Lernen, arbeiten, Karriere machen bei TotalEnergies

Lernen, arbeiten, Karriere machen bei TotalEnergies

Geschäftsführer Alain Drexler zeigt, wie es geht

Alain Drexler ist Geschäftsführer der TotalEnergies Bitumen Deutschland GmbH (im nachfolgenden TotalEnergies genannt) mit 140 Mitarbeitern im ChemCoast Park Brunsbüttel. Er gibt uns Einblicke in seine internationale Karriere in einem Unternehmen, das ihm alles bieten konnte.

Geschäftsführer der TotalEnergies in Brunsbüttel

Alain Drexler, Geschäftsführer der TotalEngergies Bitumen Deutschland am Standort Brunsbüttel.

Alain Drexler ist in Frankreich aufgewachsen, hat 30 Jahre in Amerika für TotalEnergies gearbeitet, dort seine polnische Frau kennengelernt und ist vor sieben Jahren mit seiner Frau und den fünfjährigen Zwillingen als Verantwortlicher für besondere Aufgaben von TotalEnergies in Europa zurück nach Frankreich gezogen. Fünf Jahre später übernahm er die Geschäftsführung am Standort Brunsbüttel in Schleswig-Holstein. „Gereizt hat mich, dass in Brunsbüttel alle Bereiche eines Unternehmens an einem Ort präsent sind! Produktion, Projektabteilung, Forschung sowie auch Verwaltungs- und Administrationsbereiche. Das bedeutet, dass man neue Konzepte sehr schnell umsetzen kann und auch schnell reagieren kann, wenn der Markt oder die ökonomische Situation sich ändert. Zudem bin ich in Straßburg mit dem Elsässer Dialekt aufgewachsen und war schon immer sehr vertraut mit der deutschen Sprache. Dass ich irgendwann in Deutschland leben werde, hatte ich schon immer im Gefühl. Als sich die Chance ergab, den Geschäftsführerposten der Anlage in Brunsbüttel zu übernehmen, musste ich nicht lange überlegen und griff zu.”

Ein Neuanfang für die ganze Familie. Was macht für Sie den besonderen Reiz am Standort Brunsbüttel aus?

Die unterschiedlichen Tätigkeitsfelder im Betrieb haben mich gereizt. Ich kannte Norddeutschland vorher nicht, nun fühlt sich meine Familie sehr wohl in der Gegend! Etwas was ich in Deutschland ebenfalls neu kennengelernt habe: das Wort ‚Azubi‘. Ich bin sehr beeindruckt von dem dualen Ausbildungssystem in Deutschland: Ich kann mir gut vorstellen, dass dieses Programm einen Beitrag zur allgemeinen finanziellen und ökonomischen Lage von Deutschland beiträgt. In Brunsbüttel bieten wir als Unternehmen ein sehr attraktives Azubi-Programm. Junge Menschen, die ihre Ausbildung bei uns absolvieren, haben die Möglichkeit, sich in den verschiedensten Bereichen weiterzuentwickeln: Von Produktion, Verkauf über die Administration bis hin zur Forschung und Entwicklung – alles findet vor Ort statt. Auch wer sich auf einen Bereich spezialisieren möchte, findet bei TotalEnergies mit einem speziellen Expertenprogramm beste Voraussetzungen. Das führt dazu, dass viele Mitarbeiter bereits sehr lange für den Standort arbeiten und der Teamgeist gut ist. Auch international stehen den Mitarbeitern bei TotalEnergies alle Wege offen. Die Gesellschaft ist in mehr als 100 Ländern präsent.

Attraktive Aussichten für junge Menschen mit großen Plänen. Sie arbeiten bereits seit über 30 Jahren für das Unternehmen. Wie hat Ihre Karriere bei TotalEnergies begonnen?

