Industrieperle mit rauem Charme

Industrieperle mit rauem Charme

Elmshorn – kleine Stadt, große Namen

Woran denken die meisten, wenn von Elmshorn die Rede ist? Klar: Hier startete der Tennisstar Michael Stich seine Karriere, bevor er als Wimbledon-Legende berühmt wurde. Bekannt sind auch die Kölln-Werke, die bis heute Leckeres aus Haferflocken herstellen. Und überhaupt: Die Industrie-Stadt in der Metropolregion Hamburg bietet eine Menge interessanter Arbeits- und Ausbildungsplätze – und feiert 875. Geburtstag.

Das Segelschiff im Wappen von Elmshorn sagt mehr als viele Worte: Etliche Werften bauten einst in der Stadt am Fluss Krückau mächtige Schiffe. Und der Hafen diente als wichtige Drehscheibe der Walfängerei und des Handels. Doch dieses Kapitel ist längst Geschichte: Die kleine Stadt rund 35 Kilometer nördlich von Hamburg mauserte sich von der Hafen- zu einer Industrie-Stadt. Wobei die markante Klappbrücke über die Krückau noch immer vom Leben am und mit dem Wasser zeugt.

Der raue Charme einer Stadt mit vielen Industriebetrieben prägt Elmshorn. Dabei hat sie sich einen weichen Kern bewahrt und kann jungen Leute einiges bieten: Wenn ein Wimbledonsieger wie Michael Stich hier aufblühen kann, müssen die Vereine erste Sahne sein. So ist es: Im Lawn-Tennis-Club Elmshorn werden also Weltklasse-Spieler gemacht. Aber auch die Fighting Pirates sind nicht zu verachten: Die American Footballer schlagen sich in der 2. Bundesliga wacker und ziehen viele Fans ins Stadion. Als offizielle „pferdefreundliche Stadt“ erfreut Elmshorn die Reitfreunde besonders: Sie ist Züchterstadt für Holsteiner Pferde und zieht mit den rasanten Wettbewerben auf der Trabrennbahn großes Publikum an! In Elmshorn darf jeder reiten, aber auch die Kicker, Paddler, Segler und Judo-Sportler kommen auf ihre Kosten.

Vor das Vergnügen hat das Leben allerdings die Arbeit gesetzt – oder in Eurem Fall die Ausbildung. Und da ist das Angebot groß und sehr „lecker“. Denn in Elmshorn dominiert die Lebensmittelbranche. Die Kölln-Werke kennt in Deutschland jedes Kind, aber auch die Erwachsenen lassen sich das Müsli „made in Elmshorn“ schmecken. Hier arbeiten über 360 Mitarbeiter und 35 Azubis in sieben Ausbildungsberufen von Industriekaufleuten bis zum Lebensmitteltechniker. Ebenso wie Kölln haben der Wursthersteller Döllinghareico und der Pralinen spezialist Wiebold in ganz Deutschland einen verführerischen Namen.

Zu den großen Unternehmen gehört auch der Chemiegigant Deutsche Tamoil, der zu den umsatzstärksten Firmen im Norden gehört. Namhafte Ausbildungsbetriebe sind außerdem der Autozulieferer Autoliv, eine Telekom Service- Niederlassung mit 700 Mitarbeitern und der Möbelhersteller Cramer. Im öffentlichen Dienst suchen die Kreisverwaltung Pinneberg ebenso wie die Stadtwerke Elmshorn ständig gute Nachwuchskräfte. Alles in allem hat die Krückau-Stadt also viele tolle Betriebe und eine Menge verschiedener Ausbildungsberufe im Angebot. Du musst dich nur gut informieren.

Wenn Du im Beruf weiterkommen willst, solltest Du dir die Nordakademie näher ansehen: Das ist eine staatlich anerkannte Fachhochschule mit dualen Studiengängen für Betriebswirtschaft, Wirtschaftsingenieurwesen und Wirtschaftsinformatik. Da trifft es sich gut, dass Elmshorn für junge Azubis und Studis Unterhaltsames bietet: Neben dem modernen Cineplex-Kino lockt das Stadttheater ebenso wie das große, interaktive Industriemuseum mit vielen Veranstaltungen und einem Blick zurück: Wie das Arbeitsleben unserer Großeltern aussah. Und warum es dank des Fortschritts viel besser ist, dass Du genau JETZT ins Berufsleben startest!

TEXT Joachim Welding
FOTOS Teresa Horstmann