„I AM FHAPPY“

„I AM FHAPPY“

Warum das Studieren an (Fach-)Hochschulen glücklich macht.

Fachhochschüler packen‘s nicht an der Uni, müssen nach Stundenplan studieren und sowieso … ein FH-Bachelor ist weniger wert als ein Uni-Bachelor! Klischees über das Studieren an Fachhochschulen gibt es viele … mit der Realität haben sie nichts zu tun!

FH-Studiengänge liegen voll im Trend, verbuchen steigende Studierendenzahlen, verfügen über attraktive Fördermittel und punkten immer häufiger mit topmoderner Ausstattung. In Forschung und Lehre haben FH‘s gegenüber den Unis stark aufgeholt! Der Imagewandel ist deutlich erkennbar. Resultat: Die Anzahl der Studierenden an Universitäten und Fachhochschulen in Schleswig-Holstein und Hamburg hält sich ungefähr die Waage. 2016/17 waren in beiden nördlichen Bundesländern insgesamt 159.891 Studentinnen und Studenten eingeschrieben, davon ca. 48 Prozent an staatlichen Universitäten, 22 Prozent an öffentlichen Fachhochschulen und ca. 30 Prozent an privaten Hoch- und Fachhochschulen. ME2BE hat sich an Fachhochschulen im Norden umgeschaut und viele „happy people“ kennengelernt.

Aenne Boye

22 Jahre, aus Hohenwestedt, studiert im 4. Semester Öffentlichkeitsarbeit und Unternehmenskommunikation (BA) an der Fachhochschule Kiel.

Aenne Boye

„Ich bin Aenne und studiere ‚Öffentlichkeitsarbeit und Unternehmenskommunikation‘ an der FH Kiel. Mit dem Studium habe ich für mich persönlich eine gute Wahl getroffen, denn es ist sehr praxisorientiert und bietet mir großen kreativen Spielraum. Meine Studiengruppe ist mit rund 20 Studierenden, überwiegend Mädels, angenehm klein, sodass sich auch schnell private Freundschaften ergeben haben. Unsere Dozenten sind kompetent und Räume und Ausstattung sind auch super. Mir gefällt es außerdem gut, dass wir im Vergleich zu anderen Studiengängen nicht so viele Klausuren schreiben müssen. Dafür erarbeiten wir uns Punkte durch praktische Aufgaben und Projekte in den Themenfeldern ‚Medienanalyse‘ oder ‚Public Relations‘. Beispiele: Einige der letzten Aufgaben waren: Businesspläne verfassen, englischsprachige Pressemitteilungen texten und Interviews führen. Das Ende des Semesters fällt terminlich zusammen mit der Kieler Woche. Die werden wir in einem Videoprojekt filmisch begleiten – das nächste spannende Medienprojekt steht also vor der Tür!

„Es ist sehr praxisorientiert und bietet mir großen kreativen Spielraum.“

Nach dem Abi am Immanuel-Kant-Gymnasium in Neumünster bin ich übrigens erst mal ein bisschen gereist. Ich habe drei Monate lang in Namibia auf einer Farm gearbeitet und dort Rinderherden zusammengetrieben und Kälber markiert – eine echt aufregende Erfahrung. Anschließend war ich für ein halbes Jahr au pair in Irland und erst nach meiner Rückkehr entschied ich mich dann endgültig für das Studium. Für die Fachhochschule Kiel sprachen mehrere Gründe: Seit meinen Auslandsaufenthalten weiß ich wirklich zu schätzen, wie gut es mir zuhause geht und wie wichtig die Nähe zu meiner Familie ist. Das hatte auch Einfluss auf meine Studienplatzwahl. Die Hamburger Hochschulen erschienen mir zu groß und anonym und an der FH Kiel gab es genau das zu mir passende Bachelorstudium. Im Anschluss an mein Studium könnte ich mir gut vorstellen, für die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit eines regionalen Unternehmens zu arbeiten. Das würde zu mir passen, denn ich bin kommunikationsfreudig, kreativ und habe Lust, Texte zu erstellen. Für meinen späteren Beruf wäre mir das Gefühl wichtig, täglich gern zur Arbeit zu gehen. So, wie ich jetzt täglich gern zur FH fahre!“

Lennart Schmidt

19 Jahre, aus Kiel, absolviert im 2. Semester ein Duales Studium Wirtschaftsinformatik (BSC) bei der PPI AG in Kiel / Wirtschaftsakademie Kiel.

