Nachhaltige Studiengänge an der FH Lübeck

Nachhaltige Studiengänge an der FH Lübeck

Studieren, um die Welt zu retten!

Dramatische Zahlen weltweit: 30 Kriege, 385 Konflikte, über 65 Millionen Flüchtlinge. Für 1 Kilogramm Rindfleisch werden umgerechnet 16.000 Liter Wasser benötigt. Gleichzeitig haben etwa 663 Millionen Menschen keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser. Bis zum Jahr 2030 wird der Energieverbrauch voraussichtlich um 28 Prozent gegenüber 2015 angestiegen sein. Zurzeit leben ungefähr 1 Milliarde Menschen ohne Elektrizität. Die Menschheit braucht dringend nachhaltige Lösungen für ihre Energie- und Umweltprobleme. An der Fachhochschule Lübeck erhalten zurzeit rund 4.900 Studierende das akademische Rüstzeug, um gute Lösungen für die Zukunft entwickeln zu können.

„Ich strebe eine Führungsposition an, weil ich Dinge verändern möchte“, sagt Eda. „Eine nachhaltige Umwelt- und Wertebildung ist der Schlüssel zur Rettung der Welt!“, meint Florian. „Ich möchte nach dem Studium Strategien entwickeln, die Umweltzerstörung einzudämmen“, berichtet Kaina. Drei Studierende, die sich aus Überzeugung für ein Studium an der FH Lübeck entschieden haben. Sie verbindet nichts weniger, als das gemeinsame Interesse, die Welt nachhaltig zu verbessern. Vom Studium an der FH Lübeck zum ‚PlanetSaver‘? Wie funktioniert das?
Von Syrien bis Lübeck, von BWL zur Architektur
Sarah Friede

Sarah Friede: „Meine Studienzeit habe ich sehr genossen und dabei gelernt, dass nicht nur gestalterische Aspekte Kreativität erfordern, sondern auch die Entwicklung von Lösungen!“

 

2016 erregte Sarah Friedes Architektur-Masterarbeit „Modular hospital concept for post-war areas“ weltweite Aufmerksamkeit. Ausgehend von der humanitären Katastrophe in Syrien hatte sie ein Baukastensystem für schnell zu errichtende Krankenhäuser in Krisengebieten entworfen. Ihr Modell sah ein 400-Bettenhaus vor, das rund 60.000 Patienten im Jahr stationär behandeln kann und nach dem Lego-Prinzip aus immer gleichen Modulen zusammengesetzt wird (siehe Beitragsbild). Somit wären auch unterschiedliche Klinikgrößen realisierbar. Experten der Vereinten Nationen (UN) und der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zeigten sich beeindruckt. Das Projekt erhielt grünes Licht von der UN und befindet sich zurzeit in Planung.

Der Denkanstoß erfolgte über Professor Oliver Rentzsch, Professor für Betriebswirtschaftslehre (BWL), Gesundheitswirtschaft und Marketing an der FH Lübeck, der vor zwei Jahren die Versorgungs- und Gesundheitssituation in Syrien unter die Lupe genommen hatte. Nach der Bestandsaufnahme wandte er sich an seinen Kollegen Professor Wehrig vom Fachbereich Bauwesen, mit der Bitte, ein modulares Krankenhaussystem zu entwickeln. Wehrig wiederum formulierte daraus eine Master-Thesis für seine Studentin Sarah. Das Projekt dient als Paradebeispiel für die grundsätzliche Ausrichtung der FH Lübeck, basierend auf praxisorientierter Lehre, Interdisziplinarität, Wissens­transfer und Internationalisierung.