Ich habe in Straßburg studiert und bin anschließend meiner Wehrpflicht nachgekommen. Nach drei Monaten Grundwehrdienst entschied ich mich, in der Entwicklungshilfe bei der Bundeswehr zu arbeiten. Daraufhin leistete ich den Rest meines Militärdienstes in der Französischen Botschaft in Amerika ab. Anschließend bewarb ich mich bei der ehemaligen französischen Mineralölfirma Elf Aquitaine. Meine Aufgabe war, ein Netzwerk zwischen amerikanischen Universitäten und dem damals französischen Unternehmen Elf Aquitaine zu stärken.

Ein spannender Einstieg ins Berufsleben. Das Unternehmen fusionierte 2000 mit TotalFina zu dem neuen Unternehmen TotalFinaElf, das seit 2003 erst Total und heute TotalEnergies heißt. Wie wirkt sich die Fusion der Unternehmen auf Ihre Karriere aus?

Ich blieb sowohl in Amerika als auch im Unternehmen, da ich schnell merkte, welches Entwicklungspotenzial mir TotalEnergies bieten konnte. Nicht nur der Name wechselte, auch meine Position: Ich übernahm eine Tätigkeit im Bereich Sicherheit und Umweltschutz und war fortan verantwortlich für die Reinigung des Boden- und Wasserbestandes alter Anlagen, die nicht mehr funktionstüchtig waren.

Langfristig wollte ich jedoch im Verkauf arbeiten und absolvierte eine Schulung, um neue kommerzielle Entwicklungen im Raum Nord- und Südamerika voranzutreiben. Da dieser Bereich mit vielen Reisen verbunden war, lernte ich Spanisch. So brachte ich alle Voraussetzungen für den Bereich Marketing und internationales Produktmanagement mit. Nach fast 30 Jahren kehrte ich schließlich mit meiner Frau und unseren fünfjährigen Zwillingen zurück nach Frankreich, in die Nähe meiner Heimatstadt Straßburg.

Auch dort wurden Sie nicht sesshaft. Mit welcher Vision übernahmen Sie schließlich die Geschäftsführung in Brunsbüttel?

Wenn man eine neue Arbeit wie diese anfängt, fragt man sich immer ‚Was kann ich zu der Entwicklung dieses Standorts beitragen?‘. Die Entwicklung von neuen Produkten ist ein guter Weg, um das zu erreichen! Besonders fordernd ist es, die Anlage unfallfrei und sicher für alle zu führen. Der Kontakt zu den umliegenden Unternehmen im ChemCoast Park ist uns ebenfalls sehr wichtig. Eine neue Herausforderung für die Zukunft ist es, klimaneutral zu werden. Das ist ein Ziel, dass die ganze TotalEnergies Organisation erreichen möchte. Es ist geplant, an unserem Standort eine Photovoltaikanlage zu errichten, die 25 Prozent unserer Stromerzeugung abdecken soll. Die Nutzung von Strom und Dampf aus nachhaltigen Quellen helfen uns, unser CO2-Ziel zu erreichen.

Gerade Chemieunternehmen setzten sich immer mehr für Nachhaltigkeit ein. Auch TotalEnergies verfolgt das Ziel, CO2-neutral zu produzieren. Welche Synergieeffekte bietet der ChemCoast Park?

Im ChemCoast Park gibt es einen regelmäßigen Zusammenschluss der Werkleiter, um Themen wie Nachhaltigkeit, Sicherheit, oder Best Practices in den Anlagen zu besprechen. Ein ganz aktuelles Thema ist der geplante Bau des LNG-Terminals in Brunsbüttel. Mit diesem Terminal sollen der Standort sowie die Region unabhängiger werden. Ein solches Projekt könnte auch für andere Produkten wie Wasserstoff oder Methanol genutzt werden. Diese Entwicklungen ziehen auch neue Unternehmen in den ChemCoast Park und sorgen für frischen Wind! Sie fördern grundsätzlich die Wirtschaftlichkeit und bringen grüne Technologien voran.

Wie wirkt sich die weltpolitische Lage auf Ihre Arbeit und das Unternehmen aus?

