Gemeinschaftsschule Kellinghusen: Katrin Genzmann

Gemeinschaftsschule Kellinghusen: Katrin Genzmann

Infiziert von Mint!

Sie bringt MINT an der Gemeinschaftsschule Kellingusen mit großen Schritten voran. Katrin Genzmann bildet mit ihren Kolleginnen Petra Meyer und Claudia Hinrichs ein „Dreamteam“, wenn es um Mathe, Informatik, Naturwissenschaften und Technik geht. Sie sind die MINT-Netzwerklehrerinnen, die den Kontakt zu den anderen drei offiziellen MINT-Schulen in Schleswig- Holstein halten. Das ist umso erstaunlicher, da die MINT-Fächer ja traditionell eine Männerdomäne sind. Doch an der Gemeinschaftsschule Kellinghusen ist in dieser Beziehung Frauen-Power angesagt!

Mathe- und Physiklehrerin Katrin Genzmann haben es die Roboter besonders angetan: Sie betreut deshalb auch den Roberta-Unterricht, in dem die Schülerinnen und Schüler Lego-Roboter ganz nach ihren Vorstellungen programmieren und konstruieren können. „Besonders toll finde ich, dass wir im Wahlpflichtunterricht NaWi alle möglichen Themen aus MINT miteinander verbinden können.“ Und um beim Nachwuchs das Interesse an anspruchsvollen Themen zu wecken, hat sie ein besonderes Motto: „Ich will die Schüler in Bewegung bringen, sie dazu motivieren, mit ihren eigenen Händen Dinge auszuprobieren.“ Stichwort: handlungsorientierter Unterricht. „So kann man Begeisterung in die jungen Menschen pflanzen“, sagt die Pädagogin, die in ihrer Freizeit gern den eigenen Garten genießt.

ME2BE: Frau Genzmann, wie war Ihre eigene Schulzeit?
In den Fächern, die man machen musste, bin ich so einigermaßen durchgekommen. Am meisten Spaß hat mir schon damals die Naturwissenschaft gemacht. So hatten wir zum Beispiel eine Bio-Chemie-AG, die sogar am Wochenende zusammen gekommen ist, weil alle Lust dazu hatten. Wir konnten nach Herzenslust experimentieren – einfach klasse!

Was war denn Ihr Traumberuf?
Am Anfang wollte ich Kindergärtnerin werden. Nachdem ich bei der Berufsberatung war, kam der Gedanke auf, vielleicht Grundschullehrerin zu werden. Naturwissenschaften und Mathe lagen mir damals schon. So habe ich nach dem Abi das Studium begonnen, später aber auf Realschullehramt gewechselt. Denn mit den älteren Schülern in NaWi zu arbeiten, fand ich spannender.

Wer war damals Ihr wichtigster Ratgeber?
Meine Eltern haben mich immer unterstützt, wenn es in einigen Fächern mal nicht so gut lief. Entscheidend war in der Oberstufe mein Leistungskurslehrer in Physik, der mich damals unheimlich motiviert hat. Er hat mir gezeigt, wieviel Talent ich in NaWi überhaupt habe.

Angenommen, Sie dürften ein ganz neues Schulfach einführen: Wie würde es heißen?
Dann würde ich ganz regulär den MINTUnterricht einführen. Bei den jüngeren Schülern würde ich über die faszinierenden Naturphänomene Interesse wecken. Außerdem würden wir viel am PC arbeiten, damit alle die Grundkenntnisse vermittelt bekommen. Genau das machen wir ja auch später im NaWi-Unterricht.

Erinnern Sie sich noch an einen Schülerstreich an Ihrer Schule?
Ja, allerdings. Die Schüler haben sich den Spaß gemacht, einfach die Uhr im Klassenzimmer zu verstellen. Gleichzeitig schafften sie es, meine Armbanduhr in meiner Federtasche zu manipulieren, ohne dass ich es gemerkt hatte. Das war eine lange geplante Aktion, und die führte dazu, dass der Nachmittagsunterricht eine Viertelstunde früher zu Ende war.

Welchen Promi würden Sie gerne einmal treffen?
Den Fernsehmoderator Peter Lustig, der kürzlich leider gestorben ist: Ihn hätte ich gerne mal getroffen, weil ich seine Experimentier- Sendung „Löwenzahn“ schon als Kind immer gerne geguckt habe.

Hat Peter Lustig Sie auch als Lehrerin inspiriert?
Ja. Zum Beispiel das Experimentieren mit Alltagsgegenständen. Es gibt so viele tolle Versuche mit Knete, Strohhalm oder Luftballons. Daran kann man ganz viele Phänomene zeigen.

Welche fünf Eigenschaften passen zu Ihnen?
Lustig, kreativ, familiär, zielorientiert und zufrieden.

Wo entspannen Sie sich am liebsten?
Entweder im eigenen Garten – obwohl: Wenn meine vier Kinder da herumtollen, ist das gar nicht so leicht. Oder auch gerne in der Sauna oder beim Treff mit Freunden.

Welchen Tipp geben Sie Schülern mit?
Finde heraus, was Dich wirklich interessiert! Und investiere in die Schulfächer, die dich nicht so interessieren, so viel, dass Du einen vernünftigen Schulabschluss schaffst! Denn nur so kannst Du Deinen Traum auch wirklich erreichen.

TEXT Joachim Welding
FOTO Sebastian Weimar