Einsatz für die RKiSH!

Einsatz für die RKiSH!

Notfallsanitäterin Lena Söth erklärt die Übernahme eines Notfalleinsatzes

„Zu Dienstbeginn unternehmen wir eine technische Prüfung der Rettungswagen. Dazu gehören ein Lichttest, ein Blau­licht-­Test, ein Bremsenfunktionstest sowie die Überprüfung des Ölstandes und des Scheibenwischwassers. Auch das gesamte medizinische Equipment wird umfangreich überprüft.

Die Standardbesetzung eines Rettungswa­gens besteht aus zwei Notfallsanitätern/­in­nen oder einem/r Notfallsanitäter/in und einem/r Rettungsassistenten/in. Laut Gesetz geht auch ein/e erfahrene/r Rettungssanitäter/in als zweiter Mann. Bis zur Mitte des zweiten Ausbil­dungsjahres begleiten uns zusätzlich Auszu­bildende als dritte Einsatzkraft. Vor jedem Einsatz vereinbaren wir, wer den RTW fährt und wer die Teamleitung übernimmt. In der Regel wechseln wir nach jedem Einsatz die Aufgaben. Bei einem Notfalleinsatz steigen wir sofort in den RTW. Als Teamleiterin melde ich mich zuerst per Knopfdruck über Funk bei der Leitstelle und übernehme damit offiziell den Einsatz.

Lena Söth

Hat ihren Traumberuf gefunden: Notfallsanitäterin Lena Söth.

Als Fahrerin hingegen stelle ich meinen Sitz und die Außenspiegel auf meine Körpergröße ein, sodass ich das Gas­ und Bremspedal gut erreichen kann. Ein Kupplungspedal gibt es nicht, da unsere RTWs mit Automatikgetriebe ausgestattet sind. Mit einem Blick nach hinten prüfe ich, ob alle Personen anwesend sind und sich ordnungsgemäß angeschnallt haben. Erst dann starte ich den Motor und fahre aus der Halle raus. Auf dem Bordmonitor erhalte ich alle Informationen zu dem Einsatz, u.a. die Einsatzadresse, die vorliegenden Infos zum Patienten und ob die Fahrt mit Sonderrech­ten gefahren werden darf. Bei einem Notfall mit Sonderrechten darf ich beispielsweise die zulässige Höchstgeschwindigkeit über­schreiten. Um mein Wegerecht in Anspruch zu nehmen, muss ich Blaulicht und Mar­tinshorn einschalten. Zusätzlich zum Blau­licht auf dem Dach des RTW kann ich auch Blaulichter am Kühlergrill aktivieren sowie gelbe Blitzlichter an den hinteren Seiten. Bei Dunkelheit kann ich die Außenschein­werfer nutzen, um Hausnummern schneller zu erkennen. Für Rückwärtsfahrten schalte ich eine Heckkamera an, die mir auf dem Bordmonitor anzeigt, was hinter dem RTW passiert.“

TEXT Christian Dorbandt
FOTOS Eric Genzken, RKiSH