Ich habe einen Brief an unsere Kunden geschrieben, um ihnen mitzuteilen, dass Ende des Monats April kein russisches Öl mehr durch unsere Anlagen fließt. Wir beziehen Öl aus Deutschland und anderen europäischen Ländern. Diese Änderungen in unserem Rohöl ‚Cocktail‘ kann auch die Eigenschaften des hergestellten Bitumens anpassen. Es ist die Aufgabe unseres technischen Teams sicherzustellen, dass die Qualität der Produkte trotz Anpassungen dieselbe bleibt.

Das Rotationssystem der Geschäftsführer innerhalb des Unternehmens gehört zur Firmenphilosophie. Welche beruflichen Beobachtungen und Erfahrungen konnten Sie aus Frankreich und den USA in Deutschland nutzen?

Wenn ich in ein neues Land an einen neuen Standort komme, beobachte ich zuerst die Abläufe und versuche zu verstehen, wie die Menschen leben und arbeiten. Das ist sehr wichtig, wenn man eine internationale Karriere verfolgt. Meine Erfahrungen aus anderen Kulturen bringe ich nur dann ein, wenn sie in die Strukturen passen. Viel wichtiger für die erfolgreiche Führung eines Unternehmens ist, dass der Teamspirit stimmt und alle Mitarbeiter das gleiche Ziel verfolgen. Meine internationalen Beziehungen ermöglichen es mir zudem, die Belange des Standortes Brunsbüttel weltweit zu platzieren.

Was raten Sie jungen Menschen, die noch nicht genau wissen, in welchem Bereich sie arbeiten wollen?

Es ist wichtig, bereits neben der Schule Praktika zu absolvieren und die Chance zu nutzen, unterschiedliche Unternehmen kennenzulernen. Ich bin absolut überzeugt von dem System Ausbildung, das in Deutschland weltweit einmalig ist und jungen Menschen einen sicheren Einstieg ins Berufsleben ermöglicht. Für mich ist die duale Ausbildung das deutsche Geheimnis gegen Arbeitslosigkeit und für die Herstellung von Qualitätsprodukten.

 

 

ERZÄHL MAL…

Hanna Kruse, 24, absolvierte die Ausbildung zur IT-Kauffrau

… heute arbeitet sie Seite an Seite mit der Geschäftsführung

Hanna Kruse aus Heide absolvierte 2014 eine Ausbildung im IT-Bereich von TotalEnergies Bitumen Deutschland GmbH, (im Nachfolgenden “TotalEnergies” genannt), sammelte anschließend zwei Jahre Berufserfahrung im Unternehmen und übernahm 2019 die Stelle zur Assistenz der Geschäftsführung. Im Interview erfahren wir, wie sie mutig ihre Chance genutzt hat und die Möglichkeiten, die ihr das Unternehmen bietet, auf allen Ebenen ausschöpft, um ihre eigene Erfolgsgeschichte zu schreiben.

 

Frau Kruse, wie sind Sie auf das Unternehmen TotalEnergies aufmerksam geworden?

Ich wusste schon immer, dass ich eine Ausbildung im IT-Bereich machen möchte. Daher habe ich mich in meinem Heimatort Brunsbüttel nach potenziellen Arbeitgebern umgesehen und bin auf damals noch “Total” aufmerksam geworden. Mir gefiel, dass die Aufgaben der IT in diesem Unternehmen viel breiter gefächert waren als in einem gängigen Bürojob. Der Mix aus Verwaltung und Technik macht diesen Beruf sehr abwechslungsreich. Auch dass ich während der Ausbildung in alle Bereiche des Unternehmens reinschnuppern durfte, sehe ich als großen Gewinn! So bekam ich einen guten Überblick über die Schnittstellen zur Produktion, der Administration und zum Labor.

Wie waren die ersten Einblicke in das Unternehmen?

Das Bewerbungsgespräch verlief locker und doch sehr verbindlich. Ich bekam einen guten Eindruck, wie die Ausbildung im Unternehmen verlaufen wird und welche Chancen mir nach den drei Lehrjahren offenstehen. Das Junior Jahr zum Beispiel bietet allen Absolventen des Unternehmens die Möglichkeit, ein weiteres Jahr mit gesichertem Gehalt Berufserfahrungen zu sammeln. Ein sehr angenehmer und sanfter Einstieg ins Berufsleben, den ich sehr zu schätzen wusste.

