#GeschichtsZeichen

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„Wir können nicht tief und weit genug unsere geschichtliche Erinnerung vorantreiben“

Karl Jaspers (1883–1969), Philosoph

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In seinem Werk „Vom Ursprung und Ziel der Geschichte“ schreibt der Philosoph Karl Jaspers: „Es gibt ruhige Zeiten, in denen zu bestehen scheint, was für immer ist […]. Und es gibt Zeitalter der Wende, in denen Umwälzungen erfolgen.“ Gerade in solchen Zeiten drängt sich die Frage auf, wie es gelingen kann, Geschichte in die Gegenwart zu holen?

In einem ZEIT-Interview spricht der Historiker Karl Schlegel davon, dass die Gegenwart uns dazu zwinge, über die „Unberechenbarkeit der Geschichte“ nachzudenken. Auf die Frage, was unweigerlich zu Ende gegangen sei, antwortet er: „Das lange 20. Jahrhundert. Seine moralischen Regeln, seine Utopien, seine Gewissheiten“, und er fährt fort, „Wir müssen 2026 wieder von einer völligen Offenheit der Geschichte sprechen.“

Wir sind der Auffassung: Die schulische Vermittlung und Aneignung geschichtlichen Wissens kann in dieser Situation den Orientierungssinn junger Menschen wirksam schärfen und dem um sich greifenden Gedächtnisverlust entgegenwirken. Diese Auffassung gilt aber auch in einem erweiterten Sinn: Wir müssen Geschichte verstehen, „um uns selbst zu verstehen“. (Jaspers)

ME2BE begreift Berufliche Orientierung sowie Berufliche Bildung als Lebens-, Welt- und demokratische Wertorientierung, die immer in einem geschichtlichen Zusammenhang steht. Neben den „historycasts“ des Verbandes der Geschichtslehrerinnen und -lehrer werden wir an dieser Stelle auch eigene Beiträge u. a. zur Regionalgeschichte veröffentlichen.

LITERATUR

  • Karl Jaspers: Vom Ursprung und Ziel der Geschichte, München 4. Aufl. 1957, S. 222f.
  • Karl Schlögel: „Die Erde wird neu vermessen“, in: DIE ZEIT Nr. 5, 29.1.2026, S. 41

TEXT Erhard Mich
ILLUSTRATION Sarah Matuszewski

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