Hauptsache Mucke! – Interview mit Claudius Carstens von Plattenmonster

Hauptsache Mucke! – Interview mit Claudius Carstens von Plattenmonster

Claudius Carstens ist Musiker, Sänger, Produzent und Inhaber der Firma „Plattenmonster Schallwaren GmbH“. Mit seinem Kieler Team produziert er Songs, Hörspiele, Videos sowie Trailer und vermittelt bundesweit Medienkompetenz an Schulen und für Jugendgruppen. Im Interview verrät er, welches Schlüsselerlebnis ihn zu seiner Firmengründung bewegte und welches Ziel ihn antreibt.

Plattenmonster
Moin, Claudius. Wir stehen im Tonstudio deiner Firma ‚Plattenmonster‘, umgeben von Instrumenten und Aufnahmetechnik. Und das inmitten der mittelalterlichen ‚Festung‘ in Kiel-Friedrichsort! Was für eine coole Location!

Moin, und herzlich willkommen. Ja, wir haben uns in dieser Festung verschanzt und fühlen uns auch sehr wohl. Das ist sozusagen unsere Homebase. Von hier starten wir alle Projekte.

Was für Projekte sind das?

Mittlerweile eine ganze Menge! Hauptsächlich bieten wir Leistungen in den Bereichen Medien und Veranstaltungen an. Unsere Schwerpunkte sind die Planung und Durchführung von Projekten und Schulungen zum Umgang mit Medien, Medien-Events und Incentives sowie Angebote und Fortbildungen im Bereich Bild und Ton, Tonstudiobau sowie Musikproduktion und Komposition. Wir machen auch Imagefilme für Unternehmen und echt freakige Sachen, zum Beispiel Dubstep-Produktionen für Werbefilme.

Momentan arbeiten wir in vielen Projekten mit Schüler- und Jugendgruppen zusammen.

Wer sind eure Kunden und Zielgruppen?

Ganz unterschiedlich. Uns können Firmen und öffentliche Einrichtungen ansprechen, aber auch Personengruppen und Privatpersonen. Momentan arbeiten wir in vielen Projekten mit Schüler- und Jugendgruppen zusammen.

Wie muss man sich das vorstellen? Kommt hier ein Bus mit 30 Jugendlichen an, und ihr erklärt dann, wie alles funktioniert?

Die Schüler kommen nicht zu uns, sondern wir fahren zu den Zielgruppen und treffen sie in ihrer Umgebung. Mobiles Video-, Audio-, Grafik und Schnitt-Equipment bringen wir mit. Und dann geht’s ab. Unter unserer Anleitung produzieren Jüngere und Ältere dann alles, was man sich vorstellen kann: Musikvideos, Songs, Dokumentationen, Comics, Foto-Lovestories, Hörspiele, und nebenbei vermitteln wir dadurch jede Menge Medienkompetenz.

Azubi Fabian und Claudius von Plattenmonster

Azubi Fabian und Claudius

Welches Projekt hat dich zuletzt stark begeistert?

Wir sind ständig am Staunen! Vor Kurzem haben wir einen Hip-Hop-Song mit einer 20-köpfigen Jugendgruppe aufgenommen und anschließend ein Musikvideo auf der Straße produziert. Es war krass zu sehen, mit welchem Talent und welcher Begeisterung alle am Werk waren. Es steckt viel Potenzial in den Leuten. Wenn du zum ersten Mal etwas machst, was du allein nie gewagt hättest, verändert es dich!

Das klingt so, als hättest du es selbst so erlebt!

Ja, das war auch irgendwie so, allerdings hatte ich viele solcher Momente, die mich weitergebracht haben. Ich habe früh begonnen, Musik zu machen. Mit 16 Jahren spielte ich bereits in drei Bands und leitete einen Chor. Mein erster Auftritt war als Sänger einer AC/DC-Cover-Band. Nach dem Abitur bin ich auch andere Wege gegangen. Erst habe ich auf einer einsamen Insel Vögel gezählt, dann in Köln angefangen, Musikwissenschaften zu studieren, danach verspürte ich wieder Sehnsucht nach Kiel und schrieb mich an der CAU für ein Studium ein, doch das hat mich alles nicht geflasht.

Ich wollte in meiner Welt sein!

… und dann kam wieder die Mucke dazu?

Ja, die Mucke war eigentlich immer da, aber nebenbei hatte ich diverse Jobs, unter anderem bei einer Sportagentur. Dort habe ich viel über Medienproduktion gelernt, angefangen vom Kabelschlepper bis hin zum Kameramann und Cutter. Irgendwann hatte ich so eine Art Schlüsselerlebnis. Es war beim Deutschen Spring und Dressur-Derby in Hamburg. Ich saß um ein Uhr nachts im Schnitt, um einen Video-Trailer fertigzustellen, und in diesem Augenblick ist mir klar geworden, dass ich nicht in meinem Thema bin. Da ich sowieso jeden Cent, den ich verdiente, in Musiktechnik gesteckt habe, beschloss ich, mein eigenes Tonstudio aufzumachen und ein Label zu gründen. Ich wollte in meiner Welt sein! So entstand 2010 die Firma ‚Plattenmonster’.

Für welche Bands habt ihr bisher Alben produziert?

Wir haben zum Beispiel das Debutalbum ‚Kochbuch’ von Liedfett herausgebracht. Mittlerweile ist die Band fett im Geschäft. Die Scheibe ‚Im Porzellanladen’ von Elephant Party ist bei uns entstanden, aber auch Alben von ‚Salamanda’ und ‚Wirmaschine’, Bands, die wir auch gelabelt haben. Eine Herzensangelegenheit war natürlich ‚Schall und Rauch’ und ist immer noch meine Hip Hop-Band ‚Herr Bösel’, in der ich selbst rappe. Leider kann man nicht tausend Dinge auf einmal machen!

Zu Besuch bei Plattenmonster
Welche Musik hörst du privat gern?

Ich kann mich nicht auf einen Stil festlegen, sondern höre ‚allround‘. Natürlich stehe ich dem Hiphop besonders nahe, weil ich Rapper bin. Momentan feiere ich Vulfpeck und Kitschkrieg ab.

Hast du ein Ziel mit ‚Plattenmonster‘?

Mein Ziel war es immer, als Musiker zu leben und zu arbeiten. Das habe ich geschafft. Ansonsten soll möglichst alles, was wir machen, mit einem sozialen Gedanken verknüpft und friedlich sein.

Letzte Frage, Claudius: Was für eine Berufsbezeichnung hast du?

Hip-Hopper.

Vielen Dank, Claudius, für das Interview und viel Erfolg mit Plattenmonster!

 

Erfahre mehr über Plattenmonster auf www.plattenmonster.com

TEXT Christian Dorbandt
FOTO Sebastian Weimar