„Nutzt eure Chance!“: Berufsmesse an der Dannewerkschule Schleswig

„Nutzt eure Chance!“: Berufsmesse an der Dannewerkschule Schleswig

Rund 300 Schülerinnen und Schüler, knapp 40 Ausbildungsbetriebe und neun Speeddating-Runden: Am 6. Februar hat sich die Sporthalle der Dannewerkschule erneut in einen Ort der beruflichen Begegnung verwandelt. Dieses Fazit zieht Kerstin Günter, Koordinatorin der 8. bis 10. Klassen, zur diesjährigen Berufsmesse der Dannewerkschule Schleswig.

„Nutzt eure Chance! Denkt an die anstehenden Praktika im März“, appellierte Kerstin Günter in ihrer Begrüßungsrede an die Jugendlichen am vergangenen Freitagmorgen. Trotz Schnee und Eis hatten sich zahlreiche Unternehmen aus der Region in der Dannewerkschule in Schleswig eingefunden, um den Schülerinnen und Schülern der 8. bis 10. Klassen ihre Betriebe und mögliche Ausbildungsstellen zu präsentieren. Als Medienkooperationspartner war ME2BE ebenfalls auf der Berufsmesse der Dannewerkschule Schleswig vor Ort und hat für euch die wichtigsten Informationen zusammengefasst.

Kerstin Günter, Koordinatorin der 8. bis 10. Klassen, ermunterte die Schülerinnen und Schüler vor Beginn des Speeddatings, das Angebot der Berufsmesse voll auszuschöpfen

Speeddating-Format: Mehr als „nur über die Messe schlendern“

Im Vorfeld der Messe haben sich die Schülerinnen und Schüler im Unterricht mit den teilnehmenden Betrieben auseinandergesetzt und sich drei Aussteller ausgesucht, die sie im Speeddating näher kennenlernen wollen. Ausgerüstet mit einem Steckbrief hatte jeder Jahrgang in drei Durchgängen à zehn Minuten die Chance, mit den Betrieben ins Gespräch zu kommen und Fragen zu stellen. „Das Format mit den Speeddatings finde ich total wichtig, weil die Schülerinnen und Schüler so verpflichtend drei Betriebe besuchen, statt einfach nur über die Messe zu schlendern“, so Günter. An Auswahlmöglichkeiten dürfte es den Jugendlichen nicht gemangelt haben. Die knapp 40 anwesenden Betriebe deckten eine große Palette an Branchen ab.

Mitarbeiterin Sina Christiansen war an unserem ME2BE-Stand präsent, um den Schülerinnen und Schülern der Dannewerkschule zu zeigen, wie sie DIGI:BO, unser Online-Portal für Berufliche Orientierung, für sich nutzen können

Hoch hinaus mit einer Ausbildung im Handwerk

Diejenigen, die einen Beruf im Handwerk anstreben, wurden zum Beispiel beim gemeinsamen Stand der Bauunternehmen Eichner-Bau und Horst Dieter Autzen GmbH fündig. Die beiden Firmen aus Treia werden von Bauunternehmer Nils Autzen geführt und arbeiten eng zusammen. Zum Tätigkeitsfeld gehören vor allem Hochbauarbeiten wie zum Beispiel die Errichtung von Einfamilienhäusern, Rinderställen oder Feuerwehrgerätehäusern. „Wer Lust auf Bewegung und frische Luft hat – und das auch mal bei schlechtem Wetter und Minusgraden – ist bei uns richtig“, sagt Nils Autzen. Bei Eichner-Bau haben Interessierte die Möglichkeit, eine Lehre zum Maurer (m/w/d) zu absolvieren. Die Horst Dieter Autzen GmbH bietet jungen Menschen sowohl die Ausbildung zum Maurer (m/w/d) als auch zum Zimmerer (m/w/d) an. Einen Vorgeschmack auf die Aufgaben bekamen die Schülerinnen und Schüler auch: Auf einem großen Holzbalken konnte nach Herzenslust gehämmert werden. Außerdem standen Ziegel und Mörtel bereit, damit die Jugendlichen eine kleine Wand selbst mauern konnten.

Am gemeinsamen Stand der Bauunternehmen Eichner-Bau und Horst Dieter Autzen GmbH zeigten die Azubis Thies (vorne) und Robin (hinten links) gemeinsam mit Geschäftsführer Nils Autzen den Jugendlichen, wie gehämmert und eine Wand gemauert wird

„Mal einen Hammer oder eine Säge in die Hand nehmen – Manche Jugendliche haben das noch nie gemacht, weil Familien heutzutage kaum noch Werkstätten zuhause haben.“

