Hip – Hip – Heide

Es gibt Städte, die kriegen den Spagat zwischen Tradition und Moderne nicht hin. Dort dominiert entweder das Alte oder das Neue. Das zieht entweder die Jungen an oder die Älteren. Im Westen Schleswig-Holsteins aber, im Kreis Dithmarschen, liegt die Stadt Heide. Eine Stadt mit einer 518 Jahre alten Geschichte, die es schafft, authentisch zu bleiben. Bodenständig und modern. Mit sichtbarer Tradition und einem guten Angebot für junges, städtisches Leben.

Heide ist eine Reise wert. Warum? Weil man es in Heide länger aushält. Mit knapp über 20.000 Einwohnern hat Heide keine Chance, als Ort auf der Wetterkarte der Tagesschau zu erscheinen. Doch es gibt einige Superlative, mit denen diese kleine Westküstenperle Aufmerksamkeit erregt: Da ist zuallererst der Heider Marktplatz – mit 4,7 Hektar Deutschlands größter Marktplatz überhaupt. Wer da keinen Parkplatz findet, sitzt im Flugzeug! Jeden Sonnabend 6 bis 13 Uhr verkaufen bis zu 120 Wochenmarkthändler ihre Waren. Neben Fisch, Fleisch, Wurst, Käse, Backwaren, Eiern, Obst, Gemüse, Blumen, Imbisswaren, Kräutern und Bio erhalten die Besucher des über 500 Jahre alten Traditionswochenmarktes auch Kurzwaren, Textilien, Uhren, Salben, Socken, Mützen, Schmuck und Geschenkartikel. Samstags steppt der Bär in Heide. Natürlich finden auf dem Marktplatz auch die Großveranstaltungen statt. Die Jahrmarktsaison wird hier eröffnet, Zirkus Krone kommt im Sommer und baut ein riesiges Zirkusdorf auf, die Dithmarscher Kohltage werden jährlich gefeiert, Motorrad-Gottesdienst und Heider Abendstadtlauf. Wusstest du schon? Herbert Grönemeyer war am 10. Juni 2015 auf dem Heider Marktplatz.

Eine Collage mit Bildern von Herbert Grönemeyer

Alle zwei Jahre wird das berühmteste Stadtfest gefeiert: Der Heider Marktfrieden. Dann präsentiert sich Heide als mittelalterliches Markttreiben mit unzähligen Händlern, alter Handwerkskunst, bäuerlichem Viehmarkt, Schaustellern, Gauklern, Musikanten und Tänzern in farbenfrohen Gewändern. Ob „Groß oder Klein“, allen werden einzigartige Einblicke in das mittelalterliche Marktgeschehen an der schleswig-holsteinischen Westküste geboten, die durch Festumzüge und zahlreiche Aufführungen bereichert werden.

„Im Freizeitbereich gibt es in Heide alles außer Bergsteigen!“, sagt der Bürgermeister. Okay, vielleicht ein bisschen euphorisch, aber die Grundversorgung ist allemal gesichert. Mit drei großen Sportvereinen Heider SV, Post SV und MTV ist das sportliche Angebot ziemlich gut abgedeckt.

Eine Collage mit Luftaufnahmen der Stadt Heide.

Der Heider SV steht für Fußball und spielt mit der 1. Herrenmannschaft immerhin in der Schleswig-Holstein-Liga. Mit ca. 20 Sparten von Badminton bis Yoga ist der MTV Heide klassisch und vielseitig aufgestellt. Und Post SV trumpft mit über 30 verschiedenen Sportarten und solchen, die es werden wollen, darunter allein sechs Tanzsportarten, vier Kampfsportarten sowie Freestyle-Wrestling. Wow, Heide, what’s up?

Und jetzt die Bombe: Shopping in Heide is nice! Mit etwas Fantasie könnte man Heide das Mailand Dithmarschens nennen. Der Einzelhandel spielt hier eine ganz große Rolle. Die Innenstadt, die sich wie ein Mantel um den Marktplatz gelegt hat, bietet hervorragende Shoppingmöglichkeiten – für Jung und Alt. Dass man viele junge Leute in Heide sieht, ist natürlich nicht nur auf die guten Shoppingmöglichkeiten zurückzuführen. Mit der Fachhochschule Westküste beheimatet Heide eine führende Hochschule des Landes, das Westküstenklinikum ist mit über 2.300 Mitarbeitern der größte Arbeitgeber der Westküste und zieht Hunderte Auszubildende an. Junge Leute sind jedenfalls da. Und wo junge Leute sind, sind junge Leute.

Und was bietet Heide nach Feierabend?  Ein Spaziergang am Wasserturm mit anschließender Hochzeit. (Da drin gibt’s auch ein Standesamt!) Oder mit Freunden treffen? Das Kneipenviertel Schuhmacherort ist ein beliebter Treffpunkt, um was essen und trinken zu gehen. Zurzeit ist das Restaurant Fidelio ziemlich gefragt. Das Kino Lichtblick hat schon einen gewissen Kultstatus. Und wer hotten will, zieht ins L1, ins Pahlazzo oder Westcoast.

Und wer nun unbedingt mal aus Heide raus- möchte … kann ja über die B 203 in 20 Minuten nach Büsum fahren und am Deich längslaufen. All dat is uppe de heyde und noch viel mehr.

EXT Christian Dorbandt
FOTOS Stadt Heide, Ali Kepenek

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