Warum die Schule am Thorsberger Moor bei Schülern so „angesagt“ ist.
Unter Archäologen und Historikern ist das Thorsberger Moor ein beliebter Schauplatz. Hier wurden Waffen, Kleidung, Schmuck und Haushaltsgegenstände aus dem dritten Jahrhundert nach Christus gefunden. Alles zu bestaunen … im Landesmuseum im Schloss Gottorf. Unter Schülerinnen, Schülern und Eltern ist die Schule am Thorsberger Moor ein beliebter Schulplatz. Hier findet man heute Schülerinnen und Schüler, die gern zur Schule gehen, ein freundschaftliches Verhältnis zu ihren Lehrern pflegen und sich über ein üppiges Schulangebot freuen. Alles zu bestaunen … an der Gemeinschaftsschule Süderbrarup
Dienstagmorgen. 9.50 Uhr. Ein ganz normaler Schultag. Normal? Vielleicht an anderen Schulen. Nicht an der Schule am Thorsberger Moor. Da findet um diese Zeit der Wahlpflichtkurs „Modenschau“ im Schulfoyer statt. Heidi Klum lässt grüßen! Coole Musik, Schüler auf dem Catwalk, Luftballons und Konfetti … wow. Und ein Blick auf die Schulchronik auf der Webseite der GMS Süderbrarup verrät: An diesem Ort war schon früh was los! Die ältesten Dokumente über eine Kirchspielschule stammen aus dem Jahr 1606. Mehr als 400 Jahre später befindet sich am Schulstandort Thorsberger Moor die Gemeinschaftsschule mit rund 560 Schülerinnen und Schülern, mit Förderzentrumsteil und angrenzender Oberstufe des BBZ Schleswig. Im 17. Jahrhundert war schulisches Lernen vorwiegend Geistlichen und Adligen vorbehalten. Heute gibt es die allgemeine Schulpflicht und in der Schulsatzung der GMS heißt es: „Jeder hat ein Recht, angstfrei und ungestört zu lernen!“
„Bei uns wird jeder mit seinen Stärken und Schwächen ernst genommen.“
„Ich mag meine Schule, weil sie uns ein breites Angebot von Projekten, Wahlpflicht- und Leistungskursen anbietet“, meint Jannik. „Ich finde es toll, dass wir große Unterstützung bei der Vorbereitung auf die Abschlussprüfungen erhalten!“, findet Angelina. Und Tjalf ist davon begeistert, „dass wir in den Schulpausen den Gummiplatz zum Fußballspielen nutzen dürfen!“. Dass seine Schule bei den Schülern so „en vogue“ ist, stimmt Rektor Rolf Lausen gut gelaunt. „Wir versuchen, unseren Schülerinnen und Schülern frühzeitig Verantwortung zu übertragen“, beschreibt er ein zentrales Anliegen. „Und wir legen großen Wert auf ein angenehmes Schulklima.“ Nun, das scheint gut zu klappen. Bei den Schülern ist die Schule ziemlich angesagt. Ein häufig genannter Grund: Das tolle Kursangebot. Beispiele gefällig? Spannende Wahlpflichtkurse, wie „Modenschau“, „Gestalten“, „En Vogue“. Oder „Jugendleiter“ (mit Erwerb des Jugendleiterscheins), „Schulsanitäter“, „Schülermitaufsicht“ (Unterstützung der Pausenaufsicht), „Schüler helfen Schülern“ (Nachhilfe), „Kids Club“ (Betreuung der Grundschüler), „Schülervertretung“, „Cafeteriakurs“, „Legis helfen Legis“ oder „Schülerbücherei“. Übrigens – im Caféteriakurs kochen Schüler für Schüler das Mittagessen in den zwei Schulküchen. Inklusive Einkauf aller Lebensmittel!
„Bei uns wird jeder mit seinen Stärken und Schwächen ernst genommen“, sagt Berufsorientierungslehrer Kay Harms. „Das ist das, was uns auszeichnet. Früher waren Lehrer eher die Pauker an der Tafel. Heute verstehen wir uns eher als Lernbegleiter, haben ein respektvolles und kameradschaftliches Verhältnis zu den Schülern.“ An der Gemeinschaftsschule Süderbrarup gibt es ein gutes Tempo, den richtigen Ton. Alles wirkt unverkrampft und lebenspraktisch. Hier werden täglich gute Grundlagen für die Zukunft geschaffen.
TEXT Christian Dorbandt
FOTOS Lily Blechschmidt