Wie nehmen Schüler ihr tägliches Lernen wahr? Wie hilft ihnen das BBZ Rendsburg-Eckernförde dabei? Lesen Sie Stimmen aus der Berufsschulklasse der Zahnmedizinischen Fachangestellten aus dem 1. Lehrjahr im BBZ in Rendsburg.
Alina lässt sich zur Zahnmedizinischen Fachangestellten ausbilden, um im Anschluss studieren zu können. Das BBZ hilft ihr sehr konkret, damit sie das angestrebte Ziel erreichen kann.
ME2BE: Alina, Du machst eine Ausbildung zur Zahnmedizinischen Fachangestellten?
Alina: Genau, ich bin im ersten Lehrjahr und mache die Ausbildung in einer Zahnarztpraxis in Büdelsdorf.
Wie empfindest du die Unterstützung der Schule?
Auf jeden Fall sehr sinnvoll.
Praxisnah?
Sehr praxisnah, da man sich Situationen einfach viel besser merken kann.
Wie ist die Arbeit mit den Lehrern?
Die ist sehr gut. Wir haben ganz viele Lernfelder mit unterschiedlichen Lehrern. Das ist in mehrere Kategorien aufgeteilt. Wir spezialisieren uns hier zum Beispiel auf die Hygiene oder das Zahnschema. Die theoretische Unterstützung von der Schule ist super.
Wie sind deine beruflichen Ziele, was möchtest du mit der Ausbildung erreichen?
Ich möchte Zahnmedizin studieren. Da ich Fachhochschulreife habe, mache ich die Berufsausbildung, um dadurch schon die Praxis kennenzulernen. Das ist mein Plan.
Die 19-jährige Kristina verfolgt einen Kindheitstraum und setzt diesen nach und nach in die Tat um. Den Anfang macht die Ausbildung zur Zahnmedizinischen Fachangestellten.
ME2BE: Warum hast Du Dich entschieden, die Ausbildung zur Zahnmedizinischen Fachangestellten (ZFA) zu machen?
Kristina: Ich habe im Sommer 2024 mein Abi gemacht und möchte gerne Zahnmedizin studieren.
War das schon so ein Kindheitstraum?
Ja, ich will das schon ganz lange machen. Leider ist der Numerus Clausus an den Hochschulen ziemlich hoch. Der liegt durchschnittlich bei 1,0. In Hamburg zum Beispiel auch bei 0,8. Das ist ziemlich schwer, und ich wollte nicht direkt nach der Schule anfangen zu studieren. Ich dachte, dass ich erst einmal die Ausbildung zur ZFA mache. Das verbessert zum einen meinen Schnitt, wodurch ich dann besser in meine Traum-Universität hinein komme.
Welche Universität ist das?
Am liebsten würde ich in ein Modellstudium gehen, das wäre zum Beispiel in Hamburg. Oder natürlich so Unis wie Heidelberg, die sind ja bekannt für Medizin und Zahnmedizin. Im Mai schreibe ich den Mediziner-Test (TMS). Die dort erzielten Punkte werden angerechnet. Mit Ausbildung und TMS komme ich dann eigentlich sicher in ein Studium.
Was braucht man sonst? Realschule?
Ja genau, ESA. Man kann seinen mittleren Schulabschluss während der Berufsausbildung machen. Dann kriegt man, wenn man die ZFA-Ausbildung macht, bei einem bestimmten Notendurchschnitt den mittleren Schulabschluss (MSA) angerechnet.
Wie empfindest du die Unterstützung der Schule?
Die ist sehr gut. Theorie und Praxis werden sehr gut vermittelt. Das beste Beispiel ist, wenn wir ein Thema im Unterricht durchgenommen und auch an einem Modell gezeigt bekommen haben, wie zum Beispiel eine Zahnfleischkapuze aussieht, man das in der Praxis sieht – dann weiß man direkt, um was es sich handelt und wie es behandelt wird. Ich glaube, viele Schulen sind gar noch nicht so weit. Hier wird dieser Praxisbezug geboten. Das hilft auf jeden Fall.
Welche beruflichen Ziele hast du nach dem Studium?
Nach dem abgeschlossenen Studium möchte ich gerne Kieferorthopädin werden und irgendwann meine eigene Praxis eröffnen.
Die 19-jährige Henriette hat ebenfalls einen konkreten Karriereplan im Kopf und setzt diesen um. Wie ihr die Zeit am BBZ dabei hilft, erklärt sie im Kurz-Interview.
Praxisnahes Lernen: Drei angehende Zahnmedizinischen Fachangestellten üben eine Behandlungssituation
ME2BE: Warum hast du dich entschieden, diese Ausbildung zu machen?
Henriette: Ich möchte Kieferorthopädin werden. Die Motivation, die dahinter steckt, ist: Ich war selbst sehr lange in kieferorthopädischer Behandlung und fand die Thematik einfach sehr interessant. Ich habe lange überlegt, ob ich wirklich in die Richtung gehen möchte, weil das Studium sehr anspruchsvoll ist.
Wie lange studiert man, bis man Kieferorthopäde ist?
Nach sechs Jahren Studium folgt noch eine vierjährige Facharztausbildung.
Das heißt, man ist nach zehn Jahren fertig?
Im Idealfall. Von daher braucht man ja erst einmal einen gewissen Mut, um sich dafür zu entscheiden. Ich habe mich aber auch für diese Ausbildung entschieden, um etwas in der Tasche zu haben. Etwas, womit man sich das Studium finanzieren kann. Zahnmedizin ist einer der teuersten Studiengänge in Deutschland, weil man sich das ganze Equipment selbst kaufen muss.
Das was ihr hier in der Schule praktisch kennenlernt, könnt ihr das auch in der Praxis täglich umsetzen?
Ich persönlich bin in einer kieferorthopädischen Praxis. Der Unterschied zu einer gewöhnlichen Zahnarztpraxis ist: Die Behandlung, die wir hier im Unterricht durchnehmen, die erlebe ich im Alltag in der Praxis nicht. Aber gerade die Basics, die wir lernen, helfen mir sehr.
Wie empfindest du das Niveau der Lehrer?
Ich komme vom Gymnasium, und die Lehrer hier sind so viel mehr motiviert. Die versuchen wirklich, jeden mitzunehmen. Wir machen Gruppen- und Einzelarbeiten, lernen sehr viel digital. Ich empfinde es als sehr gut.
TEXT Markus Till
FOTOS Henrik Matzen