Botschafter für Energieeffizienz

Botschafter für Energieeffizienz

 Azubis legen im Elmshorner Rathaus den Schalter um!

Wie kann der Energieverbrauch im Rathaus gesenkt werden? Diese Frage stand im Zentrum des diesjährigen Azubi-Projektes bei der Stadtverwaltung Elmshorn. Mit viel Kreativität und Engagement erarbeiteten und veröffentlichten die Auszubildenden und Anwärterinnen und Anwärter das Projekt „Energiesparmodus – wir legen den Schalter um!“.

Energie ist ein kostbares Gut. Kaum auszudenken, wie sich unser Alltag ohne sie gestalten würde. Täglich brauchen und verbrauchen wir Energie in Form von Strom für Licht, zum Kochen, Wäsche waschen oder Aufladen des innig geliebten Handys. Meist entzieht sich uns der Vorgang Energie zu verbrauchen komplett. Gänzlich unbewusst betätigen wir die Fernbedienung, wenn die Lieblingsserie im Fernsehen beginnt, bedienen uns für gekühlte Erfrischungen am Kühlschrank und drehen die Heizung etwas höher, um es auf dem Sofa mollig warm zu haben. Dabei verbrauchen wir die ganze Zeit Energie.

Saskia Sierck

Saskia Sierck

Die schlechten Angewohnheiten nehmen wir selbst zur Arbeit mit: mit voller Beleuchtung und laufendem Computer verlassen wir das Büro, um in die Mittagspause zu gehen oder lassen das Fenster den halben Tag offen, obwohl die Heizung noch läuft. Doch damit ist jetzt Schluss! Zumindest bei der Elmshorner Stadtverwaltung. Im Rathaus der sechstgrößten Stadt Schleswig-Holsteins, die in diesem Jahr ihr 875-jähriges Bestehen feiert, haben die Auszubildenden und Anwärterinnen und Anwärter der Energieverschwendung den Kampf angesagt. „Unser Klimaschutzmanager hat das Projekt angestoßen“, berichtet Saskia Sierck. Die 23-jährige wird im Sommer ihr Duales Studium bei der Verwaltung beenden und im Anschluss eine Stelle als Standesbeamtin antreten. „Bei der Wahl der Projektinhalte hatten wir Anwärter und Auszubildende freie Hand. Es sollte grundsätzlich etwas zum Thema Energiesparen sein. Wir haben uns für sechs Energiespartipps entschieden, die uns und unsere Kollegen dazu motivieren sollen, sorgsamer mit Energie umzugehen“, so Saskia.

Steven Mesch

Steven Mesch

Mit witzig anmutenden Sprüchen wie „SIND SIE NOCH GANZ FIT?“ oder „BRENNT’S NOCH?“ bekommen die Rathausmitarbeiter über das Intranet jede Woche einen dieser Tipps auf den Bildschirm und erfahren, warum es sich lohnt, auch mal die Treppe anstelle des Fahrstuhls zu nehmen oder das Licht beim Verlassen eines Raumes auszuknipsen. „Wir wollen, dass unsere Tipps den Lesern lange im Gedächtnis bleiben“, erklärt Steven Mesch. „Daher haben wir lustige Formulierungen verwendet. Bei den Fakten war uns unser Klimaschutzmanager Herr Pitrucha behilflich. Schließlich sollen die Inhalte ja korrekt sein und ein Umdenken im Sinne des Umweltschutzes anregen“, ergänzt der angehende Verwaltungsfachangestellte im ersten Jahr.

Im nächsten Schritt werden die sechs Tipps zum Energiesparen auf Poster und Postkarten gedruckt und im Rathaus und anderen städtischen Einrichtungen aufgehängt und verteilt.

Anna-Lena Wischmann

Anna-Lena Wischmann

Projekte wie diese geben dem Verwaltungsnachwuchs nicht nur die Gelegenheit, sich positiv für die Umwelt und das Klima einzusetzen, sie sind auch ein gutes Mittel, sich gegenseitig besser kennenzulernen: „Es war sehr schön als Team an einem Projekt zu arbeiten“, meint Anna-Lena Wischmann. Wie Saskia ist die junge Brande-Hörnerkirchnerin in den letzten Zügen ihres Dualen Studiums. „Normalerweise arbeiten wir selten mit den Azubis zusammen. Das erste Jahr unseres Studiums verbringen wir komplett an der Verwaltungsfachhochschule in Kiel-Altenholz. Erst nach drei Theorie-Blöcken kommen wir für den praktischen Teil unseres Studiums in die Abteilungen im Rathaus“, berichtet Anna-Lena. „Hier konnten wir gemeinsam etwas bewegen.“

Es ist ziemlich was los im Rathaus von Elmshorn. Das Projekt „Energiesparmodus – wir legen den Schalter um!“ ist nur ein Teil der vielseitigen Ausbildungsmöglichkeiten bei der Stadtverwaltung. Neben der Ausbildung zum/zur Verwaltungsfachangestellten und dem Dualen Studium Public Administration bietet die Stadt noch die Ausbildung zum/ zur Bauzeichner/-in und Fachinformatiker/- in an. Seit neuestem wird der Beruf der Fachkraft für Rohr-, Kanal- und Industrieservice angeboten.

FOTO Eric Genzken
TEXT Katharina Grzeca