Anne Repenning wird Steuerfachangestellte bei Benthin Schwark Hansen Kühl, Wirtschaftsprüfer Steuerberater Partnerschaft mbB, Kiel
Du machst deine Ausbildung in einer Steuerkanzlei? Oh Mann, ist das nicht total langweilig und trocken? Kannst du mir ein paar Tipps für meine Steuererklärung geben?“ So reagieren fast alle meine Bekannten, wenn sie erfahren, dass ich Steuerfachangestellte werde. Der Großteil der Bevölkerung fürchtet sich vor dem Thema Steuern, und das obwohl es jeden Einzelnen von uns betrifft.
Der Beruf der Steuerfachangestellten ist längst nicht so langweilig, wie viele denken. Im Gegenteil – er ist sehr abwechslungsreich! Während meiner Arbeit betreue ich zahlreiche Mandanten aus unterschiedlichen Branchen und komme somit mit fast allen Berufen in Kontakt und lerne deren Abläufe kennen. So bearbeite ich die Buchhaltung von Ärzten, Versicherungsmaklern, Bäckereien, Architekten, Modedesignern und vielen anderen.
Auch verstehe ich durch die Erstellung von Lohn- und Gehaltsabrechnungen meine eigene Abrechnung bis ins Detail und bin bestens vorbereitet, wenn meine erste Steuererklärung abgegeben werden muss.
Mathematik war in der Schulzeit schon immer mein Lieblingsfach und zum Glück machte mich eine Berufsberaterin auf den Ausbildungsberuf der Steuerfachangestellten aufmerksam.
Ein für mich wichtiger Aspekt ist, dass ich geregelte Arbeitszeiten habe. Denn in vielen Berufen, z.B. im Einzelhandel, beginnt der Feierabend durch das Schichtsystem zum Teil erst um 22:00 Uhr. Viele Steuerkanzleien bieten auch Gleitzeit an, sodass man seine Arbeitszeit – in einem bestimmten Rahmen – flexibel festlegen kann. Dadurch bleibt nach der Arbeit noch genug Zeit für Freunde oder Sport. Die Chancen, einen Ausbildungsplatz im steuerberatenden Beruf zu finden und anschließend übernommen zu werden, sind sehr groß. Ein großer Vorteil an diesem Beruf sind zudem die zahlreichen Weiterbildungsmöglichkeiten. So können Steuerfachangestellte mit Berufserfahrung Steuerfachwirt bzw. Bilanzbuchhalter und anschließend auch Steuerberater werden.
Das Beste an meinem Beruf ist die Freude unserer Mandanten, wenn sie durch die von mir bearbeitete Steuererklärung Geld erstattet bekommen.
Weitere Informationen zum Beruf sowie eine bundesweite Ausbildungsplatzbörse findest du unter www.mehr-als-du- denkst.de oder bei der Steuerberaterkammer Schleswig-Holstein.
Studium? Ausbildung? Mach beides!
Eine spannende Alternative zur regulären Ausbildung für ehrgeizige Schulabgänger/innen ist das Triale Modell Betriebswirtschaft, das die Fachhochschule Westküste in Heide in Kooperation mit Ausbildungsbetrieben und der Berufsschule Heide anbietet. In nur vier Jahren kann man sowohl die Ausbildung zum/zur Steuerfachangestellten als auch im Betriebswirtschaftsstudium mit dem Schwerpunkt Steuerlehre den Bachelor of Arts Betriebswirtschaft erwerben.
Ausbildungsdauer und Studienzeit sind bei diesem Studiengang, übrigens einzigartig in Schleswig-Holstein, somit um je ein Jahr verkürzt. Neben der Ausbildungsvergütung in den ersten zwei Jahren ergeben sich während des nachfolgenden Studiums oft lukrative Teilzeitbeschäftigungen in den Semesterferien, sodass man nicht wie viele andere Studenten zum Tablett oder zur Schürze greifen muss.
Nach einer praktischen Tätigkeit von zwei Jahren kann die Prüfung zum/r Steuerberater/in abgelegt werden.
In der bundesweiten Ausbildungsplatzbörse unter www.mehr-als-du-denkst.de findest du zahlreiche freie Ausbildungsplätze. Bitte schicke deine vollständigen Bewerbungsunterlagen an die dort aufgeführten Steuerkanzleien.
Bei weiteren Fragen rund um die Ausbildung und das Studium steht dir zur Verfügung:
Julia Mazurovskaja Steuerberaterkammer Schleswig-Holstein
Telefon: 0431 570 49 0
E-Mail: info@stbk-sh.de
Text & Foto Steuerberaterkammer Schleswig-Holstein