Was produziert das Unternehmen und welche Arbeitsbereiche ergeben sich daraus?

Produziert wird Bitumen. Es ist das älteste bekannte Mineralölprodukt. Bitumen-Produkte von TotalEnergies kommen bei der Abdichtung im Hoch- und Tiefbau, im Straßen- und Wasserbau und bei vielen anderen industriellen Anwendungen zum Einsatz. In unserem Labor sorgen die Kollegen dafür, dass das Produkt den Bedürfnissen der Kunden gerecht wird. Wir produzieren Bitumen in unterschiedlichen Aggregatzuständen – sowohl flüssig als auch in Form von Granulat, der eingeschmolzen und beispielsweise zur Abdichtung von Dachpappe verwendet werden kann. Ich war selbst überrascht, wie vielseitig das Produkt und die Arbeitsbereiche sich gestalten.

Granulat.

Die TotalEnergies stellt Bitumen in unterschiedlichen Aggregatzuständen her.

Sie haben eine Ausbildung im IT-Bereich bei TotalEnergies absolviert und arbeiten jetzt als Assistentin der Geschäftsführung. Wie konnten Sie sich im Unternehmen beruflich weiterentwickeln?

In der Ausbildung zur IT-Kauffrau lernte ich verschiedene Systeme und Netzwerke kennen, sammelte Erfahrungen in Tank- und Verladesystemen, übernahm zusammen mit den Kollegen den Support für Hard- und Software, richtete Arbeitsplätze in den unterschiedlichen Bereichen des Unternehmens ein und realisierte eigene Projekte im Bereich der Digitalisierung.
Die Infrastruktur des Unternehmens ist sehr groß. Es kann also auch vorkommen, dass man die Mitarbeiter der IT-Abteilung mal in PSA (Persönlicher Schutzausrüstung) auf einem Werksfahrrad in der Anlage sieht. Die IT-Abteilung arbeitet eng mit vielen anderen Bereichen im Unternehmen zusammen, das macht den Berufsalltag sehr abwechslungsreich. Nach meiner Ausbildung absolvierte ich das Junior Jahr im Unternehmen und sammelte weitere Berufserfahrungen. Ich wollte unbedingt weiter für das Unternehmen arbeiten. Durch eine interne Stellenausschreibung bot sich mir dann die Chance auf den spannenden Beruf als Assistentin der Geschäftsführung.

Mit Erfolg. Heute arbeiten Sie bereits seit vier Jahren in dieser Position. Hatten Sie Respekt vor dem neuen Aufgabenbereich?

Respekt hatte ich schon, aber meine Vorgängerin hat mich sehr gewissenhaft in meinen neuen Aufgabenbereich eingearbeitet. Dazu zählen unter anderem die interne und externe Kommunikation.
Ich übertrage die Informationen von der Geschäftsführung und der Managementebene zu den Mitarbeitern und bin unter anderem für die Öffentlichkeitsarbeit, Eventplanung, Datenauswertung und das Compliance-Management [Anm. d. Red.: Einhaltung der Richtlinien] zuständig. Mir gefiel an dieser Position besonders die Möglichkeit, noch tiefer in andere Bereiche einzutauchen und meinen Zuständigkeitsbereich zu erweitern. Da hat es besonders gut gepasst, dass ich viele Abläuft mit meinen IT-Kenntnissen digitalisieren und modernisieren konnte. Die Manager haben mich so aufgenommen, dass von Beginn an eine sehr gute Zusammenarbeit möglich war.

Wo liegen die Herausforderungen einer Tätigkeit, die so fein mit dem Geschäftsführer abgestimmt ist?

