Am 30. November 2023 war ein besonderer Tag an den Kleemannschulen in Kiel. Im Zuge der in Schleswig-Holstein stattfindenden Woche der Beruflichen Bildung wurde der 2. Tag der Berufsorientierung veranstaltet und Schülerinnen und Schüler der eigenen Fachbereiche sowie der umliegenden Gemeinschaftsschulen wurden dazu eingeladen. Es haben sich insgesamt 16 Aussteller der freien Wirtschaft präsentiert und standen Interessierten für offene Fragen und Kontaktaustausch zur Verfügung. Ziel hierbei: Die Vermittlung von Praktikums-, Ausbildungs- und Studienplätzen.
Parallel zu der Messe haben einige Unternehmen Fachbeiträge sowie Workshops für die Schülerinnen und Schüler vorbereitet. Auch wir von ME2BE haben einen Vortrag über Digitale Berufsorientierung mit unserer Plattform DIGI:BO angeboten und unsere Online-Redakteurin Patricia stand für offene Fragen zu Ausbildungsmöglichkeiten und Berufsstart zur Verfügung. Weitere Angebote waren beispielsweise der Vortrag der Bildungsbegleiterin Jasmin Pesch über die drei Schritte zur passenden Berufswahl: Orientieren, Entscheiden und Bewerben, welche die Schüler auf ihre berufliche Zukunft in der Wirtschaft vorbereiten soll, sowie die Unternehmensvorstellung von Bartels-Langness Handelsgesellschaft mbH & Co. KG und famila in einem separaten Raum und in ruhiger Atmosphäre.
Unsere Online-Redakteurin Patricia bietet eine Einführung in unsere Berufsorientierungsplattform DIGI:BO an.
Die Kleemannschulen und die Wirtschaft
Die Kleemannschulen nutzten gleichzeitig die Gelegenheit, über ihr eigenes Schulkonzept zu berichten. Die Wirtschaftsschulen bestehen aus sechs verschiedenen Fachbereichen, die jeweils unterschiedliche Bildungsziele verfolgen. Diese umfassen das Kieler Wirtschaftsgymnasium, die Berufsoberschule, die Berufsfachhochschule 3 und 1, die Fachoberschule sowie die Fachschule für Betriebswirtschaft.
Mit dem Berufsorientierungstag verfolgen die Kleemannschulen das Ziel, Wirtschaft und Schüler enger zu verknüpfen.
Der klare Schwerpunkt der Schulen liegt auf dem Bereich Wirtschaft. Infolgedessen setzen sie sich aktiv für eine enge Verknüpfung von Schule und Unternehmen ein und streben danach, moderne Projekte zu integrieren. Ein exemplarisches Vorhaben in diesem Kontext ist der Schüler-Podcast „Kleemanntalk“, der ebenfalls auf der Messe präsentiert wurde. Das Konzept dieses Podcast-Formats sieht vor, dass jeweils eine Schülergruppe ein selbst gewähltes Thema aufbereitet und sich innerhalb einer Folge eingehend darüber austauscht. Bereits behandelte Themen umfassen beispielsweise die Legalisierung von Cannabis, Fake-Friends oder Handy-Sucht.
Der zentrale Aspekt der Berufsorientierungsmesse waren zweifellos die zahlreichen Messestände, an denen Firmenvertreter und Auszubildende präsent waren. Sie nahmen sich die Zeit, sämtliche Fragen der Schüler zu beantworten und informierten sie ausführlich über ihre beruflichen Perspektiven. Wir haben einige Unternehmen intensiver zu ihrem Ausbildungsangebot befragt und konnten sogar nützliche Tipps zum Bewerbungsprozess erhalten, nach denen sich die meisten Schülerinnen und Schüler normalerweise nicht direkt zu erkundigen wagen.