Professor Rentzsch

Professor Oliver Rentzsch: „Wir bilden Studierende zu Managern aus, die Probleme erkennen und lösen können!“

Breitgefächertes, praxisorientiertes, nachhaltiges Studium

Eda Belgin Abedin (22) und Michael Philipp (23) studieren im sechsten Semester BWL mit Schwerpunkt International Business Management. Auch sie profitieren von der Praxisnähe ihrer Hochschule. Im Rahmen der Veranstaltung „Innovationsmanagement“ erhielten sie die Chance, an einem Innovationswettbewerb des weltweit operierenden Lübecker Medizintechnikunternehmens „Drägerwerk AG & Co. KGaA“ teilzunehmen. „Unser Projekt ‚Weiternutzung und Betreuung von Altgeräten in extremen Krisenregionen der Welt‘ beschäftigt sich mit der Überwindung administrativer Hindernisse in der humanitären medizintechnischen Hilfe durch neue Kooperationsformen“, berichtet Eda. „Mit dieser Arbeit konnten wir eine von drei ‚Blue Boxen‘ gewinnen und somit die Fortführung des Projekts sichern!“ Michael ist von der Studienausrichtung überzeugt: „Nachhaltigkeitsaspekte, Digitalisierung, Rechtssituation – an der FH Lübeck lernen wir, in viele verschiedene Richtungen zu blicken, um alle relevanten Aspekte vor Entscheidungen zu berücksichtigen. Auf diesem Weg werden wir zu global denkenden Problemlösern ausgebildet!“

Belgin Abedin und Michael Philipp

BWL-Studierende Michael und Eda lernen global zu denken und Probleme zu lösen.

 

Seit 2016 bietet die FH Lübeck das Bachelorstudium „Umweltingenieurwesen und -management“ (UIM) an. Kaina Riefe (21) und Florian Neetz (23) gehören zu den ‚Pionieren‘ dieses Studienganges und erhoffen sich beruflich am nachhaltigen Umweltschutz mitwirken zu können. „Ich wollte Medizinische Ingenieurwissenschaften an der Uni Lübeck studieren, ehe ich mich für den neuen Studiengang ‚Umweltingenieurwesen und -management‘ an der FH Lübeck entschied. Für mich als aktives Mitglied bei Greenpeace und Anhänger der Gemeinwohl-Ökonomie ist das Studium ideal. Sowohl die Veranstaltungen als auch der Seminar-Stil und die Studienatmosphäre sind top.“

Florian Neetz FH Lübeck

Florian Neetz studiert Umweltingenieurwesen und -management an der FH Lübeck

Kainas Studienwahl war ebenfalls durch die ökologische Frage bedingt. „Ich bin in Lübeck geboren, aber auf einer kleinen Karibikinsel aufgewachsen. Daher stammt auch mein besonderer Bezug zum Meer. Schon lange bin ich über das Ausmaß der Umweltzerstörung äußerst besorgt, sodass ich dem Studium mein Berufsleben dem Thema Umweltschutz widmen möchte, am liebsten in einer Non-Profit-Organisation wie Greenpeace. Daher gefällt mir das Studium sehr gut. Es vermittelt sowohl technische Grundlagen als auch fachliche Vertiefungen in den Kompetenzbereichen Internationaler und Energieorientierter Umweltschutz, Umwelt- und Hygienetechnik, Umweltverfahrenstechnik sowie Umweltanalyse und -beratung. Der Studienplan bietet besonders viele Wahlmöglichkeiten!“

Kaina Riefe

Kania Reife: „Um die Natur retten zu können, müssen wir lernen wie!“

 

„Die Welt verstehen und verbessern!“ Dieses Motiv liegt allen Wissenschaften zugrunde. Die FH Lübeck folgt diesem Leitgedanken mit attraktiven Studienmöglichkeiten in einer einzigartigen Campus-Allianz mit und setzt dabei auf konsequenten Wissenstransfer, hohen Praxisbezug und Interdisziplinarität. Mit ihren 32 praxisorientierten Bachelor- und Masterstudiengängen in wichtigen Querschnittstechnologien hat sich die Fachhochschule den Ruf erworben, optimal auf das Berufsleben vorzubereiten. Ihre Studierenden lernen, global zu denken und verantwortungsvolle Lösungen für unsere Welt zu entwickeln.

 

TEXT Christian Dorbandt
FOTOS Sebastian Weimar