Gymnasiums Bondenwald in Hamburg: Die Krebsbesieger von morgen

Gymnasiums Bondenwald in Hamburg: Die Krebsbesieger von morgen

Schüler des Gymnasiums Bondenwald sehen im Hamburger European ScreeningPort dem größten Feind des Menschen ins Auge

Wer sich für die MINT-Themen Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik interessiert, der muss einfach mal selbst erfahren, was man damit alles machen kann. Das ist die Idee hinter dem Projekt EVAT. Das steht für Entdecken, Verstehen, Anwenden, Transferieren – und bringt Schüler und Unternehmen zusammen. Man trifft sich zum Beispiel im Labor und macht zusammen echte Experimente.

EVAT ist in verschiedenen Arbeitsphasen unterteilt. Die Schüler arbeiten zunächst in der Schule an dem Thema des kooperierenden Unternehmens und besuchen daraufhin das Unternehmen und experimentieren vor Ort. Zurück in der Schule entwickeln die Schüler eigene einfache Experimente zu dem Thema und bauen Experimentierkisten. Im letzten Schritt führen sie die selbstentwickelten Experimente mit Schülern der fünften Klasse durch. „Ich finde es super, dass wir die Jüngeren unterrichten dürfen!“, sagt Tim (13).

Begleitet wird EVAT durch das Team „Kinderforscher an der TUHH (Technische Universität Hamburg-Harburg)“, das die Schüler mit Beratung und Materialien unterstützt.

Das Gymnasium Bondenwald ist eine der drei an EVAT teilnehmenden Schulen und entsendete eine Schülergruppe der achten Klasse zu dem Wirkstoffforschungszentrum European ScreeningPort GmbH (ESP). Das Unternehmen arbeitet mit vielen großen Forschungseinrichtungen weltweit zusammen und testet Wirkstoffe gegen Krankheiten, wie beispielsweise Krebs. Wird ein passender Wirkstoff gefunden, so kann die Pharmaindustrie daraus später ein neues Medikament entwickeln.

Der Forschungstag im ESP begann für die Schüler mit einer kleinen Einführungspräsentation und wurde danach in ein kleines Labor verlegt, wo jeder Schüler einen Laborkittel und eine Schutzbrille bekam. Nach einigen Posen mit den Brillen und den wabbeligen blauen Gummihandschuhen, kehrte konzentrierte Ruhe ein und das eigentliche Experimentieren begann.

 

Die Schüler experimentierten mit verschiedenen Pipetten und übten das schrittweise Verdünnen von Lösungen. „An dem Projekt finde ich gut, dass wir so viele verschiedene Sachen wie die unterschiedlichen Pipetten ausprobieren und kennenlernen.“ sagt Lennart (13), der einmal Sportreporter werden möchte.

Da unter anderem mit einer fluoreszierenden Substanz gearbeitet wurde, konnten die Schüler die verschiedenen Verdünnungsstufen unter Schwarzlicht eindrucksvoll zum Leuchten bringen und so prüfen, wie genau sie gearbeitet hatten. „Dass wir selbst alles ausprobieren können, gefällt mir sehr gut. Die Fluoreszenzen finde ich sehr beeindruckend“, sagt Alina (13), deren Berufswunsch Innenarchitektin ist.

Zum Abschluss des Forschungstages blickten die Schüler schließlich noch sozusagen dem Feind ins Angesicht, als sie die Krebszellen unter dem Mikroskop betrachteten, gegen die der ESP zurzeit einen passenden Wirkstoff sucht.

 

Das EVAT-Projekt ist ein Projekt der Metropolregion Hamburg.
Kontakt: Marion Köhler, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, presse@metropolregion.hamburg.de

 

Pädagogische Begleitung: KINDERFORSCHER AN DER TUHH
Die Schüler, Lehrer und Unternehmen werden unterstützt durch das KINDERFORSCHER AN DER TUHH-Team. Dieses entwickelt seit fünf Jahren selbst Experimentierkisten aus Alltagsmaterialien zu den ingenieurwissenschaftlichen Forschungsinstitutsthemen der Technischen Universität Hamburg-Harburg (TUHH).
Das KINDERFORSCHER AN DER TUHH-Team wird geleitet von Prof. Dr. Andreas Liese, Mathematik- und Chemielehrerin Gesine Liese und Dipl.-Ing. Julia Husung.
Informationen unter www.kinderforscher.de

Text Mona Harry
Fotos Eva Neuls