Neuer Studiengang für neue Berufsfelder an der FH Lübeck ab Winter 2016: Umweltingenieurwesen und -management

Neuer Studiengang für neue Berufsfelder an der FH Lübeck ab Winter 2016: Umweltingenieurwesen und -management

In Wirtschaft und Verwaltung entsteht laufend neuer Bedarf nach hervorragend ausgebildeten und interdisziplinär denkenden Fachkräften mit besonderen Qualifizierungen. Die Fachhochschule Lübeck hat deshalb drei neue Studienangebote geschnürt, die auf Bedürfnisse von Unternehmen und öffentlichen Institutionen zugeschnitten sind. Interessierte können sich jetzt für die Bachelor-Studiengänge bewerben, sie starten im Wintersemester 2016/17: Angewandte Chemie sowie Umweltingenieurwesen und -management sowie Energie- und Gebäudeingenieurwesen.

„Um die gesundheits- und umweltschädlichen Stickoxide in den Abgasen zu senken, könnten Schiffe beispielsweise langsamer fahren. Aber sind die Schiffe bei längeren Fahrzeiten auch wirtschaftlich einzusetzen? Und akzeptieren dies die Kunden?

Umweltingenieurwesen und -management:
Interdisziplinär, umfassend

Der interdisziplinäre Studiengang vermittelt umweltrelevantes naturwissenschaftliches und technisches Fachwissen, geht aber über die rein technische Ebene weit hinaus. „Umfassender Umweltschutz stellt eine zentrale Herausforderung für unsere Gesellschaft dar“, betont der Studiengangleiter Prof. Norbert Reintjes. „Doch in der Praxis stellen sich zahlreiche Fragen. Interessenskonflikte verschiedenster Art müssen gelöst werden, um befriedigende Ergebnisse zu erzielen.“ Angesichts der vielschichtigen Verknüpfung von Themen und Akteuren in einem globalen System könne Umweltschutz nur durch ein interdisziplinäres Zusammenspiel gelingen. Technische Anlagen sind heute hochkomplex und deren Gestaltung, Herstellung, Bedienung und vor allem Optimierung bedarf eines detaillierten technischen Fachwissens, das sich über viele verschiedene Disziplinen erstreckt. Um Verbesserungen hin zu mehr Umweltschutz jedoch tatsächlich zu fördern und umzusetzen, bedarf es neben der richtigen Technik auch geeigneter Rahmenbedingungen (z.B. Gesetze oder Steuern). „Ob es eine Technik aus dem Forschungslabor bis in die Regale des Bau- oder Supermarktes schafft, hängt von politischen Fördermaßnahmen ebenso ab, wie von einem guten betrieblichen Management“, erklärt Professor Reintjes.

CMYK_fhLübeck_Umweltingenieur-(5)-KopieFür diese Schnittmenge qualifiziert der neue siebensemestrige Bachelor-Studiengang: Absol- ventinnen und Absolventen können für Organisationen und Unternehmen arbeiten, dazu gehören Behörden wie etwa Umwelt- und Gesundheitsämter oder Wasserbehörden sowie internationale Entwicklungszusammenarbeits- und Umweltschutzorganisationen. Betriebe mit hoheitlichen Überwachungsaufgaben – wie beispielsweise der TÜV – zählen ebenso wie Umweltberatungsunternehmen und Umweltforschungseinrichtungen zu den Arbeitgebern. Bei Unternehmen sind die Kompetenzen der Absolventinnen und Absolventen angesichts immer schärferer Umweltanforderungen begehrt: Sie betreuen Umweltmanagementsysteme oder den betrieblichen Umweltschutz. Auch für die umweltseitige Optimierung von Produkten oder Verfahren werden sie in den Betrieben gebraucht.

In Projekten lernen die Studierenden, wie Herausforderungen bei der praktischen Umsetzung von Umweltschutz angegangen werden können. Beispiel saubere Schifffahrt: „Um die Menge umwelt- und gesundheitsschädlicher Abgase zu senken, könnten Schiffe langsamer fahren“, erläutert Prof. Reintjes. „Aber sind die Schiffe bei längeren Fahrzeiten noch wirtschaftlich einzusetzen? Und akzeptieren dies die Kunden?“ Diese Fragen und viele Aspekte rund um die Wertschöpfungskette einer Reederei müssen hier betrachtet werden. Um noch weiter über den Tellerrand zu schauen, können Studierende ein anrechenbares Auslandssemester bei Hochschulen ihrer Wahl belegen, betont Prof. Reintjes. Natürlich gehören zu den „Basics“ dieses Ingenieursstudiums die Grundlagen von Mathe und Naturwissenschaften. „Die Studierenden sollten die Bereitschaft mitbringen, etwaige Lücken zu füllen und sich auf einen Mix der Disziplinen einzulassen.“ Der Studiengangleiter ermuntert Schülerinnen und Schüler, sich zu informieren: „Dieses Studium schlägt Brücken und stellt sich den Umwelt-Herausforderungen der Zukunft.“

TEXT Joachim Welding
FOTOS FH Lübeck

 

Umweltingenieurwesen und -management | UIM

Hochschulgrad: Bachelor of Science (B.Sc)
Studienbeginn: jeweils zum Wintersemester
Regelstudienzeit: 7 Semester
Bewerbungsschluss: 31. August
Besonderes: individuelle Schwerpunktsetzung / anrechenbares Auslandssemester möglich / projektorientiertes Lernen
Studienfachberatung: Prof. Norbert Reintjes
E-Mail: uim@fh-luebeck.de
Telelon: 0451 300-5017/5254
Internet: www.fh-luebeck.de/uim

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