborene Glückstädter arbeitet seit 31 Jahren im Covestro ­Industriepark Brunsbüttel und besuchte seitdem viele weltweite Standorte seines Arbeitgebers. Im Gespräch mit ME2BE berichtet der erfahrene Ausbilder von seinem Einstieg ins Berufsleben, über die Philosophie der Covestro Deutschland AG und die Zukunftschancen seiner Auszubildenden.

ME2BE: Hallo, Herr Evers. Das Thema Ausbildung hat Sie in den letzten Jahren um die ganze Welt geführt. Sie haben sich im Auftrag Ihres Arbeitgebers die weltweiten Produktionsstandorte angeschaut. Jetzt arbeiten Sie wieder am Standort Brunsbüttel. Hatten Sie Heimweh?

Jürgen Evers: Ja, meine regionale Verwurzelung spielte eine wichtige Rolle. Viele Freunde und Kollegen haben mir das nicht zugetraut und gedacht, die vielen Geschäftsreisen würden mir fehlen. Doch für mich war immer klar: Wenn sich die Gelegenheit bietet, möchte ich die Leitung der Aus- und Weiterbildung übernehmen und in der Region bei meiner Familie bleiben.

Wie sind Sie ursprünglich zu Ihrem Beruf gekommen? Auf welcher Schule ging es los, wie haben Sie sich beworben?

Ich komme aus Glückstadt, bin Jahrgang 1970 und habe meinen Mittleren Schulabschluss an der Realschule Glückstadt absolviert. Ganz ehrlich … ich hatte anschließend keinen Plan, welcher Beruf am besten zu mir passen würde. Deshalb bewarb ich mich gleichzeitig auf mehrere, unterschiedliche Ausbildungsberufe: zum Schlosser, zum Bankkaufmann, zum Vermessungstechniker und zum Chemiefacharbeiter. Die Bank wollte mich nicht, alle anderen schon. Ich entschied mich schließlich für die Ausbildung zum Chemiefacharbeiter bei Bayer, auch weil meine Eltern meinten: Geh mal zu Bayer. Das ist sicherer als beim Staat!“

Covestro-Azubis im Technikum

Ein starkes Team – Die Azubis bei Covestro

 

Wie ging es anschließend mit der Karriere weiter?

Nach der Ausbildung wurde ich als Chemiefacharbeiter übernommen und bekam eine Stelle in der Farbenproduktion. Von dort wechselte ich anschließend in die MDI-und später zur MDA-Produktion. Von 2000 bis 2001 absolvierte ich noch die Meisterschule. Parallel hatte ich mich im pädagogischen Bereich weitergebildet. Mir war schon mit 19 Jahren klar, dass ich irgendwann als Ausbilder arbeiten möchte. 2008 wurde ich schließlich mit der Erstellung von Ausbildungskonzepten zur Mitarbeiterschulung beauftragt …

… was den Beginn Ihrer Auslandsreisen markierte? Wo waren Sie überall?

Ja, das begann 2010 im Zusammenhang mit der Entwicklung eines Programms für Ausbildungsstandards an allen globalen Standorten. Dazu besuchte ich die Standorte in Baytown (Texas), Newark (Ohio), Charleston (West Virginia), Santa Clara (Mexiko), Antwerpen (Belgien), Shanghai (China), Taiwan, Indien, Indonesien, Japan, Thailand sowie alle deutschen Werke.

Wir wollen mit unseren Produkten Grenzen verschieben und die Welt ein bisschen lebenswerter machen.

(Jürgen Evers)

Auf welche Dinge legen Sie heute besonderen Wert bei der Ausbildung?

Zuallererst bin ich für die Sicherheit der Ausbildungsstätte verantwortlich. „Safety first“ ist ein elementarer Bestandteil der Covestro-Firmenphilosophie. Nichts, was wir tun, ist es wert, dafür eine Verletzung in Kauf zunehmen! Dieses Sicherheitsdenken leben wir unseren neuen Mitarbeitern von der ersten Sekunde vor, damit sie es verinnerlichen. Meine Tochter fragt mich oft: ‚Papa, wie lange muss ich meinen Fahrradhelm noch tragen?‘ Darauf antworte ich dann: ‚Bis du erkannt hast, dass es sinnvoll ist‘. Auch der persönliche Kontakt zu den Auszubildenden ist sehr wichtig. Wir wollen mit unseren Produkten Grenzen verschieben und die Welt ein bisschen lebenswerter machen. Das können wir nur mit motivierten, mutigen und neugierigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Kommunikation und Teamwork sind deshalb gefragt. Wenn Probleme entstehen, entwickeln wir gemeinsame Lösungsstrategien.

Seit diesem Jahr setzt Covestro auf ein Online-Bewerbungsverfahren. Welche Erkenntnisse konnten sie daraus ableiten?

Die Auswertung dauert noch an. Anfang September 2017 beginnen wir mit dem ersten Ausbildungsjahrgang der Online-Bewerberinnen und -Bewerber. Die Gespräche waren interessant. Wir konnten feststellen, dass Online-Testnoten viel besser als Schulnoten sein können. Auf jeden Fall konnten wir durch das Onlineverfahren unser Einzugsgebiet erweitern. Im Vergleich zu früheren Jahren hatten wir deutlich mehr Bewerber aus anderen Bundesländern.

Elektroniker bei der Arbeit

Elektroniker bei der Arbeit

 

Letzte und vielleicht wichtigste Frage: Welche Perspektiven bieten sich Azubis bei der Covestro Deutschland AG?

Momentan haben alle Azubis bis 2020 gute Aussichten, unbefristet übernommen zu werden, wenn sie nach erfolgreich abgeschlossener Ausbildung die persönliche und fachliche Eignung nachweisen können. Gleichzeitig investieren wir zurzeit einen niedrigen dreistelligen Millionenbetrag in die Erweiterung unserer MDI-Produktion in Brunsbüttel. Unsere Produkte sind weltweit gefragt. Kein Zweifel: Die Perspektiven sind hervorragend!

TEXT Christian Dorbandt
FOTO Sebastian Weimar