Der neue Bürgermeister der Gemeinde Leck heißt Andreas Deidert. Der gebürtige Niedersachse schlug nach der Realschule eine Laufbahn bei der Bundeswehr ein, wurde Berufssoldat und war in seiner Karriere an vielen Orten im In- und Ausland stationiert. 2002 kam er nach Leck und blieb. ME2BE hat ihn gefragt, was die Gemeinde gerade für junge Leute lebenswert macht.
Herr Deidert, am 1. April übernehmen Sie für sechs Jahre das Amt des Bürgermeisters. Freuen Sie sich darauf?
Ja, ich freue mich auf die Arbeit. Ich habe Leck als Bürgervorsteher kennen und schätzen gelernt. Jetzt möchte ich im Amt des Bürgermeisters die Entwicklung unserer Gemeinde weiterführen.
Wofür stehen Sie persönlich?
Ich stehe für eine Offenheit im Dialog. Meine Stärke liegt darin, auf Menschen zuzugehen, zwischen unterschiedlichen Interessen zu vermitteln und auch gegen Widerstände die Interessen der Gemeinde durchzusetzen.
Haben Sie einen Leitspruch?
„Schaue gelegentlich zurück, aber blicke immer nach vorn!“
Was hebt die Gemeinde Leck von anderen ab?
Wir sind mit fast 8.000 Einwohnern die viertgrößte Gemeinde Nordfrieslands und befinden uns mitten zwischen den Meeren, im hohen Norden Schleswig-Holsteins. Wir sind umzingelt von einer wunderschönen Landschaft: vom Langenberger Forst bis zum Klintumer Moor, vom Karlumer Wald bis zur Niederung der Lecker Au – ein einzigartiges Paradies für Naturliebhaber. Und die Lecker Bürgerinnen und Bürger sind in ihrer Offenheit ebenso besonders.
Wie ist die Arbeitsmarktsituation in der Gemeinde Leck?
Mit der Bundeswehr und dem Druckunternehmen Clausen & Bosse (CPI-Gruppe) hat die Gemeinde Leck zwei große Arbeitgeber, die zahlreiche Ausbildungsplätze anbieten. Wir sind froh, dass wir für die Ausbildungswerkstatt der Bundeswehr eine Bestandsgarantie erhalten haben. Ansonsten haben wir viele klein- und mittelständische Unternehmen in der Region, die auch ausbilden. Dazu zählen die NOSPA und die VR Bank Niebüll, aber auch der Einzelhandel sowie viele Handwerksbetriebe.
Welche Projekte planen Sie für Leck?
Zwei Großprojekte stehen im Vordergrund: An erster Stelle planen wir die Konversion, also die Umwandlung des Fliegerhorstes, mithilfe der Wirtschaftsförderung Nordfriesland. Gemeinsam mit den Nachbargemeinden Tinningstedt und Klixbüll soll auf dem ca. 370 Hektar großen Gelände u.a. ein großer Businesspark, ein Airpark und neuer Wohnraum entstehen. Wir möchten Unternehmen anlocken, um qualifizierte Arbeits- und Ausbildungsplätze für unsere Region zu schaffen.
Ein zweites Großprojekt ist die Sanierung des „Lecker Ostens“. Dieser Ortsteil ist geprägt von einem sehr bunten Einwohner-Mix und der Bausubstanz der ehemaligen Bundeswehr-Wohnungen. Hier möchten wir im Rahmen des Projekts „Soziale Stadt“ vieles attraktiver gestalten, z.B. Spielplätze und Grünanlagen, werden aber auch allgemein in die öffentliche Infrastruktur investieren.
Was hat die Gemeinde Leck jungen Leuten zu bieten?
Da hat Leck einiges zu bieten. Wir haben über 80 Vereine, vom Boßel- bis zum Tauchverein, ein riesiges Stadion mit der angrenzenden Nordfrieslandhalle, eine tolle Reithalle des Reit- und Fahrvereins, Schwimm- und Erlebnisbad, Tennisanlage mit Tennishalle, zwei Freiwillige Feuerwehren mit Jugendfeuerwehr, eine sehr aktive Volkshochschule, die Nordsee Akademie, den Bürgerpark, den Augarten, einen barrierefreien Kletterpark, das Leck Huus, eine Sportfluggruppe und unseren deutschlandweit bekannten Calli-Schaschlik-Imbiss!
Auf welche Veranstaltungen darf man gespannt sein?
Es gibt natürlich wieder jede Menge Sportveranstaltungen über das ganze Jahr verteilt. Besonders freuen wir uns auf die musikalischen Sommer-Events im Augarten und das Bürgerfest Anfang September.
Thema Flüchtlinge. Wie ist die Situation hier?
Wir haben rund 250 Flüchtlinge aufgenommen und sie in freiem Wohnraum im gesamten Gemeindegebiet untergebracht. Regelmäßig bieten wir Willkommensveranstaltungen im Rathaus an und vermitteln zusammen mit den Paten eine erste Orientierung bei Kaffee, Tee und Keksen. Ich bin sehr stolz auf alle Bürgerinnen und Bürger, dass es in der Gemeinde Leck eine breite Unterstützung der Flüchtlingsaufnahme gibt. Eine neue Flüchtlingsunterkunft ist im Rahmen der Konversion des Fliegerhorstes geplant.
Wobei können Sie am besten entspannen?
Beim Joggen und wenn ich als Jugend-Schwimmtrainer in unserer Schwimmhalle am Beckenrand stehe.
Mit welchen drei Begriffen würden Sie Ihre Gemeinde beschreiben?
Offen – für Veränderung und andere Menschen. Ehrlich – um Probleme direkt anzusprechen und abzustellen. Zuversichtlich – alle Herausforderungen zu meistern.
Herr Deidert, die Pommes waren lecker. Vielen Dank für das Gespräch.
TEXT Christian Dorbandt
FOTO Sebastian Weimar