Bereits zum achten Mal fand die Eventreihe statt und war beliebter denn je: Rund 49 Unternehmen und weiterführende Schulen nahmen am vergangenen Samstag an der Berufsinformationsmesse KROBIM teil. Die Veranstaltung bietet Betrieben aus der Region die einmalige Chance, mit jungen Menschen ins Gespräch zu kommen und potenzielle Nachwuchskräfte für sich zu gewinnen. Das hat sich auch bei vielen Unternehmen aus dem MINT-Bereich herumgesprochen.
Egal ob Tag der Technik, Mint4Girls oder der Bau von Bienenbänken im Schulgarten: Die Gemeinschaftsschule Kronshagen setzt sich aktiv dafür ein, die Schülerinnen und Schülern an die Bereiche Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik (kurz: MINT) heranzuführen. Für ihr besonderes Engagement wurde die GMS sogar in das Exzellenz-Netzwerk MINT-Schule Schleswig-Holstein aufgenommen. Kein Wunder also, dass auch auf der diesjährigen Berufsmesse, die in Kooperation mit dem Gymnasium Kronshagen stattfindet, viele MINT-Unternehmen zu finden waren.
„Ich war überrascht, wie viele Betriebe proaktiv auf mich zugekommen sind, weil sie von der Messe gehört haben und unbedingt auch dabei sein wollten.“
Sandra Rosenberger, Koordinatorin für die Berufliche Orientierung
Interaktive Angebote auf der KROBIM 2026
Direkt im Eingangsbereich der GMS lud die Agrolab Group die Besucherinnen und Besucher zum Experimentieren ein. Am Stand der Laborgruppe lagen Reagenzgläser mit einer bunten Flüssigkeit und Pipetten bereit. „Das ist Wasser mit Lebensmittelfarbe. So können die Schüler mal ausprobieren, wie Pipettieren funktioniert“, erklärt Luca Hellstern. Der 21-Jährige ist aktuell in seinem dritten Lehrjahr als angehender Chemielaborant am Standort Kiel. Seiner Meinung nach sollte man vor allem „Interesse an Chemie, eine große Portion Neugier und ein gewisses Fingerspitzengefühl“ mitbringen. „Die Grundkenntnisse lernt man alle in der Ausbildung.“ Mit über 30 Niederlassungen in Europa gehört die Agrolab Group zu den Marktführern im Bereich Agrar-, Umwelt-, Wasser- und Lebensmittelanalytik. Der Standort Kiel hat sich vor allem auf den Agrar-, Lebensmittel- und Futtermittelsektor spezialisiert.

Karriere beim GMSH: Technik und Nachhaltigkeit unter einem Dach
Neben einigen neuen Ausstellern waren auch feste Größen wie das Gebäudemanagement Schleswig-Holstein (GMSH) dabei. „Wir vom GMSH bearbeiten Aufträge des Landes und des Bundes. Wenn zum Beispiel die Polizei neue Autos braucht, kümmern wir uns darum. Oder wir sanieren die Kasernen auf dem Marinestützpunkt in Kiel. Außerdem sind wir zuständig für die Bewirtschaftung der vom Land genutzten Liegenschaften“, zählt Mattis Ferner, angehender Kaufmann im Büromanagement, auf. Das GMSH legt viel Wert auf Nachwuchsförderung und bietet eine große Bandbreite an Ausbildungen und Studiengänge an.

Wer technisch interessiert ist und eine Ausbildung bevorzugt, kann sich bei GMSH zum Beispiel zum Fachinformatiker für Systemintegration (m/w/d) ausbilden lassen. Dafür seien ein technisches Grundverständnis und lösungsorientiertes Denken von Vorteil. „Unsere Studiengänge sind eigentlich alle MINT-thematisch“, erzählt Anna Klett, Ausbildungsreferentin für das duale Studium. „Der Studiengang Green Technology ist zum Beispiel eine Mischung aus Maschinenbau und Elektrotechnik“ Die Studierenden begleiten Ingenierue und Ingenieurinnen bei ihrer Arbeit, prüfen Gebäude energetisch und optimieren diese. „Wie der Name des Studiengangs schon sagt, liegt der Fokus auf Nachhaltigkeit.“
Kurs setzen für die Zukunft
Wer sich für Schifffahrt und Navigation interessiert, war am Stand von Anschütz richtig. Das Kieler Traditionsunternehmen bildet aktuell Industriemechaniker (m/w/d) und Industriekaufleute aus. Ab 2027 werden außerdem wieder die Ausbildung zum Fachinformatiker Fachrichtung Anwendungsentwicklung und zum Fachinformatiker Fachrichtung Systemintegration angeboten. Ausbilder Björn Mattson hat selbst gelernter Industriemechaniker und inzwischen seit über 20 Jahren bei Anschütz. Mit viel Geduld erklärt er den Jugendlichen auf der KROBIM 2026, worauf es in dem Beruf ankommt.

