4. StartUp Challenge SH – von flüssigen Schutzwesten bis zur App für Pflanzenpflege

4. StartUp Challenge SH – von flüssigen Schutzwesten bis zur App für Pflanzenpflege

Mehr als 1.000 Jugendliche aus 15 Schulen in ganz Schleswig-Holstein nehmen in diesem Jahr an der StartUp Challenge teil. In 210 Teams treten sie in der ersten Runde gegen ihre jeweiligen Mitschüler an. Die Gewinner dürfen sich dann beim Landesfinale an der HAW Kiel  am 27. Februar beweisen. ME2BE hat das Regionalfinale des RBZ Technik in Kiel begleitet. 

Mit der Unterstützung des Kieler Innovations- und Technologiezentrums (KITZ) haben neun Teams Ideen entwickelt, erste Prototypen gebaut und einen Messestand gestaltet. Die besondere Schwierigkeit: Alle teilnehmenden Elftklässler sind erst seit diesem Schuljahr am RBZ. Die Jury, darunter Vertreter der Kieler Volksbank, Förde Sparkasse, IHK Kiel, Unternehmensgruppe Zöllner sowie Prof. Dr. Kay Poggensee von der HAW Kiel, bewertet verschiedene Aspekte der Projekte – von der Idee über die Umsetzung bis zur Präsentation. 

Diese jungen Gründerinnen und Gründer traten in Kiel an 

Die Projekte der Schülerinnen und Schüler geben Aufschluss darüber, welche Themen den Jugendlichen und jungen Erwachsenen am Herzen liegen: Die Präsentationen drehen sich um Umweltschutz, Sicherheit, Jobsuche, Gesundheit und nachhaltige Beziehungen zu anderen Menschen. 

Das KITZ ist Kiels Technologiezentrum und richtete das Regionalfinale aus.

Das KITZ ist Kiels Technologiezentrum und richtete das Regionalfinale aus.

Den Anfang macht das Team um „Ecodrop“, einem mobilen Pfandautomaten, der für größere Events und von Schulen gemietet werden kann, um Plastikmüll zu vermeiden. Auch die darauffolgende Gruppe beschäftigt sich mit der Umwelt. „Save your Plants“ soll die App heißen, die die Jugendlichen auf den Markt bringen wollen, um sich auch zuhause mit gesunden Pflanzen zu umgeben.

Gute Taten per App tracken 

Bei „M.A.J.L Life“ geht es um Sicherheit im öffentlichen Raum. Eine Schutzjacke, ausgestattet mit newtonscher Flüssigkeit, soll Hieb- und Stichverletzungen abwehren beziehungsweise die Folgen eines Angriffs mildern. „Die Flüssigkeit wird bei schnellen Berührungen sofort hart“, erklärt der Sprecher der Gruppe.

„Side Quest“ spricht sich hingegen für mehr soziale Interaktion und ein Leben „mit mehr realen Tätigkeiten“ aus. Das Team hat eine App entwickelt, die durch Gamification soziales Engagement, nachhaltige Taten oder auch Treffen mit Freunden belohnt. Darunter könnte auch die Idee der Gruppe „Create a dish“ fallen. Sie haben ein Restaurantkonzept entwickelt, bei dem Gäste Rezeptideen einreichen können. „So können sich Menschen über das gemeinsame Essen und Kochen verbinden“, sagt die Sprecherin der Gruppe. 

Jobsuche per Tinder-Prinzip? 

Das sechste Team hat sich mit dem Thema Jobsuche befasst und eine App entwickelt, die wie gängige Dating-Apps nach dem Swipe-Prinzip funktioniert. „Wischt man nach rechts, möchte man sich für den vorgeschlagenen Job bewerben“, erklärt die Gruppe. Wer zwar digital interessiert ist, jedoch trotzdem nicht auf das Gefühl verzichten will, auf Papier zu schreiben, kommt bei „BluePrint“ auf seine Kosten. Kjell Hansen hat eine papierähnliche Schreibhardware entwickelt, die wie ein Tablet zum Schreiben funktioniert und jederzeit reparierbar ist. „So vermeidet man, Geräte vor ihrer Zeit wegwerfen zu müssen, wenn sie mal einen Fehler haben“, erklärt er. 

Das Team rund um „Neurochat.com“ hat es sich zur Aufgabe gemacht, Menschen mit Autismus per App mit besseren Hilfsangeboten zu versorgen. Außerdem soll der Kontakt untereinander gefördert werden. Die letzte Gruppe des RBZ Technik, die an diesem Tag ihr Projekt präsentiert, nennt sich „Glockenwacht“. Die Frauen haben einen Prototypen in Form einer Glocke entwickelt, die man sich ans Motorrad hängen kann, um im Falle eines Unfalls die Fahrtdaten an Verwandte zu übermitteln. „Die Glocke ist technisches Accessoire und Schutzengel in einem“, sagen die Gruppenmitglieder.

Bernd Krohn hat die Startup Challenge initiiert 

Im Gespräch mit Bernd Krohn, dem Initiator des Wettbewerbs, wird deutlich, wie wichtig es für die Jugendlichen und jungen Erwachsenen ist, in ihrer schulischen Laufbahn mit einer Aufgabe wie der StartUp Challenge derart ins kalte Wasser geschmissen zu werden. „Die Schülerinnen und Schüler bekommen die Unterstützung, die sie brauchen, aber sie müssen neben der Schule viel für ihr Projekt arbeiten, um ausgereifte Ideen zu präsentieren“, sagt Krohn. Das eigene Projekt nur wenige Monate nach Beginn des Schuljahres vor der Jury zu präsentieren, sei dann bereits ein toller Sieg – unabhängig davon, wer das Regionalfinale gewinne. 

Der Gewinn des Regionalfinales wird mit einer Summe von 400 Euro belohnt. Beim Landesfinale ist der erste Platz mit 3.000 Euro, der 2. Platz mit 2.000 Euro und der dritte Platz mit 1.000 Euro dotiert.

Side Quest gewinnt den ersten Platz des RBZ Technik.

Side Quest gewinnt den ersten Platz des RBZ Technik.

Nach einer kurzen Beratungszeit ist sich die Jury im KITZ einig: Die Gruppe „Side Quest“ gewinnt mit ihrem App-Prototypen den ersten Platz. Der zweite Platz geht an Kjell Hansen für seine papierähnliche Schreibhardware. Die Gruppe „M.A.J.L Life“ gewinnt mit ihrer Schutzweste den dritten Platz. Am Freitag, dem 27. Februar, wird sich „Side Quest“ mit den Gewinnerinnen und Gewinnern der anderen 14 Schulen messen. 

Der zweite Platz des Regionalfinales geht an Blue Print

Der zweite Platz des Regionalfinales geht an Blue Print

TEXT Morgana Pfeifer Schridde

FOTOS Mareike Neumann