Vom Praktikum zum Traumjob in der Verwaltung

Wer eine Tätigkeit am Schreibtisch bevorzugt, konnte sich beim Stand des Amts Haddeby über die Ausbildung zum Verwaltungsfachangestellten (m/w/d) informieren. Das Amt Haddeby in Busdorf ist für alle Dienstleistungen der Bürgerinnen und Bürger in den umliegenden Gemeinden zuständig, wie zum Beispiel die Erstellung von Ausweisdokumenten, Asylangelegenheiten oder den Bereich Baurecht. „Das Tätigkeitsfeld ist wahnsinnig umfangreich und spannend. Im Laufe der Ausbildung findet man seine Stärken“, berichtet Gloria Fischbach, angehende Verwaltungsfachangestellte im dritten Lehrjahr. Fachdienstleister Daniel Drews fügt hinzu: „Man wird als Generalist ausgebildet. Wer zum Beispiel gern mit Zahlen zu tun hat, kann im Bereich Finanzen tätig sein. Wem das gar nicht liegt, kann ins Einwohnermeldeamt oder in den Personalbereich gehen.“ Auzubildende Gloria Fischbach hat sich vorerst für den Bereich Öffentlichkeitsarbeit und Social-Media-Management entschieden. Die 19-Jährige war früher selbst Schülerin der Dannewerkschule und ist durch ein zweiwöchiges Praktikum auf das Amt Haddeby aufmerksam geworden. „Ich liebe den Job und bereue die Entscheidung nicht.“

Ein krisensicherer Job, faire Bezahlung und vielseitige Aufgaben: Daniel Drews, Fachdienstleister für Bürger, Sicherheit und zentrale Dienste, und Gloria Fischbach, angehende Verwaltungsfachangestellte, fallen viele Argumente ein, warum es sich lohnt, beim Amt Haddeby zu arbeiten

„Ich liebe den Job und bereue die Entscheidung nicht.“

Newcomer auf der Berufsmesse: Drogeriemarkt dm

Das erste Mal auf der Berufsmesse der Dannewerkschule Schleswig mit dabei war der Drogeriemarkt dm aus Fahrdorf. Hier ist aktuell noch ein Ausbildungsplatz zum Drogisten (m/w/d) frei. „Wir legen viel Wert auf Zuverlässigkeit und das Zwischenmenschliche. Es muss einfach matchen“, sagt Melanie Schulte, die vor sechs Jahren als Quereinsteigerin zu dm kam und als Lernbegleiterin eng mit den Auszubildenden zusammenarbeitet. Ein freundliches Miteinander und flache Hierarchien zeichnen das Team aus. Melanie Schulte betont: „Bei uns gibt es keine Lehrlinge, nur ‚Lernlinge‘. Wir möchten den Azubis nichts lehren, sondern gemeinsam mit ihnen lernen. Wir ziehen alle an einem Strang.“ Dieser Ansatz kommt bei den Auszubildenden gut an. Nadja Gerter, angehende Drogistin im zweiten Lehrjahr, fühlt sich bei dm in Fahrdorf wohl. Die 19-Jährige freut sich besonders, dass sie mit dem Ende ihrer Ausbildung nicht nur den Berufsabschluss erreicht, sondern zugleich auch den Mittleren Schulabschluss nachholt.

Lernbegleiterin Melanie Schulte (li.) und Auszubildende Nadia Gerter von dm in Fahrdorf hatten sichtlich Spaß auf ihrer ersten Berufsmesse an der Dannewerkschule Schleswig

„Bei uns gibt es keine Lehrlinge, nur ‚Lernlinge‘. Wir möchten gemeinsam mit den Azubis lernen. Wir ziehen alle an einem Strang.“

Fazit zur diesjährigen Berufsmesse der Dannewerkschule Schleswig

Nach der neunten und letzten Speeddating-Runde neigte sich die Berufsmesse der Dannewerkschule Schleswig gegen Mittag langsam dem Ende zu. „Ich bin sehr zufrieden. Es hat alles gut funktioniert. Die Messe wird von Jahr zu Jahr größer und professioneller“, resümiert Kerstin Günter. Das bedeutet zwar mehr Organisationsaufwand, gleichzeitig werden die „Absprachen mit den Betrieben immer leichter“. Besonders freut sich Frau Günter über das Engagement der Schülerinnen und Schüler: „Dieses Jahr hat der Verbraucherbildungskurs das Catering übernommen und hat das richtig toll gemacht.“

Das Berufsorientierungsteam der Dannewerkschule Schleswig (v. l. n. r.): Gitta Lausen, Wiebke Eichstaedt, Kerstin Günter, Aleksandra Maltusch und Knud Messe

Die Berufsmesse der Dannewerkschule Schleswig Anfang Februar ist seit vielen Jahren eine feste Institution und soll den jungen Menschen Perspektiven für die Zeit nach dem Schulabschluss geben. „Bis Ende Februar nehmen weiterführende Schulen wie das BBZ, die Lornsenschule und die Domschule noch Bewerbungen an“, erklärt Kerstin Günter. „Viele der Schüler müssen also bis Ende des Monats eine Entscheidung treffen.“ Die diesjährige Berufsmesse hat dafür beste Bedingungen geschaffen.

TEXT Mareike Neumann
FOTO Mubarak Bacondo