„Schüler leiten eine Station“ an den Westküstenkliniken in Heide

„Schüler leiten eine Station“ an den Westküstenkliniken in Heide

SPRUNG INS KALTE WASSER!

Mit rund 2.300 Angestellten sind die Westküstenkliniken Heide und Brunsbüttel der größte Arbeitgeber an der schleswig-holsteinischen Westküste. Im angeschlossenen Bildungszentrum werden zurzeit 596 Nachwuchskräfte in vier Gesundheitsberufen ausgebildet. 150 von ihnen absolvieren die Ausbildung zum/zur Gesundheits- und Krankenpfleger/-in. Für sie gibt es an den WKK am Standort Heide seit kurzem das Ausbildungsprojekt „SLES“ – Schüler- Leiten-Eine-Station.

"Schüler leiten ein Station" an den WKK

Plakat zum Projekt „Schüler leiten ein Station“

„SLES ist einfach nur super!“ „Ich würde an SLES jederzeit wieder teilnehmen!“ „SLES hat hautnah gezeigt, welche Verantwortung auf uns zukommen wird!“
Drei Stimmen von Auszubildenden. Jonas Wollenburg (24), Jonas Vollert (18) und Jennifer Kühl (19) befinden sich zurzeit im dritten und letzten Jahr ihres Ausbildungskurses 14/17 H zur Gesundheits- und Krankenpflege an den WKK. In wenigen Wochen werden sie voraussichtlich in das große Team des examinierten Pflegeperso- nals übernommen. Dann beginnt für sie der Alltag auf den Stationen. Um darauf best- möglich vorbereitet zu sein, ndet die drei- jährige Ausbildung abwechselnd in Praxis- und Schulblöcken statt. In der Praxis lernen die Azubis den Alltag verschiedener Stati-onen kennen. „Es ist abwechslungsreich und lehrreich, die examinierten Pflegerinnen und Pfleger zu unterstützen“, meint Jennifer. Aber wir bekommen da natürlich nur Ausschnitte des Stationslebens mit. In dem Projekt „SLES“ konnten wir nun erstmalig eine komplette Station übernehmen. Dadurch habe ich einen völlig neuen Gesamtblick auf meinen Beruf bekommen!“

Genau das war der Plan. Offizielles Projektziel: Alle anfallenden Tätigkeiten, die gesamte Organisation der Station und die Versorgung der Patienten sollen eigenverantwortlich von den Auszubildenden, zur Vorbereitung auf die Zeit als examinierte Pflegekraft nach der Ausbildung, durchgeführt werden.

Jonas Vollert, Auszubildender beim WKK

Jonas Vollert, Auszubildender an den WKK

Auch Jonas Vollert aus Schafstedt haben die zwei Wochen Stationsarbeit in Eigenregie gut gefallen. „Wir hatten eine Woche Zeit, uns auf das Projekt vorzubereiten. Vorab konnte jeder unseres 20-köpfigen Kurses eine Aufgabe wählen, z.B. Stationsleitung, Schichtleitung oder normales Pflegepersonal. Wir verfassten auch unsere eigenen Dienstpläne und informierten uns übertypische Krankheitsbilder in der Geriatrie. Die zwei Wochen Praxis begannen dann allerdings etwas chaotisch. Kein Wunder. Das war ja wie ein Sprung ins kalte Wasser! Aber das war ja auch so gewollt und unsere Arbeit wurde natürlich jederzeit von examinierten Kollegen überwacht. Irgendwann haben wir uns als Team zurechtgefunden und die Sache wirklich gut gemacht! In diesen zwei Wochen haben wir unglaublich viele Erfahrungen sammeln können: sowohl über die Pflegearbeit als auch über Teamwork, Verantwortung, Kommunikation und Belastbarkeit.

Für Schulleiterin Mareike Eckstein ist das Projekt eine gelungene Ergänzung der Pflegeausbildung. „Unsere Projektleiterin Alicia Schoppe hat dieses Ausbildungsprojekt erfolgreich für die WKK entwickelt. Wir erkennen, wie positiv diese Übung von unseren Schülern angenommen wird. Sie spüren die Verantwortung, die auf sie zukommen wird und erhalten einen guten Gesamteindruck, der sie auch sicherer in die Prüfungen gehen lässt. Wir bieten SLES demnächst zum vierten Mal an und überlegen, neben der Geriatrie, eine weitere Station dafür zu gewinnen. Das positive Feedback ist überwältigend!“

Vom Projekt „Schüler leiten eine Station“ rest- los begeistert: die angehenden Gesundheits- und Krankenpfleger/-innen Jule Ehmke (rechts), Julia Hansen (links) und Juliane Thiel (unten)

Vom Projekt „Schüler leiten eine Station“: die angehenden Gesundheits- und Krankenpfleger/-innen Jule Ehmke (rechts), Julia Hansen (links) und Juliane Thiel (unten)


TEXT Christian Dorbandt

FOTOS WKK