Als Assistenz der Geschäftsführung ist zwischenmenschliches Geschick sehr wichtig. Als Bindeglied zwischen unserem Geschäftsführer und den Kollegen gilt es, gut organisiert zu sein, aber auch ein Gespür für die Situation im Unternehmen und die Bedürfnisse der unterschiedlichen Parteien zu entwickeln. Ein offenes Ohr auf allen Seiten, Vertrauen und ein respektvoller, klarer Umgangston sind die Voraussetzungen für eine erfolgreiche Zusammenarbeit. Da die Geschäftsführer bei TotalEnergies etwa alle 5 Jahre wechseln, nimmt die Assistenz eine wertvolle Rolle auf der Führungsebene ein. Sie führt den neuen Geschäftsführer in altbewährte Strukturen ein und sorgt für konstante Arbeitsabläufe.

Wie wirkt sich der regelmäßige Wechsel der Geschäftsführer auf Ihre Arbeit als Assistentin aus?

Da jeder Geschäftsführer seine eigene Arbeitsweise mitbringt, bedeutet dies für die Assistenz viel Flexibilität und Einfühlungsvermögen. Auch die Arbeitsbereiche können sich mit einem Wechsel des Geschäftsführers verändern. So werden Strukturen immer wieder aufgebrochen und optimiert. Zu Beginn der Zusammenarbeit werden viele Abläufe neu definiert und Prozesse miteinander abgestimmt. Wenn sich alles eingependelt hat, arbeiten alle sehr professionell und vertrauensvoll zusammen. Meines Erachtens funktioniert das System gut, da es festgefahren Abläufe und Verhaltensmuster erfolgreich verhindert.

Welche Rolle spielt Flexibilität in einem Unternehmen? Welche Werte werden gelebt?

In regelmäßigen Mitarbeitergesprächen können Probleme angesprochen und Ziele definiert werden. Das Unternehmen legt großen Wert auf die Zufriedenheit seiner Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und versucht sie in ihren beruflichen Zielen individuell zu unterstützen. Wer Erfahrungen im Ausland sammeln möchte, kann dies in seinem Mitarbeitergespräch thematisieren. Bei uns in Dithmarschen ist die Fluktuation der Kollegen jedoch sehr gering. Die Dithmarscher bleiben gerne in der Region und genießen das ausgeprägte Teamgefühl im Unternehmen. Nachhaltigkeit und Diversität sind auch sehr wichtige Werte, die wir bei TotalEnergies leben. Es kommt nicht darauf an, welche Religion, Nationalität oder Sexualität die Mitarbeiter ausleben, sondern welche Fähigkeiten sie mitbringen.

Sie stehen noch am Anfang Ihrer Karriere. Welche beruflichen Ziele verfolgen Sie?

Über meine Tätigkeit als Assistenz der Geschäftsführung hinaus absolviere ich eine Weiterbildung zur Wirtschaftsfachwirtin (Bachelor professional of Business). Die Ausbildung umfasst die Bereiche Personal, Vertrieb, Logistik und Management und bietet mir gute Chancen für weitere verantwortungsvolle Tätigkeiten im Unternehmen. Als Assistentin der Geschäftsführung genieße ich zudem den Vorteil, Einblicke in alle Bereiche zu bekommen. Ich kann mir sehr gut vorstellen, mich im Unternehmen weiterzuentwickeln.

 

ERZÄHL MAL…

Bosse Paustian, 26, absolvierte den dualen Studiengang Bachelor of Science Maschinenbau mit dem Schwerpunkt Energie- und Anlagensysteme

… heute arbeitet er als Projektleiter bei der TotalEnergies Bitumen Deutschland GmbH.

Wenn studieren, dann dual – das war Bosse Paustian, der 2015 sein Abi in Itzehoe machte, klar. Irgendwas in Richtung Maschinenbau oder Wirtschaftsingenieur, da ihm bereits in der Schule Naturwissenschaften lagen. Bei seiner Suche nach einem Unternehmen wurde er auf die TotalEnergies aufmerksam. Wie er bereits mit 26 Jahren zum Projektleiter wurde, erzählt er uns im Interview.

