10 Jahre Europaschule Husum – „Make Europe great again“

10 Jahre Europaschule Husum – „Make Europe great again“

Geburtstagsparty in Husum! 2017 feiert die Berufliche Schule des Kreises Nordfriesland in Husum ihr 10-jähriges Jubiläum als „Europaschule“. Vor dem Hintergrund dieses Jubiläums, aber auch aufgrund der aktuellen politischen und gesellschaftlichen Entwicklungen, fanden während der schulinternen „Europawoche“ (8. bis 12. Mai) mehrere Veranstaltungen statt. Den Auftakt am 8. Mai machte eine „Stop-Motion-Aktion“. Auf einer riesigen Europaflagge, die auf dem Schulhof ausgelegt wurde, versammelten sich die Schülerinnen und Schüler, um ein Fotoshooting zu veranstalten. Dazu wurde die Europahymne abgespielt. Bei jeder Klangpause verharrten die Schülerinnen und Schüler in der Bewegung, sodass Stop-Motion-Fotos entstehen konnten. (Die Fotos werden in Kürze  auf der Schulhomepage präsentiert.)

Berufsschulklasse Friseure nebeneinander singend

3. Platz beim Schülerwettbewerb: Die Berufsschulklasse Friseure mit ihrem Europasong up Platt: „Schwatt oder Witt“

Ein Höhepunkt der Projektwoche war die Ausstellung und anschließende Preisverleihung des Schulwettbewerbs „Make Europe great again“. In Anlehnung an den Trumpschen Wahlkampfslogan „Make America great again“ nahmen viele Schulklassen der Beruflichen Schule in Husum die Gelegenheit wahr, um mit kreativen Projekten die europäische Offenheit und Vielfalt zu demonstrieren und dem aktuellen politischen Trend von Populismus und Nationalismus ein deutliches Signal entgegenzusetzen. Der kreativen Freiheit waren keine Grenzen gesetzt. Es durften Bilder, Plakate, Texte, Filme, Broschüren oder Reden eingereicht werden. Insgesamt nahmen 10 Klassen bzw. Kurse am Wetbewerb teil.

Schulleiter Michael Kwauka nach rechts blickend

Schulleiter Michael Kwauka blickt stolz auf 10 Jahre Europaschule Husum

Zur feierlichen Preisverleihung wurde am 10. Mai in die Aula der Beruflichen Schule in der Herzog-Adolf-Straße geladen. Zu Beginn ertönte die Europahymne von Beethoven, mit dem berühmten Text Friedrich Schillers „Freude, schöner Götterfunken“. Schulleiter Michael Kwauka, IHK-Referentin Mette Lorenzen und der erste Vorsitzende des Fördervereins, Melf Boyens, hoben die Bedeutung Europas für unsere freie Gesellschaft hervor und betonten die großartigen Möglichkeiten für Schülerinnen und Schüler, sich in Europa beruflich und kulturell zu entwickeln. Vor allem die Nähe zu Dänemark biete dem Nachwuchs hervorragende Perspektiven! „Unser duales Ausbildungssystem ist wohl das beste der Welt!“, schwärmte Schulleiter Kwauka. Gleichzeitig rief er dazu auf, sich ruhig mal für ein paar Monate ins Ausland zu begeben, um dort Erfahrungen zu sammeln.

Tanja Reitler und Abdullah Kamhiea mit Urkunde

Einen Sonderpreis der Jury erhielt Abdullah K. für seinen Beitrag: „Ist es egal, ob Europa getrennt ist oder nicht?“

Dass die Schülerinnen und Schüler ein positives Europabild haben, wurde in den Wettbewerbsbeiträgen deutlich. Den ersten Platz belegte der Kurs BG-GYWB9a des Beruflichen Gymnasiums mit dem selbst entworfenen Brettspiel „Europoly“ (Originell! Siehe Aufmacherfoto ganz oben). Ziel des Spiels ist die Herstellung und Entwicklung eines Europaproduktes auf der Basis von Rohstoffen. Der zweite Platz ging an den Kurs 19ENGf, der mit seinem  selbstproduzierten Satire-Video „The Show“ für viel Spaß in der Aula sorgte. Die Kursteilnehmer hatten sich als internationale Regierungschefs und Oberhäupter verkleidet (Merkel, Putin, Trump, Queen Elizabeth II u.a.) und imitierten eine Polit-Talkshow! (Zum Brüllen komisch!!!) Den dritten Platz belegte die Berufsschulklasse der Friseure mit dem plattdeutschen Song „Schwatt oder Witt“ (Musikalisch, humorvoll und regional!) Dazu erzählte uns Azubi Bianca (2. Ausbildungsjahr zur Friseurin aus Leck): „Wir hatten uns schnell dazu entschieden, einen Song für den Wettbewerb zu komponieren und zu singen. Der sollte auf Platt sein und auch nicht zu ernst werden. Vor dem heutigen Auftritt war ich dann ziemlich aufgeregt!“ Sympathische Moderarorin der Veranstaltung war Englisch- und Dänischlehrerin Tanja Reitler, die als Europabeauftragte der Beruflichen Schule Husum den Schülerwettbewerb ins Leben gerufen hatte. Ihr abschließender Wunsch an alle Schülerinnen und Schüler: „Ich wünsche mir, dass Schülerinnen und Schüler sich auf den Weg machen, andere Länder zu bereisen und sich fremden Kulturen und Sitten gegenüber öffnen. Dabei sollten sie nicht nur die touristischen Aspekte genießen, sondern sich die Mühe machen, Menschen und ihre Umgebung kennenzulernen, damit sie zu schätzen wissen, was sie zuhause haben.“

Durch ihre Europawoche konnte die Berufliche Schule Husum wieder einmal beweisen, dass ihr Titel „Europaschule“ nicht nur im Briefkopf auftaucht, sondern von Schülern und Lehrkräften als lebendige und gelebte Verpflichtung begriffen wird. „Make Europe great again“ …  so lautete augenzwinkernd der Titel des Schülerwettbewerbs. Am Ende kam aus Husum die klare Botschaft: „Europe is great already!“

Weitere Infos zur Beruflichen Schule Husum findet ihr hier.

TEXT & FOTOS Christian Dorbandt