Lennart Schmidt„Ich habe mein Abi am Hans-Geiger-Gymnasium in Kiel gemacht und wollte anschließend Wirtschaftsinformatik an einer Uni oder FH studieren. Ein Online-Artikel über die PPI AG auf ME2BE.DE hat mich neugierig auf ein duales Studium gemacht und war mit ausschlaggebend für meine Bewerbung. Vorher kannte ich die Firma gar nicht. So hatte ich online schon mal einen Eindruck gewonnen, wie der Alltag von Wirtschaftsinformatikern aussieht!

Das Duale Studium der Wirtschaftsinformatik bei PPI hat viele Vorteile: Wir genießen eine große Freiheit in unseren Aufgaben, erhalten Unterstützung, Wertschätzung und eine attraktive Vergütung. Außerdem haben wir flexible Arbeitszeiten und können im Anschluss an das Studium, entsprechend unseren Neigungen, mit entscheiden, ob wir als Softwareentwickler, Consultants, Projektmanager oder Technische Redakteure im Unternehmen arbeiten möchten. Mein persönliches Highlight? Unsere Jahreskonferenz im Ballsaal des Millerntor-Stadions! Dort haben wir auch Kollegen und Kolleginnen aus München und Frankfurt kennengelernt und vieles über die Werte des Unternehmens erfahren. Die Atmosphäre bei PPI ist wirklich extrem kollegial und freundlich. Diese Werte sind bei uns keine bloßen Werbesprüche. Deshalb gehe ich in den Praxisphasen jeden Tag gern ins Büro und möchte auch nach dem Studium bei PPI als Wirtschaftsinformatiker arbeiten.“

Andreas Maack

26 Jahre, aus St. Peter- Ording, studiert im 6. Semester BWL (BA) mit Schwerpunkt Steuern und Rechnungswesen an der Hochschule Flensburg.

Andreas Maack

„Ich habe nach dem Abi am Nordseegymnasium in St. Peter-Ording lange überlegt, ob ich studieren soll und mich nach dem Zivildienst für eine Ausbildung zum Steuerfachangestellten entschieden. Erst anschließend wollte ich BWL in Flensburg studieren. Die Hochschule Flensburg ist für meinen Schwerpunkt Steuern und Rechnungswesen sehr gut aufgestellt. Zu je einem Drittel beschäftigen wir uns mit Steuern, Bilanzierung und Controlling. In den Kursen sind wir nur 20 Studierende, sodass die Dozenten uns kennen und persönlich auf uns eingehen können. Der intensive Kontakt untereinander und der gemeinsame Campus mit der Uni zeichnen die Hochschule besonders aus.

Jetzt, im sechsten Semester, absolviere ich mein Praxissemester bei einer Kanzlei, die sich auf gemeinnützige Organisationen spezialisiert hat. Glücklicherweise hatte ich mich im Laufe des Studiums bereits mit Internationalem Recht beschäftigt. Diese Kenntnisse kann ich nun im Praktikum hervorragend einbringen, sodass ich bereits ein Jobangebot von der Kanzlei erhalten habe. Ein gutes Beispiel für die Praxisnähe der Hochschule Flensburg!“

Julie Diron

21 Jahre, aus Flensburg, studiert im 4. Semester Betriebswirtschaftslehre (BA) mit Schwerpunkt Marketing an der Hochschule Flensburg.

HSFL_Studi_Julie_Diron_Genzken_9Julie Diron„Ich studiere Betriebswirtschaftslehre an der Hochschule Flensburg und mein Traum ist es, irgendwann als Filmproduzentin bei einer großen Firma, wie Disney, Warner Brothers oder Constantin arbeiten zu können. Ich war schon immer ein großer Fan von Animations- und Zeichentrickfilmen und könnte mir sehr gut vorstellen, in der Schnittmenge zwischen kreativen und wirtschaftlichen Prozessen, zum Beispiel im Bereich Filmvermarktung, zu arbeiten. Durch meinen Marketing-Schwerpunkt glaube ich, mein erlerntes Wissen später gut anwenden zu können.

