UKSH-Campus

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Zwei Personen mit Kittel, Muschutz und Opperationshaube, Auf einem Bett liegt ein Patient.

9:10 Uhr

OP-Saal. In der Umkleidekabine tauscht Prof. Wiltfang seinen weißen Kittel mit der hellgrünen OP-Kleidung. Er desinfiziert sich die Hände und greift zum Mundschutz. Ein kurzer Schnack mit der Schwester in der Notfallambulanz. Im OP-Raum mit Blick über die Kieler Förde warten schon ein weiterer Chirurg und eine OP-Schwester. Der ältere Patient liegt narkotisiert auf der Behandlungsliege. „Bei dem Patienten bauen wir den Oberkiefer wieder auf und setzen Implantate ein“, erklärt der Professor. 90 Minuten sind für den Eingriff vorgesehen.

11:00 Uhr

Wissenschaftliches Labor. In einer Uni-Klinik kümmern sich die Ärzte nicht nur um die Patienten und Studierenden. Hier wird auch geforscht. In Abstimmung mitEin Mann im weißen Kittel steht in einem Labor. Er trägt Handschuhe und taucht eine dicke Kanüle in eine rote Flüssigkeit. Prof. Wiltfang entwickelt der Leiter der wissenschaftlichen Laboratorien, Prof. Yahya Açil, beispielsweise künstliches Gewebe, das aus körpereigenem Knochenersatz gezüchtet wird. „So können wir mithilfe der Stammzellen die Durchblutung des künstlich gezüchteten Gewebes für den Unter- und Oberkiefer deutlich verbessern – und helfen damit Krebspatienten.“ Schon 2006 erregten die Kieler Forscher weltweites Aufsehen: Es gelang ihnen, einem Patienten einen in seiner Rückenmuskulatur gewachsenen Unterkiefer zu implantieren, sodass der Krebspatient nach Jahren erstmals wieder feste Nahrung zu sich nehmen konnte. Inzwischen leben viele Patienten mit den neuen, auf diese Art gezogenen Ersatzknochen. Professor Açil erforscht mit seinem Team auch die Wirksamkeit von Medikamenten, etwa um unerwünschte Nebenwirkungen so weit wie möglich zu reduzieren. „Wir arbeiten dabei immer Hand in Hand mit den behandelnden Kollegen.“

Ärzte während einer Präsentation. Ein Arzt steht vor einer Leinwand. Auf der Leinwand ist ein Ultrschallbild  zu erkennen.

13:00 Uhr

Mittagsbesprechung. Die Ärzte der Kieferklinik besprechen, wie sie die stationär aufgenommenen Patienten am besten behandeln können. Dabei werden auch Röntgenbilder raumfüllend auf eine Leinwandprojiziert. Im Team wird das weitere Vorgehen der Behandlung festgelegt.

15:15 Uhr

Sprechstunde. Nach der Visite auf der Klinikstation kümmert sich Prof. Wiltfang in der ambulanten Sprechstunde um seine Patienten. Hier überprüft er, ob Ein Arzt schaut einer Patientin in den Mund. Man sieht nur ihren Hinterkopf. Eine Frau steht vor ihr und schaut zu. Implantate nach einer schweren Operation gut angewachsen sind: Der Professor ist zufrieden, die Patientin kann wieder lächeln. Nach der Sprechstunde bereitet sich Prof. Wiltfang auf ein Web-Seminar für angehende Zahnmediziner aus vielen verschiedenen Ländern vor, das um 18:30 Uhr beginnt. Um 20 Uhr hat der Mann im weißen Kittel Feierabend. Ein harter Arbeitstag geht zu Ende.

Text & Fotos  Joachim Welding