Enes Dogan: Hair & Make-up-Artist

Enes Dogan: Hair & Make-up-Artist

Die Erfolgsgeschichte des Hair & Make-up-Artist 

Um sich neben der Schule etwas Geld dazuzuverdienen, fing Enes als 15-jähriger einen Aushilfsjob bei einem Barbier an. Es sollte sich herausstellen, dass seine Entscheidung in dieser Branche auszuhelfen, weitreichende Folgen für ihn haben sollte. Denn eigentlich hatte Enes vor, wie seine beiden älteren Brüder auch, einen handwerklichen Beruf zu ergreifen. Recht schnell wurden aber aus den anfänglichen Aushilfsarbeiten, wie dem Haare fegen oder Tee- und Kaffeekochen, für die er eingestellt wurde, anspruchsvolle Barbier- und Friseurtätigkeiten. Es folgte eine Ausbildung zum Friseur, ein Meisterbrief, zwei Anstellungen als Salonleiter, die Selbstständigkeit sowie unzählige Styling-Jobs für Fashion- und Filmproduktionen. Ach ja, Enes ist gerade einmal 22. Zum Interview trafen wir den jungen Stuttgarter vor dem Computerbildschirm zum Video-Anruf.

Ein Mann schminkt eine Frau. Dabei streckt er die Zunge heraus.

ME2BE: Hallo Enes. Wie schön, dass wir uns sprechen. Bei deinem vollen Terminkalender ist das nicht so einfach. Wo bist du gerade?
Enes: Ja die letzten 6 Monate waren verrückt. Ich bin drei Tage in der Woche bei den Salonkomplizen in Reutlingen als Friseurmeister tätig. Dort bin ich Stuhlmieter, habe mir sozusagen einen Stuhl im Salon angemietet. Den Rest der Woche bin ich als Hair & Make-up-Artist unterwegs und style auswärts Models für die verschiedensten Anlässe. Ich kam gestern zum Beispiel aus Chemnitz zurück, bleibe drei Tage in Stuttgart und fliege anschließend zu einem Styling-Job nach Mailand. Und so oder so ähnlich sahen alle meine Wochen im letzten Halbjahr aus.

Was passierte vor 6 Monaten, dass dein Leben so gehörig umgekrempelt hat?
Da habe ich eine Fortbildung zum International Make-up Artist an einer Berliner Stylisten-Schule absolviert. Die Leiterin der Schule ist Miriam Jacks, eine fantastische Stylistin und eine wahre Größe im Geschäft. Sie lud mich ein bei dem Berlin Fashion Film Festival in ihrem Stylisten-Team mitzuarbeiten. Das war eine grandiose Erfahrung und öffnete mir unheimlich viele Türen. Zum Beispiel zu einer Buchung für die Berliner Fashion Week.

Gibt es ein bestimmtes Erlebnis, das dir besonders lange in Erinnerung bleiben wird?
Rückblickend betrachtet gab es so viele besondere Momente, dass mir die Auswahl wirklich schwer fällt. Woran ich mich aber gerne zurückerinnere, war meine Mitarbeit an einem Kinofilm. Zwei Regisseure aus L.A. haben mich auf der Fashion Week gesehen und meine Arbeit hat ihnen so gut gefallen, dass sie mich für ihren Film engagierten. Ich sollte für den gesamten Film das Haar- und Make-up-Konzept entwickeln und mit einem von mir ausgesuchten Team bei den Dreharbeiten umsetzten. Natürlich habe ich gleich zugesagt, obwohl mir anfangs etwas mulmig zumute war. Schließlich habe ich so etwas noch nie zuvor gemacht.

EIn Model mit blonden Haaren posiert.

Warst du mit dem Ergebnis zufrieden?
Ja sehr. Die Arbeit hat sehr viel Spaß gemacht. Wer sich selbst überzeugen möchte: Mr. Rudolpho‘s Jubilee feiert im Juli Premiere.

Wo nimmst du die Motivation für die viele Arbeit her?
Ich bin ein echter Workaholic. Ohne kann ich einfach nicht. Das war schon während der Ausbildung so. Ich wollte immer alles auf einmal machen und mir wurde schnell langweilig. Deswegen war eine Festanstellung in einem Salon auch nichts für mich. Ich habe mir das Ziel gesetzt, mehr aus meinem Beruf rauszuholen. Für mich bedeutete es, neben dem Arbeiten im Salon immer auch viel unterwegs zu sein und auf Fotoshootings und Mode- und Beautyevents zu stylen. Daher habe ich fast jedes Angebot wahrgenommen, auch wenn es unbezahlt war. Auf diese Weise konnte ich gute Kontakte knüpfen und wurde viel weiterempfohlen. Die harte Arbeit zahlt sich nun aus. Das ist ja das schöne an dem Beruf. Wer viel investiert, kann es schnell zu etwas bringen. Außerdem finde ich es sehr motivierend, wie einfach man Menschen mit einer schönen Frisur oder einem raffinierten Make-up glücklich machen kann.

Stylist und Model bei der Arbeit

Was sind deine neuesten Projekte?
Ich werde mit einem Partner eine eigene Modelagentur eröffnen. Durch meine Arbeit in der Branche habe ich erkannt, an welcher Stelle echter Bedarf besteht. Wir finalisieren gerade unser Corporate Design und haben auch schon einen großen Auftrag an Land gezogen. Des Weiteren wurde ich zum Trainer für die Pflegeproduktfirma Davines auserkoren. Es sind fantastische Produkte, die ich auch im Salon verwende, und es ist eine große Ehre, die Produkte anderen Friseuren und Stylisten nahezubringen. Ich habe zudem ein Studium zum Betriebswirt begonnen.

Du wirst während der Berufsmesse in Heide an unserem Stand die Messebesucher stylen. Was können wir von dir erwarten?
Ich bevorzuge immer ein natürliches Styling. Anstelle haufenweise Make-up auf das Gesicht aufzutragen, möchte ich mit wenigen Mitteln die natürliche Schönheit einer Person zum Vorschein bringen. Wer ein paar Grundlagen beherrscht, kommt mit wenigen Handgriffen zum perfekten Ergebnis. Eine zum Hautton passende Grundierung, etwas Puder drüber, ein wenig Mascara und zum Schluss etwas Lipgloss auftragen, und der Look sitzt. Mehr braucht es öfter nicht.

Enes, vielen Dank für das Gespräch.    

Besuche unseren Messestand bei der Dithmarscher Volks- und Raiffeisenbank und lass dich stylen. Mehr von Enes siehst du auf seiner Facebook-Seite oder auf seinem Instagram-Account.

TEXT Katharina Grzeca
FOTOS take25pictures GmbH