Neuer Studiengang für neue Berufsfelder an der FH Lübeck ab Winter 2016: Energie- und Gebäudeingenieurwesen

Neuer Studiengang für neue Berufsfelder an der FH Lübeck ab Winter 2016: Energie- und Gebäudeingenieurwesen

In Wirtschaft und Verwaltung entsteht laufend neuer Bedarf nach hervorragend ausgebildeten und interdisziplinär denkenden Fachkräften mit besonderen Qualifizierungen. Die Fachhochschule Lübeck hat deshalb drei neue Studienangebote geschnürt, die auf Bedürfnisse von Unternehmen und öffentlichen Institutionen zugeschnitten sind. Interessierte können sich jetzt für die Bachelor-Studiengänge bewerben, sie starten im Wintersemester 2016/17: Angewandte Chemie sowie Umweltingenieurwesen und -management sowie Energie- und Gebäudeingenieurwesen.

Energie- und Gebäudeingenieurwesen: Klimaziele fürs Bauen

Wenn es um das Thema Energiewende geht, stehen Gebäude mit sparsamen, intelligenten Energiesystemen im Focus: Um die Klimaziele in Deutschland erfüllen zu können, müssen Gebäude künftig so geplant werden, dass der Kohlendioxid-Ausstoß minimiert wird. Bisher wurde das lediglich in stärkere Dämmungen und technischen Innovationen in der Gebäude- und Klimatechnik im Gebäude umgesetzt und damit waren so genannte TGA-Planer (Technische Gebäudeausrüstung) in Zusammenarbeit mit dem Architekten oder der Architektin befasst. „Unseren neuen Bachelor-Studiengang haben wir nicht ausschließlich techniklastig aufgebaut. Klar, auch hier müssen die wesentlichen Elemente der Gebäudetechnik vermittelt werden. Aber der Studiengang bezieht wesentliche gebäudeplanerische Themen mit ein“, erläutert Studiengangleiter Prof. Günther Schall. „Studierende werden fachübergreifend ganzheitliche Gebäude konstruieren können, die intelligent genug sind, um ihren Energiebedarf und die Verbräuche automatisch selber zu bestimmen und nutzungsabhängig zu regulieren.“

Die zusätzlichen architektonischen Kompetenzen, die das Studium vermittelt, seien wichtig, um die Abläufe in Planungsbüros zu perfektionieren. Neben technischen Fächern wie Energiesysteme, Gebäudeautomation und Regenerative Energien gehören die klassischen Disziplinen der Architektur dazu: Baukonstruktion, Entwurf, Baurecht, Ausschreibung, Baugeschichte, Altbausanierung und vieles mehr. „Die Absolventen und Absolventinnen dieses neuen Studienganges werden die Lücke zwischen den Architekten und TGA-Planern füllen. Sie werden nicht nur in Architekturbüros dringend gebraucht“, meinen Jochen Dohrenbusch und Mark Schröder, Mitinhaber des renommierten Kieler Planungsbüros AX5 architekten (Norwegenterminal Kiel, Neubau des Regionalen Berufsbildungszentrums Technik in Kiel).

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Denn die Absolventen und Absolventinnen dürften gute Jobaussichten haben: Sie werden in technischen Planungsbüros ebenso wie in Architekturbüros eingesetzt. Auch Behörden, Kommunen und Stadtwerke haben Interesse an diesen interdisziplinär ausgebildeten Fachleuten. Gebäudeverwaltungen und große Baufirmen, die schlüsselfertige Häuser anbieten, stellen die künftigen Energie- und Gebäudeingenieurinnen und –ingenieure ein. Denn zu den Kompetenzen, die die Studierenden während des siebensemestrigen Studiums erwerben, gehört neben der Theorie auch die Zusammenarbeit im Team. „Im Lübecker Modell praktizieren wir seit langem die Projektarbeit mit angehenden Architekten, Architektinnen und Bauingenieuren und Bauingenieurinnen“, erklärt Prof. Schall. In Zukunft werden auch die Studierenden des Energie- und Gebäudeingenieurwesens in die Praxisprojekte eingebunden. „Dabei lernen alle Beteiligten schon im Studium die Zusammenarbeit in einem interdisziplinären Team. Diese Kompetenz ist im späteren Berufsalltag sehr wichtig, damit komplexe Bauprojekte fehlerfrei und fristgerecht bewältigt werden können“, betont der Studiengangleiter. Zu den wichtigen Schnittstellen gehört die computergestützte Planung, die zunehmend mit 3D-Technologie erweitert wird. „Die Studierenden lernen, mit der Planungsmethodik „Building Information Modeling (BIM)“ umzugehen. Ziel ist, alle Planungselemente vom Entwurf und Statik über die Technische Gebäudeausrüstung bis hin zur bauausführenden Planung, den Kosten und der Termine in einem Gebäude- und Datenmodell zu vereinen. „So können wir mögliche Fehler möglichst frühzeitig erkennen und lösen, damit später Konflikte auf der Baustelle vermieden werden“, erklärt Architekt Jochen Dohrenbusch. Schließlich gelingen intelligente Entwürfe für mehr Klimaschutz am besten mit einer fundierten und interdisziplinären Ausbildung – so wie sie der neue Studiengang vorsieht.

TEXT Joachim Welding
FOTOS FH Lübeck

 

Energie- und Gebäudeingenieurwesen | EGIB

Studienabschluss: Bachelor of Engineering, B.Eng.
Regelstudienzeit: 7 Semester
Studienbeginn: jeweils zum Wintersemester
Bewerbungsschluss: bis zum 15. Juli
Zulassungsbeschränkung: dieser Studiengang unterliegt einer Zulassungsbeschränkung. Es steht nur eine begrenzte Anzahl an Studienplätzen zur Verfügung
Besonderes: ein achtwöchiges Vorpraktikum ist erforderlich
Studienfachberatung: Prof. Dr. Günther Schall
E-Mail: guenther.schall@fh-luebeck.de
Telefon: 0451 300-5142
Internet: www.fh-luebeck.de/egib

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