#DeinWeg 2026: eine richtungweisende Messe in Neumünster

#DeinWeg 2026: eine richtungweisende Messe in Neumünster

Welche Richtung ist die richtige, wenn es darum geht, sich für einen Beruf und die entsprechende Ausbildung zu entscheiden – und welche Perspektiven sind damit mittel- und langfristig verbunden? Wie sieht überhaupt der Berufsalltag aus? Wichtige Impulse bietet Schülerinnen und Schülern jährlich die Ausbildungs- und Berufsmesse am RBZ Theodor-Litt-Schule in Neumünster.

Das Format der Messe an Schulen und in anderen Ausbildungseinrichtungen ist schon lange ein wichtiger und etablierter Bestandteil der Berufsorientierung für Schülerinnen und Schüler. Seit rund 20 Jahren präsentieren sich lokale Betriebe und überregionale Unternehmen in meist jährlichem Turnus in einer Vielzahl einzelner Schulen und zeigen Ausbildungs- und Berufsperspektiven auf.

So auch Ende September wieder am Regionalen Berufsbildungszentrum (RBZ) Theodor-Litt-Schule in Neumünster. „Wir haben das ursprünglich mal entwickelt mit Bildungspartnern, die bei uns zuvor ehrenamtlich Schülerinnen und Schüler betreut hatten“, sagt Kirsten Rogge. Die Studienrätin und Koordinatorin für den Bereich Berufsorientierung, Ausbildungsvorbereitung und Berufsfachschule am RBZ: „Einer von ihnen kannte dieses Messe-Konzept von einer anderen Schule. Und dann haben
wir das übernommen und kontinuierlich weiterentwickelt.“

Wichtig war unter anderem ein passender Zuschnitt auf die Fähigkeiten, Interessen und Bedarfe von RBZ-Schülerinnen und -Schülern sowie die entsprechend breit gefächerten Bildungsangebote. So zeichnen sich die drei Berufsbildungszentren Neumünsters durch eine besondere Form der berufsqualifizierenden Bildung aus: Schülerinnen und Schüler mit dem Ersten Allgemeinbildenden Schulabschluss (ESA) und dem Mittleren Schulabschluss (MSA) die Möglichkeit, je nach Bildungsgang in zwei oder drei Jahren die staatlich anerkannte vollzeitschulische Berufsausbildung zu absolvieren. Parallel erreichen sie damit die Voraussetzungen für den MSA beziehungsweise die Fachhochschulreife.

Lenn-Mattis Ferner (li.) und Fabian Walter von der GM.SH Gebäudemanagement Schleswig-Holstein AöR

Lenn-Mattis Ferner (li.) und Fabian Walter von der GM.SH Gebäudemanagement Schleswig-Holstein AöR

„Wir wissen natürlich, dass die Jugendlichen noch nicht alles mitbringen können“, sagt Fabian Walter von der GMSH Gebäudemanagement aus Appen. Das gelte im Bereich Ausbildung, aber auch für ein Studium. In den beiden Bereichen suche die GMSH jährlich jeweils etwa 15 motivierte junge Menschen. „Den direkten Kontakt zu Schülerinnen und Schülern zu finden ist da total wichtig“, erklärt der Ausbildungsreferent und Recruiter, und nennt noch eine wichtige Voraussetzung für eigentlich jede Ausbildung: die Bereitschaft, neue Dinge zu lernen und offen zu bleiben.

Ganz ähnlich sieht es Doreen Friese-Müller von Markert: „Persönlich neugierig, interessiert, selbstständig. Was noch? Aufgeschlossen. Ja, kommunikativ“ – so fasst die Ausbildungsleiterin des Neumünsteraner Industrieschlauchspezialisten ihre Anforderungen zusammen. Wichtig ist ihr, ihre Mitarbeitenden oder Auszubildenden so früh wie möglich in Verantwortung zu bringen, „das Wissen zu vermitteln, was sie dann Stück für Stück anwenden können“. Klar, kleine Projekte gibt es für die Azubis schon schnell: etwa, das Unternehmen auf Messen wie der heutigen im rechten Licht erscheinen zu lassen.

Das Team der Markert Group

Das Team der Markert Group

Auszubildende sind auch bei Edeka Nordwest am Stand: Nick, Wiebke und Philipp haben nicht nur ein kleines Spiel vorbereitet, bei dem Schülerinnen und Schüler verschiedenen Produkten auf dem Tisch verschiedene vorgegebene Preise zuordnen sollen; sie erklären auch, welche Stationen im Markt und in der Verwaltung man in der Regel während der Ausbildung durchläuft. Klar wird dabei: Es kann auf der einen Seite zu den verschiedenen Abteilungen eines Supermarkts gehen, die man vom Einkaufen kennt – Regale, Obst- und Gemüseabteilung, Fleisch- und Frischetheke. Auf der anderen Seite locken Bereiche wie Einkauf und Vertrieb. Wichtig dabei, und das lässt sich am einfachsten und besten gleich hier auf der Messe klären: Die Ausbildungsberufe sind vielfältig, und niemand muss Fleisch oder Käse schneiden, wenn es nicht zu ihr oder ihm passt.

Eine Vielfalt an Ausbildungsberufen bietet auch der Messeaussteller Lichtenheldt. Die Firma mit Sitz in Wahlstedt ist darauf spezialisiert, pharmazeutische Wirkstoffe so weiterzuverarbeiten, dass Menschen sie anwenden können – ob als Lösungen, Tropfen, Salben oder Cremes. Was alles dahintersteckt, lässt sich am besten auf einer Messe vermitteln, findet HR-Generalistin Vanessa Mur: „Es ist immer eine gute Chance, um an mögliche zukünftige Azubis heranzutreten und ins Gespräch zu kommen. Wenn wir erfahren, in welche Richtung sie möchten, können wir ihnen einfach hautnah und live zumindest einen kleinen Input und Einblick geben.“ Für Schülerinnen und Schüler sei das immer etwas ganz anderes, als sich online zu informieren, gerade bei der Vielzahl der Ausbildungsberufe. Neben Pharmakanten bildet Lichtenheldt dafür Industriekaufleute, Chemielaboranten, Mechatroniker, Elektrotechniker, Fachinformatiker und Fachlageristen aus.

Philipp Hock und Vanessa Mazur präsentieren das Ausbildungsangebot bei Lichtenheldt.

Philipp Hock und Vanessa Mazur präsentieren das Ausbildungsangebot bei Lichtenheldt.

Das alles bleibt ein kleiner Ausschnitt der jüngsten Auflage der Messe. Denn insgesamt hat sie jungen Menschen noch viel mehr Wege eröffnet – und sicherlich zur ein oder anderen Richtungsentscheidung geführt.

TEXT & FOTO ME2BE