Dem Herzen folgen

Dem Herzen folgen

Michelle (18) aus Kiel, 2. Ausbildungsjahr zur Friseurin bei Katja Kalaschnikow

Ich fand es schon immer cool, sich zu verkleiden, sich die Haare zu stylen und Menschen zu verwandeln. Nach der Realschule war ich unsicher. Alle meinten, als Friseurin verdiene man viel zu wenig. Irgendwann saß ich dann im Bewerbungsgespräch für eine Ausbildung zur Medizinischen Fachangestellten und habe mich überhaupt nicht wohlgefühlt. Ich habe dann doch die Ausbildung zur Friseurin begonnen und bin echt froh, meinem Herzen gefolgt zu sein.

Haare schneiden ist schwerer, als viele denken! Vor allem die Geschwindigkeit in den Schnitt reinzukriegen, ist schwierig. Und die richtige Kommunikation ist wichtig, um Missverständnissen vorzubeugen. Was für manche Kunden „braun“ ist, definieren wir als „dunkelblond“. Unser Braun ist für manche Kunden Schwarz! Privat style ich mir oft die Haare und schminke mich gern. Ich bin ein Fan der 90er Jahre und recherchiere viel im Netz, gucke mir Fotos an und sammle Tipps und Infos. Mir gefallen die Stylings von Gwen Stefani, Taylor Swift und Cara ­Delavigne.

Michelle_Auszubildende_Katja_Kalaschnikow_Hair_Make_Up_Artist_Friseurin

Mir macht die Ausbildung total Spaß und ich weiß jetzt sicher, dass ich in diesem Beruf arbeiten möchte! Rückhalt bekomme ich auch von meinen Eltern. Die sind jetzt ganz happy mit meiner Ausbildung, obwohl sie anfangs skeptisch waren. Zur Zwischenprüfung haben sie sich mir als Modelle zur Verfügung gestellt und nun präsentieren sie ganz stolz Fotos meiner Stylings! Die Ausbildungsvergütung ist auch okay. Vielleicht weniger als in anderen Berufen, aber ich komme gut klar und habe am Ende des Monats meistens noch  was über. Man lernt auf jeden Fall, mit Geld vernünftig umzugehen. Nach der Ausbildung möchte ich auf jeden Fall ein paar Jahre als Gesellin arbeiten. Irgendwann würde ich auch gern in die Richtung Hair & Make-up gehen. Mein Onkel lebt in London in der Nähe einer Make-Up-Schule … mal schauen!

TEXT Christian Dorbandt
FOTOS Sebastian Weimar