Personaler geben Tipps mit Isabel Schneede

Personaler geben Tipps mit Isabel Schneede

Isabel Schneede ist Personalreferentin bei der Firma TOTAL Bitumen Deutschland GmbH in Brunsbüttel

Isabel Schneede absolvierte nach dem Abitur ein duales Studium (B.A.) der Betriebswirtschaftslehre bei der Bayer AG und anschließend ein Aufbaustudium zur Diplomkauffrau. Seit 2002 arbeitet sie im Personalwesen und seit 2010 bei der Firma TOTAL. „Ich wollte als Betriebswirtin gern im Raum Brunsbüttel bleiben“, erinnert sie sich, „aber nicht im Personalwesen arbeiten. Heute bin ich froh, dass ich diesen Entschluss geändert habe!“ Als Personalentwicklerin beschäftigt sich die gebürtige Brunsbüttlerin mit allen Personalthemen, u.a. mit Bewerbungsgesprächen und der Auswahl der Auszubildenden.

Für ME2BE gibt Frau Schneede Tipps für eine erfolgreiche Bewerbung:

1. Wie bewirbt man sich?
Bei uns bewirbt man sich entweder schriftlich auf dem Postweg oder man schickt die Bewerbungsunterlagen online per E-Mail. Beides ist möglich. Ich persönlich freue mich über eine richtige Bewerbungsmappe. Da gewinne ich schon einen ersten Eindruck, ob der Bewerber oder die Bewerberin eine gute Ordnungsstruktur entwickeln kann. Eselsohren oder Fettflecken sind natürlich nicht so schön.

Isabel Schneede

Expertin in Sachen Bewerbung: Personalreferentin Isabel Schneede

2. Was gehört zu einer vollständigen Bewerbung?
Zu einer vollständigen Bewerbung gehören: Ein Anschreiben, aus dem hervorgeht, warum der spezielle Ausbildungsberuf gewählt wurde und weshalb diese Ausbildung bei der entsprechenden Firma gewünscht wird, ein tabellarischer Lebenslauf, die beiden letzten Schulzeugnisse und alle Praktikumsbescheinigungen. Ich finde es toll, wenn Schüler bereits verschiedene Berufe kennengelernt haben. Das zeigt, dass jemand die Initiative für sich selbst ergriffen hat. Und Bewerber mit praktischen Erfahrungen können überzeugender darlegen, warum sie glauben, dass diese Ausbildung zu ihnen passt und andere nicht.

3. Was muss ein Lebenslauf enthalten?
Zum Lebenslauf gehören Angaben zur Person, zur Schulbildung und gern auch zu Hobbys oder ehrenamtlichen Tätigkeiten. Solche Informationen zeugen von Erfahrung im Bereich Teamarbeit und ich kann im Gespräch dazu Fragen an die Bewerber stellen.

4. Was ist beim Bewerbungsgespräch zu beachten?
Zunächst achte ich auf normale Umgangsformen: dazu gehört die Begrüßung, das Händeschütteln und auch der Blickkontakt dabei! Wichtig ist es auch, in vollständigen Sätzen zu reden und nicht nur mit Ja und Nein zu antworten. Pluspunkte sammeln diejenigen, die auch Fragen zur Ausbildung oder zum Unternehmen stellen. Dadurch zeigt man Interesse und dass man sich zu Hause vorbereitet hat. Ganz wichtig: Authentisch und natürlich bleiben und einfach „frei von der Leber“ sprechen! Jeder Bewerber ist nervös und aufgeregt. Das ist überhaupt nicht schlimm. Komisch wird es, wenn jemand versucht, besonders cool zu wirken. Das geht meistens nach hinten los. Wir wollen Bewerber so kennenlernen, wie sie „echt“ sind.

5. Was ist der größte Fehler im Bewerbungsgespräch?
Nicht zu wissen, wo man sich bewirbt! Wir erwarten, dass sich Bewerberinnen und Bewerber zu Hause auf das Gespräch vorbereiten. Heutzutage ist es ein leichtes, Informationen im Internet zu finden. Es passiert oft, dass Bewerber gar nicht wissen, was unser Unternehmen produziert und verkauft. Niemand muss darüber eine große Abhandlung verfassen können, aber die Kerninformationen sollte sich jeder vor dem Gespräch beschaffen. Genauso wichtig ist die Vorbereitung auf den Ausbildungsberuf. Immer wieder ertappen wir Bewerber, die überhaupt nicht wissen, auf welchen Beruf sie sich bei uns bewerben.

6. Was ist Ihre Lieblingsfrage im Bewerbungsgespräch?
„Sind Sie zufrieden mit ihren Schulnoten?“

Und wie verlief Ihr eigenes Bewerbungsgespräch, Frau Schneede?
Ich hatte einen schicken Hosenanzug an, war vielleicht ein wenig „overdressed“, aber das finde ich für die Bewerbung auf eine Bürotätigkeit auch angemessen. Zwei Bewerbungsgespräche musste ich absolvieren. Nach dem ersten hatte ich ein gutes Gefühl. Nach dem zweiten, ein schlechtes! Und ich war genauso nervös, wie die angehenden Azubis, die mir heute gegenübersitzen. Als ich die Zusage erhielt, war ich angenehm überrascht und habe mich riesig gefreut!

TEXT Christian Dorbandt
FOTO Sebastian Weimar