„TRAUM(JOBS) VON EIDERSTEDT“ bei der Osthusumer Meierei

„TRAUM(JOBS) VON EIDERSTEDT“ bei der Osthusumer Meierei

Spannende Ausbildung von Milchtechnologen in der Osterhusumer Meierei eG in Witzwort

Was wäre das Leben ohne Milch? Weniger lecker und milchbartbefreit! Die Deutschen konsumieren pro Jahr durchschnittlich 52,3 kg Milch, 16,7 kg Joghurt und 6 kg Butter. Die Rohmilch stammt von über 4 Millionen deutschen Kühen. Davon grasen immerhin rund 10 Prozent in Schleswig-Holstein. Bundesweit beschäftigen 152 milchverarbeitende Unternehmen insgesamt 36.290 Mitarbeiter. Einer dieser Betriebe ist die Osterhusumer Meierei in Witzwort. Sie produziert u.a. den bekannten Joghurt „Traum von Eiderstedt“. Und sie bildet Milchtechnologen aus – die unverzichtbaren Fachleute der Milchverarbeitung. Macht auch Sinn, denn der Bedarf an Fachkräften in diesem Bereich wächst rasant und der Beruf bietet hervorragende Zukunftschancen.

„Man sollte Milch mögen“, antwortet Lutz Kastka, Betriebs- und Ausbildungsleiter der Osterhusumer Meierei schmunzelnd auf die Frage, was gute Voraussetzungen für den Beruf von Milchtechnologen sind. Aber das ist natürlich nicht alles, worauf es ankommt. Was genau passiert eigentlich in der dreijährigen Ausbildung? Darf man den ganzen Tag lang Buttermilch und Joghurt probieren? ME2BE durfte den beiden angehenden Auszubildenden, Merle und Alina, einen Tag lang über die Schulter schauen…

Alina Osthusumer Meierei

Funktionale Arbeitskleidung ist unerlässlich für Milchtechnologen/innen

DIE ANNAHME – Konzentration und Kommunikation

Von der Arbeit in der Milchannahme war Alina schon während ihres Praktikums begeistert. „Täglich liefern 10 bis 25 Tankwagen Rohmilch bei uns an“, erklärt die Itzehoerin. „Wir erfassen die jeweilige Menge Milch, entnehmen Milchproben aus dem Tankwagen, analysieren die Inhaltsstoffe, bewerten die Qualität und pumpen sie in unsere eigenen Tanks. Dabei muss man sich ganz schön konzentrieren, denn erst, wenn feststeht, dass alle Hygiene- und Qualitätsbestimmungen eingehalten wurden, darf die Milch angenommen werden. Dazu kommunizieren wir ständig mit der Schaltwarte, in der entschieden wird, welcher Tank befüllt werden darf.“

Osthusumer Meierei Witzwort

In der Annahme ist Konzentration gefordert.

DAS LABOR – Genauigkeit und Wachsamkeit

Im Labor arbeiten hauptsächlich Milchwirtschaftliche Laborantinnen und Laboranten. Dies ist ein eigener Beruf, für den die Osterhusumer Meierei alle 2 Jahre Ausbildungsplätze anbietet. Doch auch Milchtechnologen gehen hier täglich ein und aus, um die Proben der angelieferten Milch zu analysieren. „Im Labor bestimmen wir den ph-Wert und die Inhaltsstoffe der angelieferten Rohmilch, u.a. den Fett- und Eiweißgehalt“, beschreibt Alina diesen Arbeitsbereich. „Alle Daten müssen genauestens dokumentiert werden. Unsere Prüfung entscheidet darüber, ob die Milch später auf dem Esstisch landen wird oder nicht!“

DIE PRODUKTION – Teamarbeit und technisches Verständnis

Bevor die angenommene Rohmilch weiter verarbeitet wird, muss sie im Maschinenraum pasteurisiert werden. Ob Buttermilch, fettarme Milch oder Joghurt – je nach Produkt startet anschließend ein eigener Produktionsprozess. „Bei der Produktion müssen die richtigen Mengen- und Mischverhältnisse bestimmt und die Maschinen bedient werden“, erzählt Merle. „Auch hier ist Konzentration gefordert. Man muss aber auch mal Schläuche legen, Handklappen bedienen und natürlich die Maschinen reinigen. Eine gewisse körperliche Belastbarkeit ist für den Beruf erforderlich. Das können aber Mädchen genauso gut wie Jungs. Teamarbeit wird bei uns groß geschrieben. Gerade am Anfang der Ausbildung wird jeder Arbeitsschritt abgesprochen, sowohl mit der Schaltwarte als auch mit dem Maschinenführer und den Kollegen.“

Alina Osthusumer Meierei

Alina schließt die Schläuche an den Milchtankwagen an

DIE ABFÜLLUNG – Belastbarkeit und Sorgfalt

Im letzten Schritt füllen die Milchtechnologen das fertige Milchprodukt in die Verpackungseinheiten. Vorher werden die Maschinen gerüstet und sterilisiert.
„Die Abfüllung geschieht vollautomatisch“, zeigt uns Merle, „doch in kurzen Abständen werden Menge, Qualität und Verpackung ständig überprüft. Am Ende ist in jeder Liter-Tüte Milch auch genau 1 Liter Qualitätsmilch drin. Und alle Schweißnähte der Verpackung sind dicht und verlieren keinen einzigen Tropfen!“

Merle Osthusumer Meierei

Merle füllt unter anderem Joghurt und Milch in die Verpackungseinheiten ab.

Die Arbeit von Milchtechnologen ist spannend, abwechslungsreich, aber auch verantwortungsvoll. Ausbildungsleiter Kastka weiß genau, wie der Nachwuchs die vielseitigen Aufgaben am besten erlernt: „Wir bringen unseren Azubis Schritt für Schritt alles bei und übertragen ihnen früh Verantwortung. Sorgfalt und Verantwortungsbewusstsein stehen bei uns an oberster Stelle. Alle Arbeitsschritte werden doppelt überprüft und dokumentiert. Nur so kann später die Lieferkette jedes einzelnen Joghurt bis zur milchgebenden Kuh zurückverfolgt werden. Für alle Prozesse gibt es Verfahrensregeln und -abläufe. Doch am Ende der Ausbildung haben Auszubildende alle Prozesse verinnerlicht und ihren Beruf erlernt. Sie wissen dann, was zu tun ist und müssen es nicht mehr nachlesen. Als ausgebildete Milchtechnologinnen und Milchtechnologen sind sie fundierte Fachleute!“

TEXT Christian Dorbandt
FOTOS Sönke Dwenger