Angewandte Wissenschaften … das ist ja sowieso das Prinzip von FH‘s und der Hochschule Flensburg! Nach 13 Jahren Schule und dem Abi auf dem Förde-Gymnasium Flensburg hatte ich persönlich keine Lust auf ein theorielastiges Universitätsstudium. Ich wollte praxisorientiert studieren. Und das kann ich hier! Eine tolle Erfahrung war mein Auslandssemester an der ‚University of the Sunshine Coast‘ in der Nähe von Brisbane in Australien. Die Hochschule Flensburg hat weltweit über 60 Partner-Universitäten, sodass wir viele Möglichkeiten haben, mal eine Zeit lang im Ausland zu studieren. Ich brauchte mich nur kurz zu bewerben und in einem persönlichen Gespräch meine Englischkenntnisse nachzuweisen. Schwupps – hatte ich den Studienplatz! Das Semester wurde mir anschließend übrigens voll angerechnet, weil ich in Australien alle Kurse und Hausarbeiten erfolgreich bestanden habe.
Ich kann das Studieren an der Hochschule Flensburg nur jedem empfehlen. Wir haben einen wunderschönen Campus und studieren in einer intensiven, familiären Atmosphäre. Und wir genießen eine große Bindung zu unseren Profs. Ich nde es persönlich auch sehr hilfreich, dass alle Dozenten über eine mehrjährige praktische Berufserfahrung verfügen. Durch sie erhalten wir viele Tipps und Einblicke ins Berufsleben. Und Flensburg bietet auch nach einem Studientag genügend Abwechslung. Bei uns geht es entspannt zu, egal ob am Hafen, in der Innenstadt oder an den Stränden. Man kann gut shoppen gehen und hat eine große Auswahl an Cafés und Kneipen. Mein Geheimtipp: Karaoke im Irish Pub!“

Jean Philip Zimmermann

26 Jahre, aus Berlin, studiert im 4. Semester International Logistics and Management (MSC) an der Hochschule für Angewandte Wissenschaften in Hamburg.

Jean Philip Zimmermann

„Ursprünglich wollte ich Tontechniker werden und absolvierte deshalb ein Praktikum bei einem Berliner Radiosender. Leider musste ich feststellen, dass dieser Beruf für meinen Geschmack viel zu viel mit Mathe und Physik zu tun hat. Meine zweite berufliche Orientierung ging in Richtung Logistik. Durch ein freiwilliges Praktikum beim Deutschen Paketdienst konnte ich einen interessanten Einblick in ein großes Logistikunternehmen gewinnen, sodass ich mich anschließend bundesweit auf entsprechende Bachelor-Studiengänge bewarb. Für die HAW entschied ich mich aus zwei Gründen: Zum einen genoss das Studium aufgrund der hohen Praxisorientierung schon vor sechs Jahren einen sehr guten Ruf. Zum anderen wohnte meine damalige Freundin in der Nähe Hamburgs. Die private Affäre hielt zwar nicht lange, doch aus der Einschreibung an der HAW ist eine feste Beziehung geworden!

Nach dem Bachelorabschluss vor zwei Jahren entschied ich mich für das anschließende englischsprachige Masterstudium an der HAW, um meine beruflichen Chancen auf dem Arbeitsmarkt zu erhöhen. Seit Oktober 2015 arbeite ich im Departement Wirtschaft auch als wissenschaftlicher Mitarbeiter an Industrie 4.0-Lösungen, wie z.B. dem Forschungsprojekt ‚Business Innovation Lab (BIL)‘. Der Vorteil ist, dass ich kurze Wege zwischen Beruf und Vorlesung habe. Im BIL beschäftigen wir uns mit ‚adaptiver Auftragsplanung‘ und digitalen Prozessen. Ziel ist es, Softwarelösungen zu programmieren, mithilfe derer mittelständische Unternehmen ihre logistischen Prozesse optimieren können. Dafür haben wir zum Beispiel Demonstratoren angefertigt, die unsere abstrakten Konzepte anschaulich machen.

Die HAW bietet mit dem Bachelor-Studiengang Logistik/TBWL aus meiner Sicht ein sehr gutes, sehr praxisorientiertes Studium. Das Studieren im Zentrum Hamburgs, in unmittelbarer Nähe zur Alster, macht echt Spaß. Ich werde jetzt erst mal meinen Masterabschluss machen und möchte anschließend hier an unseren Innovationsprojekten weiterarbeiten und der Logistik treu bleiben. Wir haben hier vieles aufgebaut. Jetzt möchte ich sehen, wie die Arbeit Früchte trägt!“

TEXT Christian Dorbandt
FOTOS Sebastian Weimar, Eric Genzken, Shutterstock