„Man sollte ein Interesse an Mathematik, Informatik und Technik sowie eine gewisse Feinmotorik mitbringen“, erklärt er. Auf der Messe hofft er vor allem auch Mädchen für den Beruf begeistern zu können. „Im gewerblich-technischen Bereich haben wir 90 Prozent Jungs und nur 10 Prozent Mädchen. Die Hemmschwelle bei weiblichen Bewerberinnen ist immer noch groß. Dabei müssen sich Frauen wirklich nicht verstecken. Unsere zwei angehenden Industriemechanikerinnen stecken die Jungs locker in die Tasche“, erzählt Björn Mattson schmunzelnd.
„Die Hemmschwelle bei weiblichen Bewerberinnen ist immer noch groß.
Dabei müssen sie sich nicht verstecken. Unsere zwei angehenden Industriemechanikerinnen
stecken die Jungs locker in die Tasche.“
Björn Mattson, Ausbilder bei Anschütz
Das RBZ Technik stellt sich vor
Als weiterführende Schule war unter anderem das RBZ Technik aus Kiel auf der KROBIM 2026 vertreten. Dort können junge Menschen zum einen jegliche Schulabschlüsse – vom Ersten Allgemeinen Schulabschluss (ESA) bis zur Allgemeinen Hochschulreife – erreichen. Profilfächer in der Oberstufe wie Maschinenbautechnik, Informationstechnik und Medientechnik unterstreichen die technische Ausrichtung der Schule. Zum anderen führt das RBZ Technik für Auszubildende der Metall-, Elektro-, Informations- und Kraftfahrzeugtechnik den Berufsschulunterricht durch. „Wir haben gut ausgestattete Werkstätten und Labore. Für die KFZ-Mechatronikerinnen und -mechatroniker haben wir zum Beispiel Werkstätten mit mehreren Autos für den praktischen Unterricht“, berichtet Bildungsbegleiterin Christina Lenz. „Das, was die Azubis bei uns im Unterricht lernen, können sie hier direkt anwenden.“

Fazit: „Nach der KROBIM 2026 ist vor der KROBIM 2028“
Gegen Mittag wurden die Schülerinnen und Schüler mit vielen neuen beruflichen Perspektiven ins Wochenende entlassen. Organisatorin Sandra Rosenberger zeigte sich zufrieden: „Ich habe mit vielen Ausstellern gesprochen. Alle waren sehr begeistert und haben mir eine positive Rückmeldung gegeben. Viele konnten Kontake mit Schülern knüpfen.“ Einen Ausblick für die Zukunft wagte die BO-Koordinatorin auch schon: „Nach der KROBIM 2026 ist vor der KROBIM 2028. Ich habe mit einigen Betrieben schon über mögliche Unternehmenstage während des Interimsjahrs gesprochen.“

Weitere Aussteller mit Ausbildungen und Studiengängen im MINT-Bereich waren:
- Süverkrüp
- Gosch & Schlüter
- Stadtwerke Kiel
- Remondis Müllverbrennung Kiel
- Bartels-Langness
- POHL
- Thyssenkrupp Marine Systems
- Wankendorfer
- Deutsche Bahn
- Förde Sparkasse
- Kieler Volksbank
- Contzept Veranstaltungstechnik
- Sartori & Berger
- Heinrich Karstens Bauunternehmen
- KVG
- … und viele mehr!
TEXT & FOTO Mareike Neumann

