Einen Job zum mitnehmen, bitte!

Einen Job zum mitnehmen, bitte!

Der 11.03.2017 war in diesem Jahr ein besonders sonniger Samstag. Das hat dem geschäftigen Treiben in der Klaus-Groth-Schule in Heide jedoch keinen Abbruch getan; hier fand der 14. Marktplatz der Berufe statt. ME2BE war für euch mit dabei.

Um 10 Uhr ging es los. Schulleiterin Frau Hoop-Parschat eröffnete die Berufsmesse. Zahlreiche Unternehmen hatten ihren Weg in die Klaus-Groth Schule gefunden und warteten darauf, dass das Berufe-Shopping beginnen konnte.

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Wir suchen nach unserem Traumberuf… Wie wär’s mit Glückskeksautor?

„Wie auf einem Wochenmarkt geht es hier um mehr als nur um einen kurzen Einkauf. In gewohnter Umgebung bekommt das Aufeinandertreffen von Schülern und Unternehmen eine ganz persönliche Note“, erklärt Frau Hoop-Parschat, Schulleiterin der Grund- und Gemeinschaftsschule Heide. „Es wird den Schülerinnen und Schülern zunehmend bewusster, wie wichtig eine frühe berufliche Orientierung ist. Der Marktplatz der Berufe ist eine Möglichkeit hierfür.“

Matthias Claussen, Mitorganisator des Marktplatzes, erzählte uns im Interview mehr zu den Anfängen der Messe. „Wir haben ja erst damit angefangen, dass Eltern ihre Berufe vorgestellt haben. Das Ganze hat sich dann einfach weiterentwickelt.“ In den Klassen wurde im Vorfeld schon über mögliche Berufswahlen gesprochen, was sich an diesem Tag als Vorteil für alle erweisen sollte. „Die achten Klassen stehen kurz vor dem Praktikum und ich habe heute schon mit zwei Schülern gesprochen, die dank der Messe jetzt wissen, wo sie sich bewerben wollen.“

Syblille Wolf-Aurich von der Sparkasse Westholstein lobte die gute Organisation. „Die Schülerinnen und Schüler kommen gut vorbereitet, das ist viel wert. Es ist auch eine schöne Atmosphäre, man merkt, dass die ganze Schule eingebunden ist, inklusive der Lehrer, die heute auch vor Ort sind.“ Für Schüchterne dienten Laufzettel als Eisbrecher. Die Zettel enthielten Fragen zur Ausbildung, Art des Jobs und schulischen Voraussetzungen. Die Ergebnisse werden im WiPo-Unterricht besprochen und nachgearbeitet.

Marktplatz der Berufe in Heide

Wer hätte gedacht, dass Widerstände so bunt sind?

Am Stand von Vishay konnte einiges entdeckt und ausprobiert werden. An verschiedenen Arbeitsstationen wurden kleine Baugruppen montiert und ein „heißer Draht“ zusammengebaut. Sogar eine Lötstation hat es gegeben. Die Azubis von Vishay fanden den Marktplatz eine gute Veranstaltung für alle Beteiligten. „Nicht nur die Schülerinnen und Schüler profitieren hiervon“, sagte Luisa Behrens, die im ersten Lehrjahr zur Industriemechanikerin ist. „Wir Azubis lernen so auch, wie man unsere Aufgaben

Marktplatz der Berufe in Heide

Es gibt immer was zu tun! Löten, zum Beispiel.

gut erklären kann und was für andere wirklich interessant ist.“ Luisa selber wusste schon als Kind, dass sie sich „für’s Rumschrauben interessiert“. „Ich habe geschaut, welche Ausbildungen es in Richtung Mechaniker gibt und bin dann auf Vishay gekommen. Nach meinem Praktikum wusste ich gleich, dass es mir hier gut gefällt. Es gibt tolle Projekte und wir bekommen viel Verantwortung übertragen. Der Teamzusammenhalt ist in der Firma auch echt wichtig. Ich bin wirklich überglücklich hier!“ Luisa hat uns viele spannende Dinge über das Löten, Widerstände, kleine Metallautos und Projektarbeiten der Azubis erzählt. Fakt ist: Luisa hat die passende Ausbildungsstelle bereits gefunden.
Marina Kuhnt ist 17 Jahre alt und im ersten Ausbildungsjahr zur Elektronikerin für Betriebstechnik bei Vishay. „Früher habe ich immer gedacht, dass ich Erzieherin werden will. Ich bin dann bei der Lehrstellenralley der IHK auf Vishay aufmerksam geworden und habe gemerkt, dass mich der Beruf des Elektronikers total interessiert“, sagte sie uns. „Jetzt bin ich hier Auszubildende und echt froh über meine Entscheidung. Ich weiß also ganz genau, wie wichtig so eine Berufsmesse sein kann.“

Marktplatz der Berufe in Heide

Luisa Behrens mit dem Ergebnis eines Azubiprojektes

Emily und Lina, beide 15, glauben auch, dass der Marktplatz der Berufe eine gute Möglichkeit ist, um sich darüber klar zu werden, welcher Beruf denn nun der richtige ist. Emily interessiert sich besonders für die Ausbildung zur Hotelfachfrau. „Ich habe schon ein Praktikum im Hotel gemacht und das hat mir total gut gefallen. Erstmal will ich aber Abi machen!“ Ihre Freundin Lina hat ihre Praktika in einer Boutique und im Fitnessstudio gemacht. „Das war zwar Beides gut, aber ich weiß noch nicht ganz genau, was ich wirklich machen will. Ich interessiere mich für Mode, aber vielleicht möchte ich auch Tierärztin werden. Auf jeden Fall ist mir ein familiäres Klima wichtig. Ich möchte das Gefühl haben zum Team zu gehören.“

Marktplatz der Berufe in Heide

Werkzeugkoffer mal anders

Für Jens Kardel von der Kreishandwerkerschaft Heide war es das erste Mal auf dem Marktplatz und er war begeistert. „Vielen ist nicht klar, dass handwerkliches Können bei zahlreichen Betrieben sehr gefragt ist. Die Bundeswehr ist zum Beispiel sehr beliebt und die würden jemanden, der schon etwas Handwerkliches gelernt hat, mit Kusshand nehmen.“ Außerdem erzählte er uns, dass handwerkliche Berufe viel jünger und dynamischer sind, als oft gedacht wird. „Ein Nachwuchsproblem haben wir eigentlich nicht, aber vielen jungen Leuten ist eben nicht klar, was alles möglich ist und wie viele Vorteile ihnen eine handwerkliche Ausbildung bringen kann. Auf Berufsmessen wie dieser können wir darüber aufklären und den Schülern zum Beispiel die Apps der Handwerkskammer ans Herz legen, in denen sie viele handwerkliche Berufe und Ausbildungsplätze in ihrer Region finden können.“ Im nächsten Jahr möchte er auf jeden Fall wieder dabei sein.

Wir finden: Es war ein rundum gelungener Tag an der Klaus-Groth Schule in Heide.

Bis zum nächsten Jahr,

eure ME2BEs

TEXT Jana Limbers
FOTOS ME2BE

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