Die Limousine, bitte!

Die Limousine, bitte!

Das amerikanische Startup „Uber“

Travis Kalanick, der Gründer des amerikanischen Startups „Uber“ (das Wort „uber“ ist die englische Ableitung des deutschen Wortes „über“), hatte dasselbe Problem wie Niclaus Mewes und Sven Külper von mytaxi, er kam aber auf eine andere Lösung. Bestellt man mit der App von Uber einen Wagen, erscheint kein konventionelles Taxi, sondern eine schwarze Luxuskarosse samt Chauffeur. Seit einigen Monaten rollen die schwarzen Mercedes S-Klassen, 7er BMW, Porsche Cayenne und Audi A8 von Uber durch Berlin und München. Im kommenden Frühjahr startet Uber auch in Hamburg. Travis Kalanick kommt aus Los Angeles und hat vor Uber eine Peer-to-Peer-Suchmaschine, Scour, gegründet, wegen der er von verschiedenen Medienkonzernen auf 250 Milliarden US-Dollar Schadensersatz verklagt wurde. Glücklicherweise konnte er sich mit den Klägern außergerichtlich einigen.

Wie bist du auf die Idee gekommen, einen Limousinenservice zu gründen?
Ich hatte gar nicht den Plan, einen Fahrservice zu eröffnen, sondern wollte zusammen mit ein paar Freunden aus San Francisco bloß eine Mercedes S-Klasse kaufen, die wir mit einer iPhone App zu jeder Tages- und Nachtzeit einfach anfordern können. In San Francisco kriegt man nur schwer ein Taxi.

Du programmierst schon dein ganzes Leben lang und hast auch Informatik studiert. Fühlst du dich als IT-Mann im Limousinengeschäft überhaupt wohl?
Mir geht es weniger um Limousinen, sondern vielmehr um die Herausforderung, eine Branche, die sich seit 40 Jahren auf der Stelle bewegt, die Taxibranche, zu erneuern. Ich sehe mich ein bisschen wie „Winston Wolfe“ in dem Kultfilm „Pulp Fiction“. Ich versuche, Probleme zu lösen. Mit Uber bieten wir ein besseres Fahrerlebnis als in normalen Taxis an, wir sind sauberer und auch schneller. Fordert ein Gast einen unserer Wagen per App an, dauert es durchschnittlich 5 Minuten, bis der Wagen vor ihm steht. Uber bietet also nicht nur schöne Autos, sondern eine zuverlässige logistische Dienstleistung.

Mein Taxi kommt per Klick

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Uber befördert mittlerweile nicht nur Fahrgäste, sondern liefert auch Blumensträuße wie am letzten Valentinstag oder Eiscreme wie am 19. Juli, als in 33 Städten auf der ganzen Welt Eiswagen von Uber unterwegs waren.
Ja. Wir testen gerade, welche Transportdienstleistungen wir unseren Kunden neben dem Limousinenservice in Zukunft noch anbieten können. Das kann ein Strauß Rosen oder eine Tüte Eis sein, aber auch ein Paket, das man schnell einem Freund schicken will.

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Travis Kalanick, Gründer des amerikanischen Startups „Uber“

TEXT Slaven Marinovic
FOTO Uber