Telekommunikation der Zukunft gestalten bei Telekom
Ein langjähriger und bekannter Player in der Wirtschaft ist das Telekommunikationsunternehmen Deutsche Telekom AG. Das Börsenunternehmen betreibt Fest- und Mobilfunknetze. Welche Ausbildungsmöglichkeiten es im Unternehmen gibt, erklärt uns Meike Groth aus dem Recruiting und Business Management am Messestand der Telekom: „Es gibt sehr viele verschiedene Möglichkeiten bei der Telekom. Ausbildungen sind beispielsweise im kaufmännischen, technischen oder IT-Bereich möglich. Wir bieten aber auch duale Studiengänge an, zum Beispiel IT-Security oder Informatik. Eine Weiterentwicklung kann ebenso immer angestrebt werden.“ Besonders hervorzuheben ist bei der Telekom, dass sämtliche Auszubildende einen dedizierten Ansprechpartner zur Seite gestellt bekommen, der sie während der gesamten Ausbildungszeit begleitet und unterstützt. Weitere Informationen zu Berufen und offene Stellenanzeigen gibt es auf der Karriereseite der Telekom. Zum Bewerbungsprozess berichtet Meike Groth: „Die Bewerbung läuft über unser Online-Portal. Hier kann man die notwendigen Bewerbungsunterlagen hochladen. Ein Anschreiben ist nicht notwendig, jedoch hilft uns jede Information über einen Bewerber, ihn richtig einschätzen und eventuell vermitteln zu können. Auch Nebenjobs oder schulische Tätigkeiten sollten genannt werden. Im Anschluss bekommt man automatisch einen Online-Test zugesendet. Das Ergebnis entscheidet über ein Gespräch. Hier versuchen wir auf den individuellen Bewerber einzugehen. Wenn ein gemeinsames Gespräch zustande kommt, wird direkt im Nachhinein eine Zu- oder Absage erteilt.“ Seit Kurzem besteht die Gelegenheit, unterschiedliche Praktika, auch über einen längeren Zeitraum, zu absolvieren. Die Bewerbung erfolgt ebenfalls über das Online-Portal.
Vom Schreibtisch zur Baustelle: Ausbildung bei Vater Elektro
Handwerksbetriebe benötigen nicht nur engagierte Fachkräfte im Handwerk an sich, sondern ebenso im Büro, damit der Betrieb organisiert laufen kann. Bei Vater Elektro kann man daher nicht nur eine Ausbildung als Elektroniker für Energie- und Gebäudetechnik (m/w/d) oder als Informationselektroniker (m/w/d) absolvieren, sondern auch als Kaufmann für Büromanagement (m/w/d).
Auf der Berufsorientierungsmesse stehen daher die aktuellen Auszubildenden Julian und Finja den Schülerinnen und Schülern der Kleemannschulen für offene Fragen zur Verfügung. Beide absolvieren momentan die Ausbildung als Kaufmann bzw. -frau für Büromanagement. Finja berichtet: „Es ist ein sehr breit gefächerter Beruf mit interessanten Aufgaben. Die Arbeit in einem Handwerksbetrieb bringt viel Abwechslung in den Alltag. Generell assistieren wir den Projektleitern.“ Julian schließt sich an: „Die Abwechslung gefällt mir auch besonders gut. Ich lerne fast jeden Tag etwas Neues. Die Aufgaben sind unterschiedlich, beinhalten aber beispielsweise das Schreiben von Rechnungen und die Kommunikation mit Bauleitern oder Kunden.“ Interessierten Schülern empfehlen sie sich Mühe bei den Bewerbungsunterlagen zu geben und in dem Anschreiben Interesse am Unternehmen zu zeigen. Außerdem verraten sie: „Noten sind nicht immer ausschlaggebend. Viel wichtiger ist die eigene Motivation.“ Offene Stellenanzeigen können auf der Webseite von Vater Elektro eingesehen werden.

Julian und Fina absolvieren momentan eine kaufmännische Ausbildung bei Vater Elektro – und sind begeistert von der Abwechslung eines Handwerksbetriebs.
Sportlicher Alltag bei INTERSPORT Knudsen
Wer in der Wirtschaft arbeiten möchte, muss nicht unbedingt im Büro arbeiten. Viele kaufmännische Berufe enthalten auch viel Kundenkontakt, so auch der Berufsalltag bei dem beliebten Verbund von Sportfachhandeln INTERSPORT. Der Sporthändler ist mit tausenden Filialen in Europa vertreten und als Sponsor für zahlreiche Sportvereine und Events tätig. Azubi Niklas ist momentan im zweiten Lehrjahr zu seiner Ausbildung als Kaufmann im Einzelhandel und begrüßt uns am Messestand. Er berichtet: „Ich bin selbst sehr sportlich und habe nach einem Beruf gesucht, der mein Interesse aufgreift. Bei INTERSPORT Knudsen habe ich täglich mit Sportartikeln und interessierten Kunden zu tun. Meine Aufgaben gehen von der Warensortierung und-pflege bis zur Kundenberatung und dem Verkauf.“ Wir erfahren außerdem von den weiteren Ausbildungsmöglichkeiten bei INTERSPORT. Diese variieren je nach Standort und Geschäftsstelle. Generell gibt es Ausbildungen in den Bereichen Logistik, Verwaltung, Verkauf, Werkstatt oder auch Marketing. Bei INTERSPORT Knudsen wird aktuell die Ausbildung Kaufmann/-frau im Einzelhandel angeboten und Bewerbungen sind gerne gesehen. Niklas empfiehlt für eine Tätigkeit im Handel: „Wichtige Eigenschaften für den Beruf sind Freundlichkeit, Offenheit und Kommunikationsstärke, denn man ist viel im Kundenkontakt. Außerdem ist ein gepflegtes Äußeres empfehlenswert.“ Wer kaufmännische mit sportlichen Interessen verbinden will und Spaß am Verkauf hat, ist hier also genau richtig.
