„DYNAMISCH UND INNOVATIV UNTERWEGS“ im ChemCoast Park

„DYNAMISCH UND INNOVATIV UNTERWEGS“ im ChemCoast Park

Wirtschafts- und Arbeitsminister Bernd Buchholz über Zukunftschancen im ChemCoast Park, gut bezahlte Industriejobs und Karrierewege für Jugendliche.

ME2BE: Warum ist der ChemCoast Park in Brunsbüttel so wichtig als Industriestandort für Schleswig-Holstein?

Bernd Buchholz: Unter anderem, weil an diesem Park 12.500 direkte und indirekte Arbeitsplätze hängen – davon allein 4000 in Brunsbüttel selbst. Das ist für die ansonsten eher strukturschwache Westküste ein riesiges Pfund. Zudem besitzt der ChemCoastPark eine einzigartige logistische Lage direkt an der Elbe und verfügt damit gleichermaßen über eine große Nähe zur Metropole Hamburg und durch den Nord-Ostsee-Kanal über eine enge Verbindung nach Skandinavien, ins Baltikum und nach Russland. Außerdem bietet eine erschlossene Fläche von 450 Hektar als Industriegebiet genügend Raum für Wachstum.

Wie wird der Hafen in Brunsbüttel wachsen?

Wenn man sich allein die Zahlen der Schramm-Group in den letzten Jahren anschaut, dann dürfte der Hafen vor allem stetig wachsen. Zur „Hafen-Familie“ der Schramms zählen inzwischen ja auch Kaianlagen in Glückstadt, Rendsburg, Hamburg und Schweden. Großes Wachstumspotenzial sehe ich weiterhin einerseits im „Klassiker“ Massengut, aber auch rund um das Thema saubere Energie – man denke nur an die Vorplanungen des niederländischen Konzerns Gasunie für den ersten deutschen LNG-Terminal.

Bernd Buchholz

Wirtschafts- und Arbeitsminister Bernd Buchholz

Warum gelten die vielen großen Betriebe im ChemCoast Park als “Jobmotor” für die Westküste?

Weil hier unzählige Firmen enorm dynamisch und innovativ unterwegs sind. Man denke nur an die jüngst in Betrieb genommene größte Produktionslinie für den Diesel-Zusatz AdBlue des norwegischen Konzerns Yara oder die regelmäßigen Millionen-Investitionen des südafrikanischen Energie- und Chemieriesen Sasol in den Standort. Auch die Spedition Kruse behauptet sich hervorragend im Wettbewerb, investiert in Modernisierung und Erweiterung – alles das bietet ausgezeichnete Perspektiven für sichere und gut bezahlte Industriearbeitsplätze.

Was passiert, damit der Standort in Zukunft attraktiv für Unternehmen und Arbeitsplätze bleibt?

Die Firmen tragen bereits durch ihre Investitionen eine Menge bei; parallel dazu sorgt die Landesregierung mit ihrer Industriepolitik dafür, dass weitere Pflöcke – Beispiel LNG-Terminal – eingeschlagen werden können. Weitere wichtige Themen sind aber auch die erneuerbaren Energien sowie die Raffinerie in Hemmingstedt als Hotspot für Wasserstoff mit der Fachhochschule Westküste als wissenschaftlichem Partner.

Alles das bietet ausgezeichnete Perspektiven für sichere und gut bezahlte Industriearbeitsplätze.

Was bedeutet das für die Ausbildungschancen für Schulabgänger/innen?

Dass es sich für jede/n Schulabgänger/in lohnt, sich hier einmal umzusehen. Ob Brunsbüttel-Ports, Covestro, Sasol, Yara und, und, und. Jugendliche sollten sich für die gewerblich-technischen Ausbildungsberufe dieser Betriebe interessieren und öffnen, indem sie einfach auf die ChemCoast Park-Homepage gehen und die Seite „Jobs“ anklicken.

Warum ist eine gute duale Ausbildung im Unternehmen und in der Berufsschule so wichtig für junge Leute?

Weil diese Ausbildung ein Erfolgsmodell ist, das äußerst zuverlässig auf das Berufsleben vorbereitet und um das wir in allen anderen Ländern sehr beneidet werden. Durch Projekte, wie etwa die Lehrlingsbaustellen, unterstützt die Landesregierung auch diesen Karriereweg und verfolgt stets den praxisorientierten Ansatz: ganz nah dran an den jungen Menschen.

Welche Tipps würden Sie Schüler/innen der 9. und 10. Klassen geben, die nach dem Traumjob und dem richtigen Ausbildungsplatz suchen?

Vor allem, sich rechtzeitig schlau zu machen – idealerweise über ein Praktikum – und dann eine der sieben landesweiten Jugendberufsagenturen der Kommunen aufzusuchen, und sich beraten zu lassen. Außerdem gibt es Produktionsschulen für junge Menschen unter 25 Jahren, die aufgrund ihrer persönlichen Situation und fehlender Basiskompetenzen Probleme auf dem Arbeitsmarkt haben.

TEXT Joachim Welding
ILLUSTRATION Sascha Düvel
FOTO Wirtschaftsministerium SH