Mädels, ihr könnt das auch!

Mädels, ihr könnt das auch!

Michelle Köpke wird Industriemechanikerin bei der Gabler Maschinenbau GmbH

Mit 14 hatte Michelle Köpke die gleichen Berufswünsche im Kopf wie viele andere Mädchen: Sie wollte Hebamme werden oder als Erzieherin im Kindergarten arbeiten. Jetzt ist sie 24 und macht bei Gabler eine Ausbildung als Industriemechanikerin. Moment mal – Industriemechanikerin? Ist das nicht einer dieser Berufe, die eigentlich nur etwas für Jungs sind?

„Das denken viele, aber das stimmt nicht“, sagt Michelle. „Die Mädels müssen sich nur trauen und mal was anderes ausprobieren als die typischen Frauenberufe. Dann werden sie merken, dass sie das auch können!“ Ein Praktikum, am besten noch während der Schulzeit, ist dafür eine gute Möglichkeit. Bei Michelle waren es verschiedene Jobs, die ihr nach der Realschule die Agentur für Arbeit vermittelte. Weil es ihr in der Metallwerkstatt am besten gefiel, bewarb sie sich für eine Ausbildung als Industriemechanikerin. In ihrem ersten Betrieb konnte sie die Lehre jedoch nicht beenden. „Die Firma wurde aufgekauft und die Arbeitsplätze von Lübeck weg verlegt. Glücklicherweise bin ich dann hier bei Gabler gelandet“, erzählt die junge Frau strahlend. „Ein toller Betrieb, der sich um seine Azubis kümmert.“ Die Kollegen haben sich inzwischen an die „Azubine“ gewöhnt. Mit ihnen kommt Michelle gut aus.

Nach dreieinhalb Jahren Ausbildung steht die Abschlussprüfung bevor. Danach kann Michelle für mindestens ein weiteres Jahr als Facharbeiterin bei Gabler bleiben. Das ist für die Gabler-Azubis normalerweise tariflich vereinbart. „Für mich als Quereinsteigerin galt das aber nicht. Deshalb bin ich total glücklich, dass ich trotzdem bleiben darf. Was dann kommt, werde ich sehen“, sagt die 24-Jährige, die sich als junge Fachkraft in der Maschinenbau-Branche eigentlich gute Chancen auf einen Job ausrechnen darf.

Technikbegeistert sollte man als Industriemechaniker(in) schon sein und gern herumschrauben, meint Michelle. Auch körperliche Arbeit gehöre dazu. Sie selbst fällt aber eher durch ihre Pier- cings und lackierten Fingernägel auf als durch Muskelpakete.

Ihr Hobby ist übrigens ausschließlich Mädchen und Frauen vorbehalten: Sie ist Tänzerin in der Garde der „1. Falkenfelder Karnevalsgesellschaft von 1958 e.V.“. Doch wer weiß – vielleicht tanzt dort ja irgendwann auch mal ein Mann mit.

TEXT Sabine Spatzek
FOTOS Olaf Malzahn