Was hat Sie an dem Unternehmen der TotalEnergies Bitumen Deutschland GmbH überzeugt?
Zum einen die Vorteile eines großen Unternehmens wie: sichere tarifliche Bezahlung mit regelmäßiger Lohnerhöhung, 30 Urlaubstage, sehr geregelte Arbeitszeiten mit 37,5 Stunden Gleitzeit. Bedenkt man, dass der normale Werdegang für Absolventen des Fachs Maschinenbau meist mit der Anstellung in einem Ingenieurbüro und einer 70 Stundenwoche beginnt, kam mir die Option, direkt in einem Unternehmen wie  der TotalEnergies ein duales Studium zu absolvieren, sehr gelegen. Gerade in den letzten drei Jahren, wusste ich die Sicherheit, die mir das  Unternehmen bietet, sehr zu schätzen. Zum anderen die Vorteile, die eine mittelständische Standortgröße mit sich bringt, wie beispielsweise einen sehr familiären Umgang unter den Kollegen und kurze Hierarchiewege, wodurch ein sehr angenehmes Arbeitsklima vorhanden ist. Auch wenn ich zu Beginn meines Studiums noch keinen konkreten Plan vor Augen hatte, war mir schnell klar, dass mir in diesem Unternehmen alle Türen offen stehen – national wie international.
Warum haben Sie sich für ein duales Studium entschieden, obwohl dies bedeutete, dass Sie im Gegensatz zu Ihren Kommilitonen in den Semesterferien arbeiten mussten?
Mir war es wichtig, nach der Schule schnell autonom zu sein, mein eigenes Geld zu verdienen und früh meinen Beitrag in die Rentenkasse einzuzahlen. Dafür nahm ich gerne in Kauf, Vollzeit zu studieren und in den Semesterferien im Unternehmen Berufserfahrungen zu sammeln. Mir standen in dieser Zeit 30 Urlaubstage zu, die ich je nach Arbeitsaufkommen mit dem Unternehmen abgestimmt habe. Außerdem mussten viele meiner Kommilitonen während des Semestersi Nebenjobs arbeiten, die keinerlei Nutzen für das Studium hatten. Vor jeder Praxisphase informierte ich meinen Ausbilder über die erlernten Studieninhalte, sodass er die Aufgaben gut auf mein Studium abstimmen konnte. Diesen Mix aus Praxis und Theorie finde ich für technische Berufe perfekt. Es ist so viel leichter, Formeln auswendig zu lernen, wenn man weiß, wofür sie gut sind. An der FH haben wir zudem deutlich mehr Praxiserfahrungen in Laboren gesammelt, als es an der Universität der Fall gewesen wäre.
Welche Aufgabenbereich haben Sie während des Studiums im Unternehmen übernommen?
Ich war an den unterschiedlichsten Projekten beteiligt, vor allem in unserem Tankbereichen, die alle zehn Jahre außer Betrieb genommen werden, um sie zu  inspizieren, zu optimieren und wieder instand zu setzen. Dabei gilt es, sowohl die Anforderungen des Gesetzgebers als auch des Unternehmens der TotalEnergies zu berücksichtigen und die Sicherheitsstandards zu optimieren. In Brunsbüttel gibt es mittlerweile seit 1400 Tagen keine Unfälle mehr, darauf sind wir sehr stolz. Das lösungsorientierte Arbeiten im Team macht die Projekte bei der TotalEnergies sehr spannend und abwechslungsreich.
Für die Bachelorarbeit konnten Sie vertieft an einem Projekt arbeiten. Welches Thema haben Sie behandelt?
Für meine Bachelorarbeit habe ich eine Energiebetrachtung im Werk am Standort Brunsbüttel durchgeführt. Besonders erneuerbare Energien gewinnen bei der TotalEnergies  immer mehr an Bedeutung; wir arbeiten derzeit beispielsweise an der Planung  einer Solaranlage.
Das Studium im Bereich Maschinenbau eröffnet unzählige Möglichkeiten auf dem Arbeitsmarkt. Sie haben sich dafür entschieden, bei der TotalEnergies zu bleiben. Was sprach dafür?