Nachhaltige und abwechslungsreiche Zukunft bei REMONDIS
Wirtschaftliche Berufsmöglichkeiten gibt es auch beim nächsten Messestand: Die Remondis-Gruppe ist das größte deutsche Unternehmen im Bereich Recycling, Wasserwirtschaft und Dienstleistungen für Kommunen und Industrie. „Ich kannte Remondis schon von klein auf und wusste, dass sie mit Abfall zu tun haben!“, berichtet die duale Studentin Ida am Messestand der Firma. Sie hat sich auf Empfehlung ihres Vaters bei Remondis beworben und ist sehr zufrieden mit ihrer Auswahl. „Ich studiere seit Oktober dieses Jahres BWL mit dem Schwerpunkt Logistik und konnte bereits spannende Einblicke in unterschiedliche Bereiche des Unternehmens erhalten. Besonders gefällt mir die Abwechslung und die angenehme Arbeitsatmosphäre.“ An die positiven Berichte schließt sich ebenfalls die zweite duale Studentin Fabienne an: „Ich habe Remondis durch eine Stellenanzeige kennengelernt und mich daraufhin für eine Ausbildung als Kauffrau für Büromanagement beworben. Diese hat mir so gut gefallen, dass ich nun ein duales BWL-Studium mit dem Schwerpunkt Accounting und Controlling begonnen habe.“ Weitere Ausbildungs- und Studienmöglichkeiten bei Remondis sind vielfältig, wie wir im weiteren Gespräch erfahren. So bietet das Unternehmen über 30 Ausbildungsberufe sowie zusätzlich duale Studiengänge an. In der Region Nord kann man sich für das Jahr 2024 beispielsweise für eine Ausbildung zum Berufskraftfahrer (m/w/d), zum Industriekaufmann (m/w/d) oder KFZ-Mechatroniker (m/w/d) bewerben. Auch der Start eines Dualen Studiums in Betriebswirtschaftslehre ist möglich. Für interessierte Personen haben Ida und Fabienne Tipps für eine erfolgreiche Bewerbung: „Wichtig ist, Interesse am Beruf und am Unternehmen Remondis zu zeigen. Man sollte unbedingt in die Bewerbung schreiben, weswegen man sich für eine Bewerbung bei uns entschieden hat. Ein guter Start in der Branche ist außerdem ein Praktikum.“ Wir bedanken uns für den spannenden Einblick und überlassen den Stand wieder den Schülerinnen und Schülern der Kleemannschulen, die sich bereits hinter uns angesammelt haben.
DIGI:BO und DiWiSH helfen bei der Berufsorientierung
Es wird Zeit an unseren eigenen Messestand zurückzukehren, an dem wir unsere Online-Plattform DIGI:BO vorstellen. Diese haben wir speziell für die digitale Berufsorientierung konzipiert und sie verfolgt das Ziel regionale Unternehmen mit interessierten Schülerinnen und Schülern zu verknüpfen sowie ihnen einen umfangreichen Überblick über Ausbildungs- und Studienmöglichkeiten in Schleswig-Holstein und Hamburg zu geben. Zusätzlich bieten wir ein hilfreiches Angebot rund um die Themen Bewerbung, Schulabschluss, Start ins Berufsleben oder Finanzen an. An unserer Seite steht die DiWiSH (Digitale Wirtschaft Schleswig-Holstein) als ein wichtiger Kooperationspartner, deren Fokus die Stärkung digitaler Berufe ist. Schulmessen wie heute zeigen immer wieder das Interesse der Schülerinnen und Schülern an der Digitalbranche, aber auch daran, dass hier meist nur wenige Ausbildungsberufe bekannt sind. Mit dem Informationsgehalt von DIGI:BO und DiWiSH helfen wir Schülerinnen und Schülern gerne weiter.

An unserem Messestand stellen wir nicht nur DIGI:BO und DiWiSH vor, sondern helfen Schülern auch bei offenen Fragen.
Fazit: Spannende Messe mit viel Austausch
Nach einem erfolgreichen Messetag und vielen interessanten Gesprächen wird uns wieder deutlich, wie wichtig der direkte Austausch mit den Schülerinnen und Schülern ist, um einen erfolgreichen Übergang vom Schul- in das Berufsleben zu gewährleisten. Auch Unternehmen untereinander können gegenseitig von ihren Erfahrungen profitieren und Messen sind ein idealer Ort hierfür. Vielen Dank für die Einladung – wir haben uns sehr gefreut, dabei zu sein!
Euer ME2BE-Messeteam
TEXT ME2BE
FOTO Jessie Sperling