Jeder, der bei der TotalEnergies eine gute Ausbildung oder ein Studium absolviert, bekommt die Möglichkeit, in einem Junior Jahr weitere Berufserfahrungen im Unternehmen zu sammeln. Ich hatte das große Glück, dass unser Abteilungsleiter in dieser Zeit in Rente gegangen ist, mein Ausbilder seine Stelle übernahm und sich so für mich eine Vakanz als Projektleiter auftat. Da ich in den Praxisphasen meines Studiums viele Arbeitsbereiche im Unternehmen kennenlernen durfte, hatte ich bereits einen guten Überblick über Abläufe im  Rohrleitungsbau, Tankbau, MSR-Bereich [Andm. der Redaktion: Mess- Steuer- und Regelungstechnik] und der Elektrotechnik. Erfahrungen, die mir als Projektleiter in die Karten spielen. Ausgelernt habe ich auch heute noch nicht, da sich in jedem Projekt neue Herausforderungen ergeben. Diese Unvorhersehbarkeit macht für mich den Charme der Arbeit als Projektleiter bei der TotalEnergies aus. Es gefällt mir, mich jeden Tag neuen Herausforderungen zu stellen. Mich reizt der gute Mix zwischen Abwechslung und Tagesgeschäft.
Welches Projekt wird derzeit unter Ihrerer Leitung realisiert?
Unter meiner Leitung wurde ein Anlagenbereich für ein aus unserem werkseigenen Labor neu entwickeltes Produkt names Longlife für die industrielle Herstellung umgerüstet. Ein besonders langlebiger Straßenbelag: Die Laborergebnisse haben gezeigt, dass wir bei dem neuen Asphalt durch die Veredelung des Bitumens die Langlebigkeit signifikant erhöhen  können.
Gibt es Nachhaltigkeitsprojekte, an denen Sie beteiligt sind?
Wir haben vor etwa einem Jahr ein CO2-Arbeitsteam ins Leben gerufen, in dem wir regelmäßig nach Lösungen suchen, den CO2-Verbrauch im Unternehmen weiter zu reduzieren. So beziehen wir bereits seit letztem Jahr CO2 neutrales Gas und Strom. Wir überlegen, wie wir das geplante Zukunftskraftwerk des Industriegebiets Brunsbüttel für unseren Standort nutzen können. Im Allgemeinen sind wir in engem Austausch mit Behörden und Unternehmen, um zu erfahren, welche Anforderungen in Zukunft noch auf uns zukommen und welche Verfahren wir optimieren müssen, um die verschärften Grenzwerte einzuhalten. Auch planen wir, den Stromverbrauch des Unternehmens durch eine eigene Solaranlage weitestgehend zu decken und den überschüssigen Strom ins Netz einzuspeisen – zum einen wollen wir als Chemieunternehmen die Zukunft aktiv mitgestalten, zum anderen die Nachhaltigkeit vorantreiben, denn Bitumen ist weiterhin ein zukunftsfähiges Produkt.
Welche Rolle spielen die Werte eines Unternehmens für Sie als Arbeitnehmer?
Ich halte es grundsätzlich für sehr wichtig, nachhaltig zu leben und zu wirtschaften. Gerade meine Generation, die kürzlich ins Berufsleben eingestiegen ist, sollte sich meines Erachtens für Nachhaltigkeit engagieren und für ein Unternehmen arbeiten, das die Energiewende mitgestaltet. Jeder Beitrag ist von Bedeutung. Ich halte es für eine große Chance, in einem Unternehmen wie der TotalEnergies die Zukunft mitgestalten zu dürfen.
Wie stellen Sie sich Ihre berufliche Zukunft vor?

Ich plane Anfang nächsten Jahres, meinen Master of Business Administration in der Abendschule zu machen, weil ich mir gut vorstellen kann, im Laufe meiner Karriere eine Führungsposition bei der TotalEnergies  zu übernehmen. Zudem möchte ich eventuell noch die Chance nutzen, für eine gewisse Zeit an einem Standort im Ausland zu arbeiten.

TEXT Sophie Blady
FOTO TEB